Satisfaction Saturday

Energieräuber loswerden: Spread your wings and fly!

Eine Zeit lang habe ich mich überhaupt nicht wohl gefühlt mit dem, was ich gemacht habe. Ich habe mich nicht wohl gefühlt mit meiner Arbeit und habe sie trotzdem weitergemacht. Es wurde so schlimm, dass ich schon am Tag vorher ununterbrochen traurig war, weil ich am nächsten Tag wieder dorthin musste. Es war als hätte ich ein Brett vor dem Kopf. Ich wusste, dass mir das nicht gut tut und habe trotzdem nicht einfach ,Nein‘ gesagt. De facto ist es nicht so, dass ich unter einer Brücke hätte schlafen müssen, wenn ich mal eine Zeit lang wenig Geld verdient hätte. Ja, ich wäre von anderen Menschen abhängig gewesen, aber ich wäre nicht verwahrlost oder so. Ich bin vor einer Angst weggelaufen, die es überhaupt nicht geben hätte müssen. Ich habe etwas versucht zu verhindern und etwas anderes damit bewirkt: Ich war gestresst, unglücklich, unerfüllt. Trotzdem fiel es mir monatelang so unglaublich schwer, mich davon zu lösen. Eines Tages hat sich dann ein Schalter in meinem Kopf umgelegt und ich habe eine Entscheidung getroffen. Ich mache nur noch das, was ich wirklich tun möchte. So kam eins zum anderen. Ich habe auf andere Weise Geld in mein Leben gezogen, später einen anderen Teilzeitjob gefunden und mir ging es so viel besser. Bei meinem Studium war ich dann schon schlauer und habe erkannt, das diese Art von Ausbildung und spätere Arbeit nichts für mich ist und habe es abgebrochen. Ich bewundere Menschen, die mit Leidenschaft studieren, wissbegierig sind und gerne lernen. Ich bewundere es auch, wenn jemand aus tiefstem Herzen Arzt werden will und das Studium durchzieht, auch wenn es mit Sicherheit des öfteren enorm hart ist. Aber das ist dann eben der Weg, der einen dorthin führt, wo man hinwill.

Studieren für die soziale Akzeptanz?!

Öfter höre ich jedoch aus verschiedensten Richtungen, dass man das Studium nur macht, damit man halt etwas studiert hat, obwohl man es hasst, dorthin zu gehen und überhaupt nicht weiß, was man im Endeffekt damit anfangen will. Oder man studiert nur weiter, damit die soziale Akzeptanz gewahrt wird oder die Familie nicht böse wird, fühlt sich aber im Laufe des Studiums immer schlechter. Für jeden da draußen gibt es eine Aufgabe, einen Beruf, der Spaß macht. Doch wenn man sich dagegen wehrt, das zu beenden, was so offensichtlich nicht das richtige ist und die Zeit darauf investiert, das richtige zu tun, dann wird man das vielleicht nie oder erst viele Jahre später finden. 

Manchmal gibt uns aber auch gerade dass wir etwas machen, das wir nicht wollen, die Kraft aufzuhören und den Blick für das Neue zu öffnen. Ich würde nichts in meinem Leben verändern, wenn ich zurückblicke, weil ich weiß, dass auch die Zeit, die ich vermeintlich irgendwo vergeudet habe, im Job, im Studium, in der ich unglücklich war, mich trotz allem zu dem gemacht hat, was ich bin und mich letztendlich angestoßen hat, etwas zu verändern. Es klingt blöd, aber es ist einfach so, manchmal muss man etwas leiden um tatsächlich etwas verändern zu wollen. Ich glaube, es geht überhaupt nicht darum, sich zu ärgern, wenn man mal draufgekommen ist, dass man eine Sache wohl besser nicht getan hätte, sondern viel mehr versucht, wenn man es erkennt, davon loszukommen und etwas neues zu tun. Wer zum Beispiel etwas neues probiert (z.B. sich selbstständig macht, studiert, eine Beziehung eingeht, in ein anderes Land zieht, …) wird ohne Zweifel etwas lernen, wird weiterkommen und ohne diese Erfahrung wäre die ‚Erleuchtung‘, was man will, nie möglich gewesen.

