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Wie du dir Fair Fashion mit kleinem Budget leisten kannst: 15 Tipps

Eine Frage, die ich erstaunlich oft gefragt werde: „Wie kann ich mir Fair Fashion auch mit kleinem (Studenten-) Budget leisten?“
Da dies anscheinend viele beschäftigt, möchte ich euch heute 15 Tipps mitgeben, wie ihr euch fair einkleiden könnt, auch wenn ihr nicht viel Geld zur Verfügung habt. 

1.  Führe eine Liste

Die meisten von euch wissen es wahrscheinlich gar nicht: Ich bin ein Listen-Junkie! Ich schreibe zu den verschiedensten Themen die verschiedensten Listen und natürlich auch Kleidungslisten. Ich erneuere die Listen immer wieder und halte fest, was ich gerne hätte, was zu mir und meiner Garderobe passt und sinnvoll ist.
Die Liste hilft den Überblick an Wünschen zu behalten und hält dich davon ab (wenn du sie nutzt) wild drauf los zu shoppen. 
Eine solche Liste mit Teilen, die du gerne hättest, kann zB so aussehen:

– Dunkelgraue High Waist Jeans (vielleicht die von Mud Jeans? Kann man leasen!)
– weißes Basic-Tee mit engem Ausschnitt
– hochwertiger Mantel ohne Wolle in dunkler Farbe
– weißes flattriges Sommerkleid (habe eins bei Wunderwerk gesehen)
– dicker, warmer Schal (Farbe egal, sollte aber zu mindestens zwei Jacken passen)
– schwarzes Langarmshirt (hinten länger geschnitten, vielleicht Funktionschnitt?)
– verrückte, farbige Kurzjacke (mal was anderes, vielleicht mit Pailletten?)
– schlichte, weiße Bluse ohne Perlmuttknöpfe
– graue, dünne Strumpfhosen
– farbiges, sehr flattriges T-Shirt (eher Pastelltöne, vielleicht grün, blau? Oder was ganz anderes?)

Ihr seht, manche Punkte sind fix definiert, andere lassen Spielraum. Je nachdem was man sich halt so für seine Garderobe wünscht oder welche Sachen man braucht, weil sie bspw. ersetzt werden sollen. Führe die Liste mit Bedacht. Es kommen nur Teile darauf, die du wirklich willst und/oder brauchst.

2. Vermeide Impulskäufe

Gerade, wenn man nicht so viel Budget hat, ist es überwiegend sinnvoll, Impulskäufe zu vermeiden. Klar sollte dann immer in der Situation direkt abgewogen werden, aber wenn man sich zu mindestens 90% an die Liste hält, kann nicht viel schiefgehen. Wie gesagt, die Liste kann erweitert, Teile davon können gestrichen oder verändert werden. Am besten sie ist immer up to date!

Ich war schon unzählige Male schockverliebt in verschiedenste Kleidungsstücke. Manchmal habe ich sie dann gekauft und sehr gerne und oft getragen, manchmal habe ich mich drei Wochen später gefragt, wieso in Gottes Namen ich dafür Geld ausgegeben habe. Manchmal hilft es schon eine Nacht oder ein paar Nächte darüber zu schlafen und sich das Teil dann nochmal ganz genau anzusehen!

3. Shoppe günstige Fair Fashion Marken

Natürlich gibt es auch einige Labels im Fair Fashion Bereich, die vergleichsweise günstig sind! Am besten ihr schaut einfach mal bei meinem Guide für günstige Fair Fashion Labels vorbei. Den werde ich auch bald wieder aktualisieren. Klickt euch durch die Labels. Ich denke es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

