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Einfach gekündigt – Fazit nach einem Jahr Fulltime Selbstständigkeit [+ eure Fragen, meine Antworten]

Vor knapp vier Jahren habe ich den Blog gestartet. Vor etwa drei Jahren habe ich mein Gewerbe angemeldet und seit genau einem Jahr bin ich hauptberuflich selbstständig. Ohne zu viel nachzudenken, habe ich einfach gekündigt. Zu der Zeit habe ich noch viel zu wenig mit dem Blog verdient, aber ich wusste, es ist die richtige Entscheidung. Den scheinbar richtigen Moment hätte es vielleicht nie gegeben. Diese kleine, vermeintliche Sicherheit namens Teilzeitjob hinter mir zu lassen, war das beste, was ich hätte machen können. Ich wollte meine Lebenszeit nicht weiter verschwenden, in einem Job, der mich null erfüllt hat. Ich habe meine Energie zu 100% auf den Blog gerichtet und obwohl ich gar nicht viel mehr Stunden investiert habe, als vorher (denn auch vorher habe ich schon mindestens 40 Stunden pro Woche am Blog gearbeitet), lief er immer besser und besser. Ich habe endlich genug Geld verdient, um davon zu leben und ich fühlte mich vom ersten Tag meiner Entscheidung bis jetzt immer zu 100% bestätigt, das Richtige getan zu haben. Ich denke mir, wenn nicht jetzt, wann dann? Ich habe weder Verantwortung für einen Hund, noch für Kinder*. Ich trage nur für mich Verantwortung und ich bin in der privilegierten Lage zu sagen, dass ich nicht unter der Brücke lande, wenn ich es nicht schaffe, genug zu verdienen. Mein Freund, meine Familie und der Sozialstaat Österreich würden mich am Ende, wenn alles schief geht, zumindest zeitweise auffangen. Es ist nicht so, dass alle rund um mich so viel verdienen, dass es nicht auffällt, ob ich miterhalten werde, es ist aber in unseren Breitengraden schlicht so, dass einem nicht richtig, richtig viel passiert, wenn man mal richtig, richtig pleite geht (global betrachtet). Trotzdem fühlt es sich auch jetzt noch manchmal total verrückt an, selbstständig mit meinem eigenen Business zu sein! 

*Was natürlich nicht heißt, dass man es nicht wagen sollte, wenn man Kids hat. Ist einfach nur eine etwas andere Ausgangslage.

„But what if I fall? Oh, but my Darling, what if you fly?“

Selbstständigkeit bringt mich an meine Grenzen, macht mich glücklich, macht mich wahnsinnig, lässt mich meine Kreativität ausleben. Sie gibt mir den Raum, den ich für mich und meine Heilung brauche, lässt mich zurückziehen, wenn ich es brauche. Selbstständigkeit wirft so viele Themen und Fragen auf. Ängste kommen zum Vorschein. Man kann so gut an sich arbeiten, so viel über sich lernen. Selbstständigkeit lässt mich immer Lösungen für Probleme finden. Selbstständigkeit zeigt mir, dass es in Ordnung ist, nicht alles zu können. dass man Hilfe annehmen darf. Selbstständigkeit bedeutet für mich Freiheit. Das zu tun, was ich liebe, meine Lebenszeit mit dem zu füllen, für das ich brenne. Selbstständigkeit bedeutet für mich ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Wie fandest du den Mut, dich selbstständig zu machen und zu kündigen?

Das sind zwei verschiedene Fragen, ich teile mal in 1) und 2) auf.

1. Mit dem Blog habe ich vor knapp vier Jahren gestartet und mich vor etwa drei Jahren selbstständig gemeldet. Ich wusste einfach schon immer, dass ich mal selbstständig sein will. Dass ich es dann als Bloggerin sein werde, hab ich natürlich nicht gewusst. Aber es hat mir Spaß gemacht und ich habe gesehen, dass andere damit Geld verdienen, also hab ich einfach mein Gewerbe angemeldet. Das war keine große Sache und ich hab mich auch nicht wirklich mutig gefühlt in dem Moment. Für mich hat es sich richtig angefühlt, die Selbstständigkeit anfangs einfach mal neben einem Job laufen zu lassen – ich hab ja auch noch nichts verdient mit dem Blog. Das ist eine tolle Möglichkeit, um einfach reinzuschnuppern und zu schauen, ob es was für einen ist und der Druck damit „Geld verdienen zu müssen“ fällt weg.

