Satisfaction Saturday

Du bist genug

Selbstzweifel. Wertlosigkeit. Minderwertigkeitsgefühle. Kennst du das, dass du dich einfach wertlos fühlst? Nicht gut genug? Dass du dich mit anderen vergleichst und irgendwie schlechter abschneidest? Dass du das Leben der anderen auf Instastories, in Magazinen oder sonstwo verfolgst und dir denkst, wie toll/weise/öko/positiv/selbstreflektiert/energiegeladen/wunderbar/schön/klug/perfekt alle sind, und ich? Was ist mit mir? 
Ich kenne diese Durchhänger nur zu gut und ich denke es ist wichtig, das hier zu thematisieren. Wenn ich so zurück denke war dieses sich nicht gut genug fühlen selten Teil meines Lebens. Klar, es gibt immer dieses einen Mädchen in der Schule, das ultra beliebt und toll ist, aber deshalb habe ich mich eigentlich nie wertlos gefühlt. Erst in den letzten Jahren, auch durch den häufigen Gebrauch von Social Media, trat dieses Gefühl immer wieder auf. Ich habe ein gesundes Selbstbewusstsein und arbeite (mit großem Erfolg) seit Monaten an meiner Selbstliebe und meinem Selbstwert. Durch dieses aktive entwickeln geht es mir deutlich besser und ich habe seltener das Gefühl, dass andere besser und toller sind als ich. Doch lässt es mich manchmal nicht ganz los. Was kann man also dagegen tun?

You are enough, you’re enough. It is unbelievable how enough you are.

Ja das bist du!

Sag es dir immer wieder, damit du es nicht vergisst und richtig spürst.

Sich selbst liebevoll zu begegnen ist ein ebenso wichtiger Punkt. Andere sind so toll. Ja und? Du und ich auch. Wir sind wunderbar. Wann hast du dir das letzte Mal ein Kompliment gemacht? Wann hast du dich das letzte Mal gelobt? Wann hast du das letzte Mal Eigenschaften aufgeschrieben, die du so richtig an dir selbst liebst und bewunderst? Zeit wird’s!

Es ist wirklich wichtig zu begreifen, dass, nur weil andere wunderschöne Haare haben, die tollsten Witze machen, reine Haut haben, sehr spirituell sind, jobmäßig durch die Decke gehen, viel Geld haben oder einfach eine mega Ausstrahlung haben, nicht gleich mehr wert sind, als alle anderen. Nur weil andere toll sind, sind du und ich nicht weniger toll. Auf dieser Welt ist genug Platz für jeden einzelnen, seine Individualität und Großartigkeit. Andere dürfen wunderbar sein, genau wie du. Andere dürfen erfolgreich und wunderschön sein, genau wie du. Andere dürfen selbstbewusst durchs Leben gehen und glücklich sein. Genau wie du.

Tiefsitzenden Gedankenmustern auf den Grund zu gehen, mich selbst zu entwickeln, mich mit meinen Schwächen und meinen Themen auseinanderzusetzen, damit habe ich vor einigen Jahren begonnen. Wer mal damit beginnt, weiß: Es hört nie auf, Entwicklung findet immer statt. Und das ist gut so. Doch habe ich auch das Gefühl, dass ich dadurch zum Teil auch verletzlicher geworden bin. Vorher war ich meist cool, selbstbewusst und habe nichts an mich herangelassen. Doch wenn man die Themen abarbeitet, kommt das wahre ich zum Vorschein. Ich habe mich erst in den letzten Jahren richtig kennengelernt und entdecke täglich neue Seiten an mir. Das ist wunderbar. Doch wie gerade erwähnt, bröckelt die Fasade. Das wahre ich kommt zum Vorschein und das ist nicht cool oder abgebrüht. Das ist einfach da. Und das kann leichter verletzt oder verunsichert werden. Ich stecke mitten in diesem Selbstfindungs-/Selbstliebe-Prozess drin und ich habe das Gefühl, dass es bergauf geht. Selbstentwicklung ist ein großes Wort und es geht mir dadurch viel besser, weil ich das Gefühl habe, zu mir selbst zu finden, doch gleichzeitig verletzlicher zu sein, weil du dich einfach öffnest, ist die Kehrseite und da ist Vorsicht geboten. Dazu später mehr.