“Stop holding on to what hurts and make room for what feels good“

Es ist immer wieder schön, Dinge im Nachhinein zu betrachten, denn dann ist der Blick etwas abgeklärter und nicht mehr von Gefühlen vernebelt. Ich denke, dass es uns Menschen manchmal unfassbar schwer fällt, erstens zu erkennen, was uns nicht gut tut und wenn wir es dann erkannt haben sind es die gewohnten Strukturen, die Angst vor etwas Neuem, was uns innehalten und weitermachen lässt wie bisher, obwohl es so offensichtlich ist, dass wir etwas ändern müssen. So ging es mir damals. Louise L.Hay würde nun sagen, dass es eine Form von Selbsthass ist, etwas zu tun, wodurch man sich schlecht fühlt und letztendlich ist es tatsächlich nichts anderes als das Gegenteil von Selbstliebe, wenn man sich zwingt, etwas zu tun, was einem Tag ein Tag aus oder sei es nur einmal im Monat, Energie raubt. Ich spreche hier nicht nur von Dingen, wie einem Job, den man loslassen sollte, wenn man es dort nicht aushält, sondern auch vom jährlichen Weihnachtsessen bei der Familie. Ist es das, was dich schon Tage vorher verrückt macht, dem du mit mehr Angst als Freude entgegen siehst? Ja, warum hingehen? Weil man es halt so macht? Weil die Familie sowieso so selten zusammenkommt? An erster Stelle in deinem Leben stehst noch immer du. Nicht vergessen. Sehr oft kann man auch einfach etwas an bestehenden Situationen ändern und so verhindern, dass man sich schlecht fühlt, wenn diese eintreten. Abgesehen davon kann man den Menschen in seinem Umfeld viel besser helfen und zur Seite stehen, wenn man selbst voller Energie und glücklich ist.

Wovon spreche ich aber eigentlich? Von Energieräubern. Ein Energieräuber kann ein Job, aber auch ein Hobby sein, dem man trotz fehlender Lust einmal pro Woche nachgeht. Es kann aber auch, wie gerade erwähnt, ein Familientreffen sein, dass dich nicht mit Vorfreude erfüllt, sondern dich traurig macht. Es kann aber auch ein Freund sein, der einem schon lange nicht mehr gut tut, mit dem man aber noch immer regelmäßig Kontakt hat. Aus Gewohnheit? Aus Angst ihm/ihr zu sagen, dass man nichts mehr mit ihr zu tun haben will oder unangenehmen Themen offen anzusprechen. Vielleicht aus Angst, alleine zu sein.

Ich habe solche Situationen auch ein paar Mal mit Menschen erlebt. Manchmal lebt man sich auseinander oder man merkt, dass man sich nach einem Treffen mit dieser Person schlechter fühlt als vorher und das nicht nur einmal, sondern immer. Dann passt doch da irgendetwas nicht, oder? Sich nicht mehr melden oder Ausreden finden, dass man sich nicht treffen will, ist hier logischerweise nicht die Lösung, die auf Dauer Sinn macht. 

Don’t feel guilty for doing what’s best for you!

Ich setze mittlerweile in allen Lebenslagen meine damalige Entscheidung sehr konsequent durch. Ich tue nur noch das, womit ich mich wohlfühle. Natürlich gibt es Situationen, denen ich lieber entgehen möchte, weil sie eine Herausforderung darstellen und ich mich aus meiner gemütlichen Comfortzone rausbewegen muss. Dinge, bei denen ich weiß, dass sie mir bei meiner persönlichen Entwicklung helfen, ziehe ich durch. Diesen Herausforderungen stelle ich mich, auch wenn ich mich kurz unwohl fühle, wenn ich weiß, später bereue ich, wenn ich es nicht getan habe. Manchmal fühle ich mich nicht wohl damit, Fotos zu bearbeiten, weil mal langweilig ist oder ich fühle mich nicht wohl, einen Beitrag zu schreiben, weil ich keine Lust habe. Diese Art von wohlfühlen meine ich jedoch nicht. Denn insgesamt liebe ich meine Blogarbeit, manchmal keine Lust zu haben ist vermutlich normal. Natürlich geht es nicht darum, die ganze Sache kurzsichtig zu betrachten und jede kleine Handlung nur dann zu tun, wenn man wirklich Lust dazu hat. Klar helfe ich mit, wenn jemand was braucht, räume die Waschmaschine ein und aus und koche essen, auch wenn es vielleicht nicht das ist, wovon ich gerade geträumt habe. Ich glaube ihr versteht mich und es ist wahrscheinlich völlig klar, ich wollte es nur erwähnt haben.