„Ich denke für manche ist die Selbstständigkeit einfach das Richtige, während andere in einem fixen Arbeitsverhältnis total aufblühen. Wenn du aber fühlst, dass du mehr willst, dass du dein eigenes Ding aufbauen willst, dann lass dich nicht davon abhalten und lege los. Egal was andere davon halten. Egal wie herausfordernd es sein kann. Es ist dein Leben. Es ist deine Zeit und es ist dein Traum.“ 

– Klingt cheesy, ist aber, was ich denke!

2. Um ehrlich zu sein, war die Angst davor, meine Zeit weiterhin in einem Beruf zu verschwenden, der mich null erfüllt, so groß, dass es mir im Endeffekt wirklich leicht gefallen ist. Der Drang, da nicht mehr hinzugehen, war so groß, dass ich kaum Mut brauchte. Ich habe aber nicht von heute auf Morgen gekündigt. Ich habe mich schon eine ganze Zeit lang nicht mehr richtig wohl gefühlt in meinem Teilzeitjob und ich wusste, der Blog hat Potenzial, aber nur wenn ich da auch meine ganze Kreativität reinstecke. Viele bauen einen wahnsinnig tollen Blog neben einem 40h Vollzeitjob auf. Keine Ahnung wie das möglich ist. Jedenfalls wusste ich, ich will da nicht mehr hin und dann habe ich gesagt, ich ziehe es noch 3 Monate durch, weil ich das Geld brauche und dann bin ich weg. Ich habe dann Anfang 2018 gekündigt, nur noch 2 Monate weitergearbeitet und ab 1. März 2018 war ich ganz frei. Es hat sich wirklich wie die pure Freiheit angefühlt. Das, was ich bis dahin 40 Stunden nebenbei aufgebaut hatte, machte ich von nun an hauptberuflich.

Welchen Job hast du gekündigt?

Ich habe in einem kleinen Einrichtungsgeschäft circa 20 Minuten zu Fuß von mir zuhause gearbeitet. Ich hab zwar nur ein paar Stunden pro Woche dort gearbeitet, aber es waren im Endeffekt mindestens drei Nachmittage oder mehr, an denen ich dort war und das ist schon ganz schön aufwendig. 

Hast du abgewägt, was mehr Sinn macht, oder ging es einfach nicht mehr anders, als zu kündigen?

Es ging einfach nicht anders! Der Job war nur als Überbrückung gedacht und diese Überbrückungszeit war dann nach 2,5 Jahren längst vorbei! Klar, hätte ich noch jahrelang „ausharren“ können, aber das hätte die Sache nicht besser gemacht.

Was hast du davor beruflich gemacht und wäre es eine Option gewesen, zurückzugehen?

Nein, das wäre keine Option gewesen. Ich habe vorher ewig lang als Babysitterin gearbeitet, was ich keinesfalls nochmal machen würde. Außerdem habe ich eine Zeitlang Networkmarketing gemacht, was klasse war, aber was ich auch keinesfalls wieder machen wollte. Und in das Einrichtungsgeschäft kann und will ich auch nicht mehr zurück. 

Du hast die Sicherheit „Job“ hinter dir gelassen. Kann man sich als Selbstständige/r überhaupt „sicher“ fühlen?

Klar, mir hat ein fixes Einkommen gefehlt und mit der Selbstständigkeit kam dann auch ein ziemlich hoher Betrag auf mich zu, den ich vierteljährlich an die Sozialversicherung zahlen muss. Aber eigentlich habe ich mich nicht so gefühlt, als würde ich eine Sicherheit hinter mir lassen. Ich fühle mich jetzt als Selbstständige sehr sicher, sogar sicherer als mit Job. Weil mir der Job einfach am Ende so ein dermaßen blödes Gefühl gegeben hat. Nun habe ich das Gefühl, dass ich immer alle Challenges meistere und in meinem Hirn ist fest verankert, dass ich genug Geld verdiene, um mir mein Leben zu leisten. Der Glaubenssatz hat sich einfach festgesetzt. Schön wär’s, wenn auch mal ein größerer Urlaub oder so drin wäre, aber daran arbeite ich noch. 
Und was ist schon Sicherheit? Auch als Angestellter kann man gekündigt werden. Die Firma kann pleite gehen. Wenn du zu lange im Krankenstand bist, kann es Probleme geben usw. Es gibt glaube ich Sicherheit, die man aus Angst sucht und Sicherheit, die man aus Stärke spürt. Ich versuche, mich darauf zu konzentrieren.