“A flower does not think of competing to the flower next to it. It just blooms.”― Zen Shin

Selbstliebe und zu sich finden ist nicht alles. Es wird zwar immer wieder betont, doch auch ich will es nochmal klarstellen: Social Media ist nicht die Realität. Solange dich Fotos inspirieren, solange dich geschriebenes motiviert, ist alles gut. Doch sobald du dich schlecht fühlst, wenn du durch Instagram zappst oder Modezeitschriften ansiehst, ist Achtung geboten.
Ist es einfach nur ein Zeichen, dass du dich mehr mit dir selbst und dem oben genannten Selbstwert-/Selbstliebe-Thema auseinandersetzen solltest? Oder steckt womöglich viel mehr dahinter und du fühlst dich schon dein Leben lang irgendwie schlechter als die anderen? In dem Fall kann z.B. ein/e Kinesiologe/in helfen, tief sitzende Gedankenmuster und Blockaden zu lösen.
Oder aber, und das ist die dritte Möglichkeit, du bist zu viel auf Social Media unterwegs. Das ist ein Punkt, auf den ich hinaus will. Ein paar Instastories schaden niemandem. Doch wenn man zu tief und zu lange in den verschiedensten Leben anderer Menschen drinsteckt und regelrecht süchtig ist, dann kann das nicht gut sein und wirklich gut fühlen tust du dich doch dabei nicht, oder?

Natürlich kann Social Media umgekehrt auch eine sehr poitive Auswirkung auf uns haben. Es gibt so viele tolle, inspirierende Accounts da draußen, die mich in den verschiedensten Bereichen motivieren etwas auszuprobieren oder helfen an mir zu arbeiten.

You are the only one who can limit your greatness. Remember you are enough.

Das Thema ist so groß und ich weiß gar nicht, wo ich aufhören und enden soll. Ich hoffe, was ich schreibe ist nicht allzu verwirrend. Eins steht fest, wenn du mit dir im reinen bist und dich selbst schätzt, ist das genug.
In dem Fall sollten dich auch die perfekten Frauen mit weißen Zähnen und wunderbaren langen Haaren auf Instastories nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Doch übertreibe es nicht. Ich merke, wie gut es mir tut, abseits des Blogs privat immer weniger und weniger auf Social Media unterwegs zu sein. Lieber lese ich ein gutes Buch oder verbringe Zeit mit echten Menschen. Versteht mich nicht falsch. Wenn man den richtigen Leuten folgt, dient Instagram auf jeden Fall als Inspiration und kann Menschen connecten, die sich sonst im Leben nicht begegnet wären. Doch nutze es weise.
Das gut genug sein begegnet uns natürlich nicht nur auf Social Media, sondern auch in der Ubahn oder auf der Straße. Man kann mal einen schlechten Tag haben und sich unwohl fühlen in seinem Körper, doch wenn es zur Regelmäßigkeit wird, dass du andere ansiehst, dich vergleichst und wertlos fühlst, weil die andere Person eine wohlgeformtere Nase hat oder ihr Leben scheinbar besser auf die Reihe kriegt, dann ist das nicht gut. Ich arbeite dann gerne mit Affirmationen. Da gibts viele verschieden und für jeden sind andere passend.

Zwei Beispiele: Ich bin jetzt im Einklang mit mir selbst. Frei von widersprüchlichen Gedanken, Gefühlen und Emotionen. Oder: Ich bin in meiner inneren Mitte. Fröhlich, stark und selbstbewusst erfülle ich meine Lebensaufgabe.

Du kannst dir selbst ein Kompliment machen oder einfach die Schultern zurück strecken, den Blick geradeaus richten, lächeln und mit Haltung weitergehen. Dadurch fühlt man sich oft schon besser!

Tanze von mir aus durch die Wohnung, dreh ein Power-Lied auf und singe hundertmal hintereinander, ich bin gut so wie ich bin, ich bin gut genug. Ich bin gut genug. So lange und oft bis du es selbst glaubst und lebst.