4. Werde zum Sale-Tiger 

Was oft vergessen wird: auch faire Labels (sogar sehr kleine) haben zweimal im Jahr Sale, jedenfalls die meisten. Auch bei Shops wie glore, Avesu und Avocadostore, die viele verschiedene Marken führen, gibt’s Sale. Nach Weihnachten startet oft der erste Sale und der zweite dann circa Juli, August, September. Einige Labels haben auch einen Mid Season Sale. Ich habe schon früher viel im Sale geshoppt, weil es einfach super praktisch ist! Zwar kauft man dann manchmal Ende des Sommers Sommersachen, aber nur wenn ich mir sicher bin, dass es mir kommendes Jahr noch gefällt. Abgesehen davon werden ja ohnehin im Wintersale oft Sachen verkauft, die man locker im Frühling anziehen kann und im Sommersale dann wiederum Teile, die man im Herbst anziehen kann. Ich mag Lagenlooks und trage dann das ein oder andere dünnere Teil unter oder über einem herbstlichen Strickteil (mehr dazu bei Punkt 2). Achtung: Trotzdem mit Sinn und Verstand im Sale zuschlagen. Nur weil ein Teil sehr günstig ist, heißt es nicht, dass es wirklich zu dir und deiner Garderobe passt, oder es zu einem Liebling werden kann. Am besten du nimmst dir immer die Liste von Punkt 1 zur Hand.

 

Außerdem: falls dir ein Teil wahnsinnig gut gefällt, du es dir aber nicht leisten kannst, kannst du es ja online oder auch in Geschäften beobachten. Vielleicht ist es bald im Sale.

5. Nutze Rabattcodes

Immer wieder arbeiten Fair Fashion Blogger mit Unternehmen zusammen und stellen Rabattcodes für euch bereit. Augen offen halten und nutzen, falls ihr etwas von dem Label haben wollt. Auf meiner Seitenleiste (in der Mobile Version ganz unten) könnt ihr immer schauen, welche Codes gerade aktuell sind. 

Übrigens: Viele Labels bieten einen 10% Rabattcode an, wenn du dich für den Newsletter einträgst.

6. Interessiere dich nicht dafür, welche Saison grade ist

Ich mache mich immer mehr von dem Gedanken frei, alle Kleidungsstücke verschiedenen Saisonen zuzuordnen. Klar, eine Winterjacke trage ich im Winter und Riemchensandalen nur dann, wenn es warm ist, aber so viele Teile kann man saisonunabhängig voneinader tragen! Ich habe zB zwei wunderbare Sommerkleider von American Apparel, die ich im Winter vorne in meine Jeans reinstecke, hinten fallen sie dann über den Po und darüber ziehe ich eine kurze Jacke! Es lohnt sich echt, kreativ zu werden und spannende Lagenlooks zu kreieren. Das spart nicht nur Geld, weil du in Summe weniger Teile brauchst, sondern macht auch richtig Spaß. Falls du mein Life Update vom September gelesen hast, weißt du, dass ich auch im Wunderwerk Store experimentiert habe und ein Sommerkleid unter einem Pulli anhatte. Ich war obenrum gewärmt und untenrum war es luftiger. Ein perfektes Outfit für einen schönen Herbsttag! Also habt Mut zum Experimentieren!

7. Achte auf gute Qualität

Diesen Tipp gebe ich immer, auch wenn das Budget nicht so klein ist, denn auf gute Qualität zu achten ist im Sinne des Geldbeutels, als auch im Sinne der Nachhaltigkeit eine wirklich gute Sache! Wie ihr wisst, ist mir eine gute Qualität sehr wichtig und deshalb gebe ich mir die größte Mühe, auch nur Teile zu zeigen, die sehr hochwertig sind. Es kam schon das ein oder andere Mal vor, dass ich Teile zurückgeschickt habe, weil ich schon beim angreifen des Stoffes gemerkt habe, dass das nicht lange gut geht. Manchmal habe ich die Sachen nur wenige Tage getragen und sofort haben sich Fussel gebildet oder sonst was ist passiert (Verfärbung, etc.). Dann sende ich die Sachen zurück und stelle sie nicht vor. (Ich finde auch wenn Privatpersonen sowas passiert, dürfen und sollten sie die Sachen zurückgeben, Feedback geben und erhalten hoffentlich das Geld zurück!!) Zwar bin ich schon ganz gut darin, zu erkennen, ob die Stoffqualität gut oder schlecht ist, aber natürlich bin auch ich keine Hellseherin. Es kann sich immer mal was verfärben oder in ein Fusselmonster verwandeln, was man nicht erwartet hätte. Trotzdem ermutige ich euch, ein wenig zu üben, zu erkennen, welche Stoffe lange schön bleiben und viele Wäschen (achte immer auf eine gute Pflege; Wäschesack, Handwäsche usw.) überstehen und welche nicht. Von manchen Labels (bspw. von Hoodlamb, Wunderwerk, Langerchen, Mandala, Mud Jeans und Funktionschnitt) hatte ich bisher IMMER top Qualität. Wenn man einmal herausgefunden hat, dass die Qualität konstant super ist, kann man dort verstärkt einkaufen.