Wie gehst du mit Stress um? Bedeutet Selbstständigkeit mehr Stress? Fühlst du dich unter Druck gesetzt?

Druck und Stress sind tatsächlich zwei größere Themen in meinem Leben, an denen ich schon länger gezielt arbeite. Mit Meditation, mit meiner Kinesiologin und auch andersweitig. Es wird besser!
Ich kann zB. relativ gut (und meist sehr entspannt) mit Stress von außen umgehen, mache mir aber in mir drin oft „unnötigen“ Stress.
Immer unter Stress und innerem Druck zu stehen ist bspw. nicht normal. Entweder man muss was an den äußeren Umständen ändern und/oder in sich drinnen. Kommt auf die Situation an. Ich bin beispielsweise weniger gestresst, seit ich Vollzeit selbstständig bin. Andere sind vielleicht eher prädestiniert dazu, gerade in der Selbstständigkeit sehr gestresst zu sein. Da kann es auf so viele Faktoren ankommen: Das Gewerbe, wie du organisiert bist, zusätzlicher familiärer Stress, wie du auf Probleme reagierst usw. 

Aber kommen wir nochmal zur Frage zurück, wie ich mit Stress umgehe. Im Alltag: Weniger Multitasking, mehr Single Tasking, mehrere handyfreie Phasen pro Tag, Elektronik-freie-Phasen, Sport, jeden Morgen Meditation, Spaziergänge (in der Natur, ohne Handy), To-Do-Listen und was mir noch sehr hilft: Einige Beiträge schon länger im Voraus fertig haben. Also vorarbeiten. Das ist nicht immer möglich, aber oft!

Ich muss schon sagen, dass das eines der Themen ist, die etwas tiefer sitzen. Deshalb habe ich mir eben zusätzlich noch „professionelle“ Hilfe geholt. Gemeinsam arbeiten wir das gut auf. Stress sollte ganz einfach nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn er kann eine Übersäuerung des Körpers herbeiführen und die Ursache für verschiedene Krankheiten sein.

Woher nimmst du deine Kreativität?

Die kommt und geht in Wellen, würde ich sagen. Mal hab ich viele Ideen, die schreibe ich dann alle auf (für ’schlechtere‘ Kreativzeiten). Mal habe ich aber auch weniger. Aber so eine Grund-Kreativität ist immer da! Inspirationsquellen: Bauernmarkt, beim Kochen, Pinterest und Blogger wie My New Roots & The Finest Mess.

Fällt es dir schwer, abzuschalten?

Ja, manchmal schon. Als Selbständiger arbeitet man halt selbst und ständig. Deshalb fällt es mir manchmal richtig schwer, innerlich auf Pause zu drücken. Handyfreie Phasen, kochen, meditieren, malen, keine Elektronik direkt nach dem Aufstehen, Spaziergänge usw. helfen aber auf jeden Fall!

Wie strukturierst du deinen Tag?

So gut wie gar nicht. Ich hab’s probiert, aber Struktur und ich sind keine Freunde. Was wirklich gut klappt, ist es eine Morgenroutine einzuhalten. Die ist ein Muss, sonst starte ich total merkwürdig in den Tag. Die Morgenroutine ist immer ein wenig anders, aber auch sehr ähnlich. Beispiel: Handyfreie Zeit, Meditation, Visualiserung, Dankbarkeitsliste, 10 Minuten in einem sinnvollen Buch lesen, Wasser trinken, Selleriesaft vorbereiten, etc. Die Routine gibt mir einen guten Start in den Tag. Es ist nicht so, dass ich um 10:00 perfekt angezogen (ich arbeite fast immer im schlimmsten Schlabberlook) am Schreibtisch sitze und dann bis 11:00 Mails beantworte. Dann von 11:15-14:00 ein Rezept kochen und fotografieren, dann eine kleine Pause machen, dann von 14:30 bis 15:00 Kommentare beantworten und von 15:00-16:00 Fotos bearbeiten. 16:30-18:00 recherchieren und Texte schreiben. Ich mache mir in der früh eine To-Do-Liste und die versuche ich, abzuarbeiten. Klappt so semigut, weil dann noch andere Aufgaben dazukommen oder die Lust für eine Sache fehlt, die auf der Liste ist, dafür die Motivation für eine Sache, die nicht drauf steht groß ist.

