Eco, Health Talk

#HealthTalk: Wie Bitterstoffe deine Verdauung verbessern

Schon lange wollte ich euch mehr über Bitterstoffe erzählen und warum diese ein wichtiger Teil meiner Ernährung sind. Nun ist es soweit!

 

Wir haben’s bitter nötig! Alles, was du über Bitterstoffe wissen musst:

Früher hat man Bitterstoffe ganz automatisch zu sich genommen. Bis in’s 20. Jahrhundert haben Menschen oft große Mengen an Bitterstoffen durch bitterstoffhaltige Salate, Gemüse und Wildpflanzen zu sich genommen. Salate, die einst sehr bitter geschmeckt haben, schmecken heutzutage deutlich milder oder sogar kaum mehr bitter. Mit der Zeit wurden diese Bitterstoffe nämlich aus unseren Pflanzen herausgezüchtet, da der Mensch ganz einfach ungern bitter isst. Wir sind auf süß, salzig und sauer getrimmt. Bitteres lehnen wir meist eher ab. Während man früher also automatisch Bitterstoffe zu sich genommen hat, sieht es heutzutage etwas anders aus.

 

Welche Pflanzen enthalten Bitterstoffe?

Artischocke

Rucola

Chicorée

Löwenzahn

Scharfgabe

Wermut

Enzianwurzel

Echter Engelwurz

Ingwer

Wacholder

Galgantwurzel

uvm.

 

Warum sind Bitterstoffe so gesund?

Bitterstoffe sind unheimlich gesund und fördern unseren Verdauungsprozess, schmieren und ölen – einfach gesagt – unseren Verdauungsapparat. Es ist wichtig, dass wir uns um die Gesundheit unseres Darms kümmern, denn wenn dieser all seinen Aufgaben nachgehen kann und gesund ist, hat das eine direkte, postive Auswirkung auf unseren gesamten Organismus. Ein Verdauungsapparat, der nur mittelmäßig funktioniert, kann auf Dauer zu einer Vielzahl gesundheitlicher Probleme, wie Allergien, Intoleranzen, chronischen Entzündungen, Akne, uvm. führen. Unser Immunsystem ist beispielsweise sehr stark an unseren Darm geknüpft, denn hier laufen viele Abwehrreaktionen ab. Etwa 80% der Immunzellen sitzen im Darm!

Da Bitterstoffe den gesamten Verdauungstrakt tonisieren, anregen und kräftigen, können natürlich auch Menschen, die mit Themen wie Blähungen, Aufstoßen, Völlegefühl, Verstopfung, Störungen der Gallenblasen- und Bauchspeicheldrüsenfunktion, Leberfunktionsschwäche konfrontiert sind, enorm von einer Zufuhr von Bitterstoffen profitieren. Dem Phänomen der Essattacken oder dem unstillbaren Hunger auf Süßes, kann oft mit einer regelmäßigen Zufuhr von Bitterstoffen Abhilfe geschaffen werden. Denn in einigen Fällen fehlen dem Körper hier schlicht und einfach die Bitterstoffe.

Bitterstoffe stimulieren jedoch nicht nur unsere Verdauung, sondern haben auch einen positiven Effekt auf unseren Säure-Basen-Haushalt, unser Herz-Kreislauf-System und unser Nervensystem.

Abgesehen davon unterstützen sie unsere Leber. Die Leber ist unser wichtigstes Entgiftungsorgan und hilft uns Giftstoffe aus dem Körper abzutransportieren. Eine Kur mit Bitterstoffen oder, noch besser, die regelmäßige Zufuhr von Bitterstoffen unterstützt die Leber ungemein bei ihren Aufgaben.

Bitterstoffe sind, kurz gesagt, wichtige sekundäre Pflanzenstoffe, die für eine rasch einsetzende Verdauung und damit auch für ein schneller einsetzendes Sättigungsgefühl sorgen.

Aber Achtung! Bitterstoffe sollten nicht aus Prinzip erst dann in den Speiseplan integriert werden, wenn es bereits gesundheitliche Probleme gibt. Sondern bereits vorher, um den Körper optimal zu unterstützen, Teil der Ernährung sein.

 

Bitterstoffe entfalten ihre Wirkung bereits im Mund

Wenn du bittere Lebensmittel zerkaust oder Bittertropfen zu dir nimmst, reagiert dein Körper sofort. Der Körper weiß also bei der ersten Berührung, dass da Bitterstoffe im Anmarsch sind und bereitet sich vor. Denn sobald Bitterstoffe unsere Zunge berühren, werden Magen, Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse stimuliert. Diese beginnen dann sogleich mit der Sekretion von Verdauungssäften- und enzymen. Diese wiederum sind deshalb wichtig, weil sie uns bei der Aufnahme und auch bei der Verwertung von Nährstoffen helfen. Die Resorption der „guten“ Nährstoffe und der Abtransport der „schlechten“ sollte somit einwandfrei funktionieren.