Doch wenn ich mir nun jeden zweiten Tag denken würde (würde! ist nur ein Beispiel), verdammt, der Blog nervt mich, ich habe keinen Spaß daran und das über einen längeren Zeitraum, dann läuft etwas falsch und zwar gewaltig. Dann ist der Moment gekommen, um die Situation ehrlich zu betrachten, etwas zu ändern oder etwas komplett neues zu beginnen. Do what makes you feel good.

Und ja, manchmal ist es einfacher, etwas zu ändern als in anderen Situationen. Eine alleinerziehende Mutter, die drei Kinder hat kann nicht von heute auf morgen ihren Job hinwerfen, wenn sie merkt, dass er ihr überhaupt nicht mehr gut tut, jedoch kann man meist leichter etwas verbessern, als man denkt. Vielleicht dauert es in solchen Situationen manchmal länger, sich von etwas zu lösen, eben dann wenn man eine Verantwortung für andere Menschen trägt, aber ein Weg führt trotzdem nicht daran vorbei. Eine Veränderung muss her, sonst macht man sich auf Dauer kaputt. Das kann still und leise passieren, denn eines weiß ich mit Sicherheit. Tut man lange etwas, was man nicht tun will, hat man lange Zeit Menschen um sich, die einem nicht gut tun, die einen nicht mit Respekt behandeln, kann dies nur eines bedeuten: Man schadet sich selbst. Wenn eine Situation wirklich auswegslos erscheint hilft es oft sehr, mit Freunden oder Familie darüber zu sprechen, um die Ansichten einer außenstehenden Person miteinbeziehen zu können.

“Remind yourself of what you’re good at and make sure you do that.“ – Jessie J

Worauf ich hinaus will: Es ist unheimlich wichtig, sein Leben manchmal ganz nüchtern zu betrachten. Tut mir das gut, was ich hier mache? Auch wenn es mir früher gefallen hat, ist es vielleicht jetzt nicht mehr das richtige für mich? Diese Fragen bestimmen unsere Zukunft, wer hier lügt, belügt sich nur selbst, was offensichtlich sinnlos ist. Am besten man stellt sich dann vor, diese Sache, die Tätigkeit etc. aus seinem Leben zu löschen. Wie würde sich das anfühlen, wie wäre das? Stein vom Herzen gefallen, größte Erleichterung? Go for it!

Zu erkennen, dass etwas falsch läuft, ist gut. Die Entscheidung etwas zu ändern, ist der nächste essentielle Schritt, denn dann werden sich neue Möglichkeiten auftun. Ein besserer Job, passendere Aufträge, Menschen, mit denen du gerne Zeit verbringst treten in dein Leben, sobald du dafür bereit bist.

Ich frage mich regelmäßig, ob sich das was ich tue, egal ob privat oder beruflich, richtig anfühlt und wenn es kleine Zweifel gibt, beobachte ich und verändere ich, wenn nötig.

Eine unangenehme Frage

Bist du eine Tankstelle oder eine Absauganlage für die Menschen? Wie beeinflusst du die Menschen in deinem Umfeld? Klar, jeder ist mal schlecht drauf, doch wie ist es normalerweise? Redest du mit deinen Freunden nur über deine Probleme und die fühlen sich womöglich ausgelaugt, nachdem sie einen Nachmittag mit dir verbracht haben? Bist du jemand, den du gerne jeden Tag treffen würdest? Rufst du deine Freunde nur an, wenn du Probleme hast und Lösungen suchst? Es ist oft schwierig, sich hier ehrlich zu sein, aber das eigene Verhalten im Austausch mit anderen Menschen beeinflusst enorm wie diese mit einem umgehen.