Abschließend kann ich also nur betonen: QUALITY OVER QUANTITY. Besser weniger kaufen, dafür auf gute Qualität achten! Es gibt einfach nichts Ärgerlicheres als Geld (vor allem mit kleinem Budget) für etwas auszugeben, das man nur dreimal trägt, weil es nach zweimal waschen nicht mehr gut aussieht! Das ist einfach total schade und kostet auf Dauer mehr als hochwertige Sachen, die lange Freude bereiten.

8. Kaufe Second-Hand 

Die nachhaltigste Art des Shoppens ist noch immer Second-Hand. Klar, hier ist es oft schwer, faire Marken zu finden, aber auch wenn man Fast Fashion Second-Hand kauft ist das klasse, da man dem neuen Teil neues Leben einhaucht. Ob auf willhaben, shpock, Kleiderkreisel, eBay oder in Secondhandläden in deiner Stadt, es gibt echt viel tolles Zeug da draußen, das günstig ist und klasse ausschaut! Einfach mal stöbern!

Übrigens: Ich werde bald einige Teile, vor allem Fair Fashion, die ich aussortiert habe auf willhaben verkaufen. Stay tuned! Ich werde es euch in einem der Beiträge im Oktober wissen lassen.

9. Leihe etwas aus

Wenn du beispielsweise eher das Jeans-Ringelshirt-Sneaker Girl bist und nichts mit schicker Kleidung anfangen kannst, zu einer Hochzeit eingeladen bist, aber nichts zum Anziehen hast, dann kannst du dir überlegen, auch einfach erst einmal bei Freunden und Familie nachzufragen, ob sie dir ein Teil für diesen einen Tag leihen können! Wenn es klappt: wieder Geld gespart, dass du in ein faires Ringelshirt investieren kannst.

10. Sortiere aus, was du nicht brauchst

Dieser Punkt hat zwar nur im weitesten Sinne mit kleinem Budget zu tun, passt aber finde ich sehr gut dazu. Gründlich aussortieren? Oh ja, und zwar so richtig. Ich bin mittlerweile ein Meister im Aussortieren und es tut einfach so gut. Du kannst Sachen, an denen aufgrund von Erinnerungen dein Herz hängt, natürlich aufheben (aber rede dir nicht bei jedem Schal eine emotionale Verbindung ein!), jedoch würde ich sie extra verstauen, wenn du sie gar nicht mehr trägst. Von manchen Teilen trenne ich mich schnell, weil klar ist, dass ich sie nicht mehr trage. Fragliche Stücke gebe ich in eine Schachtel und hebe diese etwa 6 Monate auf. Was ich in den 6 Monaten wirklich getragen habe, behalte ich. Dann schaue ich in die Schachtel und betrachte jedes Stück. Habe ich es vermisst? Dann bekommt es vielleicht nochmal eine Chance. Hast du es nicht vermisst und findest es noch nicht einmal richtig schön? Weg damit!