Meistens richte ich mich nach dem, was ich in dem Moment tun will. Im Endeffekt funktioniert das am Besten, weil ich darauf Lust habe und die Sache dann einfach fließt. Klar gibt’s genug Sachen, die ich nicht so gerne mag und trotzdem tue. Da gehört dann halt Disziplin dazu, dass ich sie nicht zu lange vor mir her schiebe.

Außerdem gibt es auch immer andere Sachen zu tun – Outfit-Shootings, Rezept-Shootings, Recherchen und Co in eine Struktur zu pressen, ist teilweise echt nichtmal möglich.

Wie organisierst du dich?

Ich habe unendlich viele Listen. Listen zu verschiedensten Themen, zu Blogbeiträgen, Fact Fridays, bezahlten Kooperationen, Monatslisten, Wochenlisten usw. (fast alle auf Wunderlist – riesige Empfehlung!!) und die helfen mir, einigermaßen organisiert zu sein und einen Überblick über anstehende To-Dos zu behalten. Trotzdem ist meine Zettelwirtschaft zu groß. Am Ende ist aber fast alles rechtzeitig fertig. Wenn ich es abgesehen von bezahlten Kooperationen mal nicht schaffe, Beiträge rechtzeitig fertig zu kriegen, geht die Welt nicht unter. Aber meistens schaffe ich drei Beiträge pro Woche, manchmal sogar vier.

Was hat dir am meisten in finanzieller Hinsicht geholfen? (Steuern, Regeln, etc.)

Alex kennt sich mit Steuern aus. Man muss Kunden gewinnen und schauen dass genug reinkommt. Wie eine richtige Power Business Frau agieren, informieren, wenn man etwas nicht weiß, mit Anderen austauschen und nicht trödeln. Ein kostenloses Beratungsgespräch in der Wirtschaftskammer hat mir am Anfang meiner Selbstständigkeit ebenfalls geholfen und alle offenen Fragen geklärt.

Gab es eine Situation, einen Tag X, an dem du dich entschieden hast?

Nein. Der Gedanke, dass mir meine Zeit zu schade ist, hat sich einfach immer mehr gefestigt und irgendwann ging es nicht mehr anders. Ich wurde in meiner Entscheidung aber immer mehr bestätigt, denn meine Chefin hat mir irgendwie nicht mehr so richtig Wertschätzung entgegengebracht und das hat mich dann nur weiter ermutigt, den Job an den Nagel zu hängen.

Hast du Kurse zum Thema Selbstständigkeit belegt? Bzgl. Steuern usw.?

Nope. 

Wie hast du das mit der Gewerbeanmeldung geregelt?

Das habe ich nicht erst 2018 gemacht, sondern schon früher, als ich gesetzlich dazu verpflichtet war. Ich habe einen Termin bei der Wirtschaftskammer ausgemacht, hatte ein einstündiges, kostenloses Aufklärungsgespräch und dann habe ich mein Gewerbe angemeldet. 

Welche Kosten sind mit der Selbstständigkeit verbunden?

Das ist je nach Selbstständigkeit sehr, sehr unterschiedlich. Man hat einige regelmäßige und auch einige einmalige Kosten durch Equipment (Kamera, Laptop, etc.), Betrag an die Wirtschaftskammer, WordPress, Steuern, Versicherung, etc. Es hängt auch irrsinnig davon ab, in welchem Land man ist (Österreich, Deutschland, …) und was man sonst noch so verdient.

Wie motivierst du dich zu den unschönen Aufgaben?

Ich mache sie einfach, ohne groß nachzudenken. Oder ich schiebe sie tagelange vor mir her und mach sie erst dann, haha. Mit einem leckeren Matcha Latte erledigt sich auch alles gleich ein paar Prozent leichter!