 

Bitterstoffe in die Ernährung integrieren

Um diesen Prozess zu unterstützen, muss man nichts weiter tun, als bittere Lebensmittel in den Speiseplan integrieren. Viele schaffen es jedoch, nicht jeden Tag ausreichend bittere Lebensmittel zu sich zu nehmen. Deshalb empfehle ich zusätzlich Bittertropfen. Es gibt die bitteren Tinkturen mit Auszügen von Pflanzen, die Bitterstoffe enthalten, von den verschiedensten Marken. Achtet bei einem solchen Präparat einfach auf eine hochwertige Bio-Qualität und darauf, dass die Tinktur eine gute Mischung an Bitterpflanzen enthält. Alternativ kann man natürlich auch verschiedene Tinkturen kombinieren. Diese werden traditionell mit Alkohol hergestellt. Jedoch gibt es auch welche ohne Alkohol mit Glycin.

Es gibt letztendlich fünf gängige Möglichkeiten Bitterstoffe zu sich zu nehmen:

– Direkt über die Pflanze (Chicorée-Salat beispielsweise).

– Durch Tinkturen mit Auszügen von verschiedenen Pflanzen. Beispielsweise von Sonnenmoor oder BitterLiebe.

– Mit Pulver aus Kräutern/Wurzeln, die Bitterstoffe enthalten. Dieses kann man dann zum Smoothie hinzufügen. Beispielsweise das Pulver von BitterLiebe.

– Mit Tees (Löwenzahn beispielsweise) oder Tee-Mischungen. Beispielsweise der Frei von der Leber Weg Tee von Sonnentor.

– Mit bitteren Gewürzen oder Gewürzmischungen Gerichte verfeinern. Beispielsweise das Bitter-Basengewürzpulver von Sonnentor

 

Bitterstoffe entfalten ihre Wirkung übrigens dann ideal, wenn die Ernährung überwiegend basisch ist.

 

Wie funktioniert die Umsetzung im Alltag am besten?

Ich empfehle, regelmäßig Bitterstoffe durch Rucola, Löwenzahn und Chicorée zu sich zu nehmen. Das funktioniert wunderbar, indem man sie, lecker mariniert, zu einer pikanten Bowl isst oder daraus einen Salat zubereitet. Achte aber darauf, dass die Pflanzen wirklich bitter schmecken und nicht zu mild. Hier kommt ihr zu einem köstlichen Brotsalat-Rezept mit Rucola und Chicorée. Es lohnt sich außerdem, das eine oder andere bittere Gewürz regelmäßig zu verwenden. Du kannst eine Gewürzmischung nutzen oder selber machen, die nur ein paar bittere Kräuter enthält, falls dir eine reine Bitter-Mischung zu heftig ist.

Wenn du gerne Smoothies trinkst, kannst du außerdem Bitterpulver zu deinen Smoothies hinzufügen oder eine Mischung, die eben unter anderem Bitterstoffe enthält.

Ansonsten empfehle ich eine Tinktur aus Bitterkräutern- und Wurzeln. Diese kannst du dann 1-3x täglich vor einer Mahlzeit zu dir nehmen und somit die Produktion der Verdauungssäfte auf natürliche Weise anregen und deinen Darm bei seiner Tätigkeit unterstützen.  Die Tinkturen sind eine wirklich beliebte und gängige Methode, die Ernährung deutlich bitterer zu gestalten.

Bitterstoffe in sein Leben zu integrieren ist reine Gewohnheitssache und wirklich sehr easy umsetzbar. Versprochen!

 

Warum es mit Rucola aus dem Supermarkt nicht getan ist

Ein gutes Beispiel dafür, wie Bitterstoffe aus Pflanzen gezüchtet werden, ist Rucola.

Ich will gar nicht all die (in Plastik verpackten) Rucola Salate, die man so im Supermarkt erstehen kann, in einen Topf werfen. Denn natürlich gibt’s da Qualitätsunterschiede. Doch ganz generell kann man schon sagen, dass Rucola aus dem Supermarkt meist nach wenig bis gar nichts, geschweige denn bitter schmeckt. Das liegt daran, dass, wie oben erwähnt, die Bitterstoffe oft ganz absichtlich aus den Pflanzen herausgezüchtet wurden, damit wir Konsument*innen nichts bitteres essen „müssen“. Wenn man also Rucola isst, der so gut wie gar nicht bitter schmeckt, dann sind da halt auch tatsächlich kaum mehr Bitterstoffe drin. Deine Geschmacksnerven sind da eigentlich der sicherste Indikator.

Ich glaube erst seit wir samstags immer auf dem Bauernmarkt einkaufen, ist uns bewusst, wie Rucola wirklich schmeckt. Denn der Rucola, den wir dort erstehen, schmeckt so viel intensiver und eben auch bitterer, als der aus dem Supermarkt.

 

 


Ihr Lieben! Ich hoffe der Artikel war interessant für euch. Das Wissen habe ich aus verschiedenen Artikeln zusammengetragen, die ich im Laufe der letzten Jahre gelesen habe. Außerdem habe ich bei der Wildkräuterwanderung letztes Jahr viel zum Thema Bitterstoffe lernen dürfen.

 

Previous Post Next Post

You Might Also Like

2 Comments

  • Reply Tina 26. April 2020 at 11:20 am

    Was für ein tiefgründiger Bericht. Habe ihn quasi verschlungen. Man sieht, dass du Ahnung hast 🙂
    Liebe Grüße
    Tina von wimpernverlängerung Salzburg

    • Reply Justine 26. April 2020 at 12:27 pm

      Danke dir Tina, das freut mich 🙂

    Kommentar verfassen