Erste, einfache Schritte um Energieräuber loszuwerden

Ein erster Schritt zum Erfolg ist, die Fähigkeit des Nein-sagens zu erlernen. Für viele ist es die Hölle, nein zu sagen, andere tun es lieber als alles andere. Fakt ist, wenn man etwas nicht will, sollte man nein sagen, auch wenn dies schwer ist. Man kann das auch ganz leicht üben, indem man bewusst zu Dingen nein sagt und einfach mal probiert, was dann passiert (hint: nicht viel, es ist harmlos). Nun kann man zu größeren Dingen vordringen, zum Beispiel damit aufzuhören, Dinge zu tun, die man ganz alleine beeinflussen kann, das ist am einfachsten. Ein Beispiel kann sein, endlich nicht jeden Tag am Morgen nur Musik zu hören, sondern ein sinnvolles Hörbuch (vorausgesetzt man wollte das immer schon ändern, nicht falsch verstehen, Musik ist großartig) oder öfter die Straßenbahn zu nehmen oder Fahrrad zu fahren, anstatt im Stau im Auto festzustecken und sich darüber aufzuregen. Nun kann man langsam aber doch mit anderen Menschen in Interaktion treten, zum Beispiel den monatlichen Buchklub an den Nagel hängen, der einen schon Jahre nur belastet hat oder den Tennistrainer wechseln, was man schon 1995 tun hätte sollen (alles nur Beispiele, Buchklubs sind für manche bestimmt großartig und nicht alle Tennistrainer sind seit 1995 teurer als gut). Die letzte Übung kann schon recht hart sein, aber das Ergebnis ist pure Freiheit. Ob dann jemand meint, der alte Tennistrainer war besser oder der Trainer selbst ist böse, dass man jetzt einen anderen hat, darf einen da nicht jucken. Man hat ja den neuen Trainer, den man immer schon wollte und freut sich endlich wieder aufs Sonntagsdoppel. Genug von Ballsporttrainern und Buchklubs, you get my point.

In diesem Sinne: Eliminate some energy suckers this weekend, spread your wings and fly!

Und mal ganz ehrlich, manchmal hilft nur ein ganz klarer Cut. Die Entscheidung treffen und in die Tat umsetzen, am Besten so schnell, dass du gar keine Zeit mehr hast, einen Rückzieher zu machen.

Was ist es bei dir? Womit fühlst du dich schon eine Weile gar nicht mehr wohl, hasst es vielleicht sogar und änderst nichts? Es wird Zeit das Leben zu leben, das du leben willst!

 

 

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3 Comments

  • Reply STRYLINKS #125 - stryleTZ 9. August 2017 at 10:48 am

    […] Schluss zeigt uns Justine von Justine kept calm and vent vegan in ihrem Post noch eine wichtige Lebensweisheit, die aber gar nicht mal so leicht umzusetzen ist: Energieräuber […]

  • Reply Vanessa 5. August 2017 at 12:46 pm

    Es ist krass wie gut dieser Beitrag von dir gerade zu meinem Leben passt! Ich habe gerade nach 10 Jahren eine Beziehung beendet, die eigentlich nicht schlecht war. Jetzt im Nachhinein fiel aber eine sehr große Last von mir ab, obwohl es sehr schwer fällt. Ich finde es sehr bewundernswert wie weise du mit 23 Jahren schon bist! Ich bin zwar auch nur 3 Jahre älter, aber wenn ich so zurück denke, war ich vor 3 Jahren noch nicht so reflektiert.
    Mach weiter so und verfolge was dir gut tut 🙂
    Vanessa

    • Reply Justine 7. August 2017 at 4:48 pm

      Liebe Vanessa, ich finde es mutig, dass du die Beziehung beendet hast, obwohl sie “nicht schlecht“ war, ich denke das fällt vielen schwer, vor allem wenn die Beziehung schon sooo lange dauert!
      Vielen Dank für das wunderbare Kompliment!! 🙂 Alles Liebe, Justine

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