Am besten verschenkst Du die einzelnen Sachen an Leute, die sie wirklich brauchen oder benutzen möchten oder verkaufst sie. So kannst du deine alte Kleidung in Geld verwandeln, die du in deine neue, bessere, faire (und/oder Second-Hand-) Garderobe investierst.

11. Findest du das wirklich richtig, richtig gut?

Frage Dich, ob du „das“ wirklich brauchst. Ist das zwölfte, weiße Baumwollshirt notwendig? Finde ich diese Weste wirklich richtig gut? Werde ich diesen Schal gerne und häufig tragen (Ausnahme: Spezieller Anlass)? Passt der Parka zum Rest meiner Garderobe? Nutze unbedingt deine Liste (Punkt 1).
Ein Teil sollte nur bei dir einziehen, wenn du es so richtig, richtig toll findest oder du es brauchst (zB Basics). Du kannst die Liste auch nutzen, um Sachen aufzuschreiben, die du mega toll findest und um zu beobachten, ob du sie bald durch Wichtigeres ersetzt oder ob sie dort bleiben. Falls ja ist es schon eine Überlegung wert, sie zu kaufen. Zu warten, ob man eine Sache wirklich dauerhaft will oder nur impulsiv Lust darauf hat, ist übrigens nicht nur bei Kleidung eine gute Taktik.

 

 

12. Pimp your clothes!

Du magst ein Kleidungsstück nicht mehr so richtig, die Qualität ist aber noch echt gut? Oder das Teil ist dir einfach zu langweilig? Wie wäre es, wenn du deine langweilige Jeans mit Löchern und Patches aufpimpst und deine Kreativität in Denim-Dreams verwandelst? Oder du verwandelst deinen hellgrauen Baumwoll-Pulli, den du schon total öde findest, in ein dunkelblaues Stück, weil ein tiefblauer Pulli auf deiner Haben-Wollen-Liste steht. Einfach Färbemittel kaufen und los geht’s. Es gibt tausend Möglichkeiten seine Sachen aufzupimpen.
Wenn dir ein Teil nicht mehr perfekt passt, du es aber total gerne magst, dann verkaufe es nicht oder lass es im Schrank vermodern, sondern lass es beim Schneider umnähen. Ist günstiger als ein neues Teil zu kaufen!

13. Trage Sachen, solange sie halten

Ich weiß, wenn man sich mal dem Fair Fashion-Thema verschrieben hat, will man nur noch faire Sachen tragen. Jedoch ist es auch wichtig, die Teile, die man noch aus Fast Fashion-Zeiten besitzt, zu Ende zu tragen! Das spart nicht nur Geld, weil nicht sofort alles ersetzt wird, sondern ist auch nachhaltig, weil nicht ständig neu gekauft wird. Somit hast du logischerweise mehr Geld für deine Fair Fashion Kassa.

14. Wünsch dir was!

Ich weiß ja nicht, wie das bei dir mit Geburtstag und Weihnachten ist, aber falls du öfter mal Sachen geschenkt bekommst, die du so gar nicht gebrauchen und verwenden kannst, dann wäre es vielleicht an der Zeit, mit den Schenkenden zu reden. Klar, wenn du dir einen speziellen Wunderwerk Pulli wünschst, dann ist die Überraschung hinüber, denn du weißt, was da verpackt unterm Baum liegt. Aber du weißt auch, dass es genau das ist, was du möchtest! Vielleicht gibt es ja demnächst einen Anlass, zu dem du dir ein hübsches Fair Fashion-Teil wünschen könntest.

15. Newsletter abonnieren

Abonniere am Besten die Newsletter der Firmen, die dich besonders interessieren. Einige Labels bieten zwischendurch Rabatt auf bestimmte Teile an oder haben Midseason Sale. Das erfährt man immer durch Newsletter. Da kann man einiges sparen! 

 

 

Ich hoffe sehr, dass meine Tipps hilfreich waren! Lass mich gerne wissen, wie du sie findest.

 

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1 Comment

  • Reply Janine 11. Oktober 2017 at 9:41 pm

    Danke dir 🙂

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