Brainfood, Fact Friday

#FactFriday: Das Korallensterben und seine Auswirkungen

[Ein bisschen Bildung am Freitag – 2 Minuten Lesezeit] Korallensterben findet weltweit im großen Ausmaß statt und das ist ein gewaltiges Problem. Korallenriffe sehen nicht nur hübsch aus, sondern schützen unsere Küsten vor Abtragungen und Abschürfungen durch Wasser, Wind und tropische Stürme. Riffe leiten Strömungen und schützen somit die Küsten. Fällt das weg, werden die Meere unberechenbarer – Küstenbewohner leben gefährlicher. Doch damit nicht genug. Durch die Erderwärmung, die in dieser Sekunde von Statten geht und die Verschmutzung und Versauerung der Meere, stehen die Korallen immer mehr unter Stress. 

Das führt dazu, dass sie die Algen abstoßen (diese sind sehr abhängig von der kleinsten Temperaturschwankung des Wassers), die auf den Korallen leben, sie mit Nährstoffen versorgen und für die schillernde Farbe der Korallen – wie man sie aus Büchern und Dokus kennt – verantwortlich sind. Dadurch wird das weiße „Skelett“ der „verhungerten“ Korallen sichtbar, genannt wird dieses Korallenbleiche. Folge: Sie werden nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und sterben ab. In den  80er Jahren wurde die Bleiche schon vereinzelt beobachtet und als erstes Anzeichen der globalen Erwärmung gesehen. Die erste Massen-Korallenbleiche gab es 1998. Aktuell tritt sie weltweit auf, da sich die Temperatur verändert hat (Erderwärmung führt zu Ozeanerwärmung) und die Verschmutzung der Meere sehr stark zugenommen hat. Das wiederum hat verheerende Folgen für diverse Ökosysteme. Die Artenvielfalt nimmt stark ab, denn Korallen dienen als Nahrungsquelle für Fische, Muscheln und Co. – und sind Lebensraum von mehr als einer Million Arten. Könnt ihr euch das vorstellen?  Laut der UNESCO werden bis 2100 fast alle Riffe ausgestorben sein, wenn sich der Temperaturanstieg und der weltweite CO2-Ausstoß nicht drastisch verlangsamt. Doch es ist bereits akut. Etwa die Hälfte aller Riffe weltweit sind bereits abgestorben und diese Verwandlung ist nur innerhalb der letzten Jahrzehnte passiert. Manche Riffe sind so gut wie komplett weg. Beispiel aus dem Film Chasing Coral: Korallen im Carysfort Rief in Florida: Im Vergleich zu 1975 gibt es nur mehr etwa 1 % der Elchgeweihkorallen, von denen es dort vor 40 Jahren nur so wimmelte. In Florida sind bereits 80-90% der Riffe abgestorben. Korallen tragen einen fundamentalen Teil dazu bei, dass das maritime Ökosystem funktioniert. Was heißt beitragen, sie SIND ein fundamentaler Teil des Ökosystems, das unsere Erde und uns Menschen am Leben hält. Die Ozeane steuern das Wetter, das Klima und sogar den Sauerstoff, den wir atmen. Wenn der Ozean krank ist, kann die Erde nicht gesund sein. Sterben Korallen ab, gerät einiges ins Ungleichgewicht (siehe oben). Etwa 25% der Meeresflora und -fauna ist von den Korallen abhängig. Arten sterben ab, diese wiederum fehlen als Futterquelle für größere Meeresbewohner und so geht es dann immer weiter. Eine ökologische Kettenreaktion ist im Gange. Alles steht miteinander in Verbindung. 

Das Lebewesen Koralle kurz erklärt: Im Inneren besteht eine Koralle aus tausenden kleinen Polypen, umgeben von Tentakeln – insgesamt verfügt die Koralle über Millionen davon. Deren Gewebe ist wiederum besetzt von Mikroalgen, Millionen pro Quadratzentimeter. Diese Symbiosealgen sind nichts anderes als die Lebensmittelfabrik für die Korallen. Sie können nicht ohne einander existieren. 

Wusstest du, dass synthetische Sonnencreme, die durch all die Menschen, die im Meer schwimmen, an die Korallen gelangt, ein weiter Grund fürs Korallensterben ist? Diese synthetischen Stoffe können nicht abgebaut werden und tragen ihren Teil zur Korallenbleiche bei. Es gibt Sonnencremes auf mineralischer Basis, die den Riffen nicht schaden.

Lasst uns noch verstärkter über den Klimawandel aufklären und aktiv werden!

Interessante Doku: Seht euch unbedingt die Doku Chasing Coral auf Netflix an! Hier wird verdeutlicht, wie akut das Korallensterben ist.. Die Crew hat innerhalb von 3 Jahren die Riffe von 21 Ländern erfasst und es ist einfach nur schlimm, mitanzusehen, wie wir den Planeten und all sein Leben zerstören. Schon nach acht Minuten musste ich weinen. Großer Film-Tipp!

Quellen:
Utopia, Peppermynta, Doku: Chasing Coral auf Netflix

 

 

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3 Comments

  • Reply andreaandcoco 27. Januar 2019 at 12:30 am

    Toller Post! Bei meiner Sonnenpflege werde ich dieses Jahr umsteigen und die Augen offen halten. Das wusste ich nämlich noch nicht 🙁

  • Reply Aline 12. Januar 2019 at 3:36 pm

    Danke für diesen tollen und wichtigen Beitrag!!!

    • Reply Justine 15. Januar 2019 at 4:42 pm

      Danke dir für dein Feedback liebe Aline 🙂

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