Das wichtigste ist, tatsächlich zu begreifen, dass wir alle gleich viel wert sind. Wir alle sind wunderbare Wesen und Seelen. Manch einer mag weiter entwickelt sein als der andere, manch einer mag gesündere Haare und längere Beine haben. Doch am Ende des Tages sind wir alle gut. So wie wir sind. Ein Kind in Afrika ist genauso viel wert, wie der Präsident der Vereinigten Staaten. Jeder Mensch ist wertvoll und jeder steckt in einer anderen (Entwicklungs-)phase seines Lebens. Das ist in Ordnung. 
Ich habe viel darüber nachgedacht, warum sich so viele von uns mit Selbstzweifeln plagen. Ich denke, in einem kleinen Ausmaß sind diese gesund, damit wir besser werden und uns weiterentwickeln. Doch warum nimmt es bei so vielen viel zu große Ausmaße an? Warum machen sich so viele Menschlein so klein und ducken sich regelrecht unter den anderen?
Ich denke es hängt zum Teil damit zusammen, dass wir uns alle viel zu sehr vergleichen ohne uns dabei richtig zu kennen.
Irgendwie hängt es natürlich auch viel mit den Erlebnissen und Erfahrungen unserer Jugend zusammen. Waren z.B. reiche Menschen immer etwas besonderes und wurden sie sogar von deinen Eltern oder Großeltern als etwas besseres bezeichnet? Bullshit. Der Wert eines Menschen hängt nicht davon ab, wie viel Geld er auf seinem Konto hat.
Wer bist du schon? Das ist schnell dahin gesagt und vielleicht hat es auch schon jemand zu dir gesagt, doch trifft es direkt ins Herz und zieht sich durchs Leben. Du bist du und du bist wunderbar. Tiefsitzende Gedankenmuster können verändert werden. Sie sind nicht in Stein gemeiselt.
Auch auf Social Media möchte ich nochmal zu sprechen kommen. Nur weil jemand 200.000 Follower hat ist er nicht besser oder toller als Mensch als ich es bin bin mit 15.000 Followern. Umgekehrt bin ich nicht wertvoller als jemand mit 216 Followern. Das sollte eigentlich klar sein, zur Sicherheit schreibe ich es aber nochmal auf.

I stopped looking for the light when I decided to become it instead.

Da auf Social Media meist alles so locker flockig und perfekt wirkt, fühlt man sich vielleicht selbst auch manchmal genötigt, ein think positive-Foto zu posten, obwohl man gerade weinend auf dem Sofa liegt. Es ist okay, weinend auf dem Sofa zu liegen (kommt auch bei mir vor), doch es ist nicht okay, dich selbst in eine Norm pressen zu wollen. Es ist nicht immer alles heile Welt. Auch wenn es von außen so wirkt. Wer weint schon gerne im Bus oder auf Snapchat? Jedem geht’s mal schlecht, jeder isst mal Pizza. Meistens erfahren es „die anderen“ einfach nicht.
Nur weil „die anderen“ oft so fit und flockig zu sein scheinen, bist du nicht weniger toll oder healthy oder was auch immer du sein willst. Solange dich der Fortschritt anderer motiviert (z.B. nimmt jemand ab und du möchtest es nachmachen) ist alles gut. Sobald er dich fertig macht, läuft irgendwas schief.

If you’re not enough for yourself, you can never be enough for someone else!

Es geht auch darum, wie andere dich wahrnehmen. Wenn du dich wertlos fühlst, strahlst du das aus. Menschen behandeln dich vielleicht (unbewusst?) mit weniger Respekt. Ich kann das Buch Gesundheit für Körper und Seele von Louise L Hay SEHR empfehlen. Ich denke, da werde ich auch mal eine Review drüber schreiben. Es ist eine Art Arbeitsbuch, das mit Übungen und Affirmationen hilft, sich zu lieben und wertvoll zu fühlen.
Denke immer daran, dass du mit deinen Gedanken Menschen und Umstände in dein Leben ziehst. Wenn du dich immer klein machst oder dich oft nicht gut genug fühlst, dann wird das Universum dir noch öfter Situationen vorbeischicken, in denen du dich wertlos fühlen darfst. Vielleicht helfen dir folgende Artikel: Where your focus goes, energy flows oder Die Macht der Gedanken.

Only you are you and that is your power.

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2 Comments

  • Reply Bina Nöhr 29. Oktober 2017 at 8:28 pm

    Dein Post spricht mir gerade so aus der Seele. Gerade in den letzten Tagen war mein Selbstbewusstsein ordentlich angeknackst und es ist harte Arbeit, sich wieder aus einem Tief zu ziehen und gut zu sich selbst zu sein. Deswegen freue ich mich sehr über deinen Post.
    Liebst,
    Bina von stryleTZ

  • Reply Mira 28. Oktober 2017 at 7:54 pm

    Liebe Justine,
    wunderschöne starke Worte! Ich finde das ist so ein wichtiges Thema!
    Ich habe früher immer ganz große Komplexe mit meinen Beinen gehabt. In der Schule habe ich eigentlich immer meine Beine mit denen von anderen Mädls verglichen. Das hat mein Selbstwertgefühl wirklich zum Knacksen gebracht. Tatsächlich komm ich mit dem Thema (also mit meinen Beinen) erst seit ein oder zwei Jahren wirklich klar. Und ich denke doch, das Social Media da eine positive Auswirkung auf mich hatte. Denn im normalen Leben sagt dir niemand, dass deine Beine „genug“ sind. Das wurde mir wirklich erst vor nicht zu langer Zeit bewusst.

    Alles Liebe,
    Mira

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