Tipp: Gleich in der Früh nach oder während der Morning Routine eine Sache erledigen, die man so gar nicht machen mag oder vor sich herschiebt. Funktioniert sehr gut und befreit einen sehr.

Wie viele Follower hattest du, als du Bloggen zu deinem Hauptberuf gemacht hast?

Puh, ich weiß es nicht 100%ig. Ich glaube 18.000 oder 19.000 auf Instagram.

Hast du ein sicheres, monatliches Gehalt oder schwankt es stark?

Es schwankt sehr stark.

Was ist deine offizielle Berufsbezeichnung?

Bloggerin. Aber bei der Wirtschaftskammer musste ich mich als „Werbeagentur“ eintragen. Auf unserer Haustür steht also: Justine Siegler, Werbeagentur. Ich werbe dafür, die Welt zu retten, sozusagen.

Selbstständigkeit bedeutet extrem viel Selbstdisziplin und Bürokratie, oder?

Ja, Selbstständigkeit bedeutet extrem viel Selbstdisziplin. Man muss natürlich nicht 24/7 ultra diszipliniert sein – bin ich nicht – aber man muss schon abliefern und das teilweise eben auch zu vorgegebenen Zeiten. Die Arbeit erledigt sich nicht von alleine und wenn mir die Disziplin fehlen würde, all die Aufgaben zu erledigen, zu denen ich weniger Lust habe, und generell alles einigermaßen rechtzeitig fertig zu kriegen, dann gäbe es den Blog sicherlich nicht. Außerdem kann man viele Sachen nicht einfach machen, sondern sie sollten dann auch richtig gut werden. Bezüglich Bürokratie ist es eigentlich überschaubar. Alex hat mir am Anfang alles erklärt und das Gespräch bei der Wirtschaftskammer (in Deutschland IHK) war gut. Danach wusste ich, wie man Rechnungen schreibt und was in meine Buchhaltung muss. Eine richtig komplizierte Buchhaltung und Bilanz müssen in der Regel nur GmbHs, AGs und große Unternehmen erstellen.

Was genießt du an der Selbstständigkeit am meisten?

Dass ich mich kreativ entfalten kann. Dass ich über das schreiben kann, was mir am Herzen liegt. Dass ich mir meine Zeit frei einteilen kann. Wenn ich mich entscheide, immer montags zu einem Töpferkurs zu gehen und anschließend fünf Stunden durch den Wald zu wandern, dann mache ich das einfach. Sollte ich echt mal machen!! Statt Montag arbeite ich dann halt Sonntag. Zum Beispiel wollte ich letztes Jahr die Weihnachtszeit relativ entspannt genießen. Deshalb habe ich im Oktober und November wie eine Wilde gearbeitet. Der Dezember war dann nicht komplett frei, aber ich musste nur wenige Stunden pro Woche arbeiten.

Wie hast du es geschafft erfolgreich zu werden?

Vieeeel Freude bei meiner Arbeit. Ich brenne für das, was ich tue! Plus: Durchhaltevermögen (wenn es mal schlecht läuft, aber auch genau dann, wenn es gut läuft), ein gewisser Grad an Perfektion, Disziplin, Work-Life-Balance, Energie in Aufgaben stecken, die man gerne macht und auch in solche, die man nicht so gerne tut, Ausgleich durch bewusste Entspannung, viel Austausch mit anderen Blogger*innen, ständiges Wachstum, Fokus auf Lösungen statt auf Problemen, Hilfe annehmen, fortwährende Entwicklung/ Verbesserung und gute Kritikfähigkeit. Und: eine gewisse Grundentspannung, wenn Sachen schief gehen usw.- sich selbst nicht allzu ernst nehmen.
Ich liebe einfach, was ich tue und das ist für mich die Basis um am Ball zu bleiben und weiterzumachen.

Hattest du Kapital, dass dich über Wasser gehalten hat, bis es mit dem Blog lief?

Nein und ehrlich gesagt war das auch nicht notwendig. Sobald ich gekündigt hatte, lief es viel besser mit dem Blog. Ich weiß nicht, woran es genau lag. Dass mein Unterbewusstsein wusste, dass ich das Geld brauche und ich es jetzt eben über den Blog holen muss, dass ich meine Energie zu 1000% auf den Blog gerichtet habe oder dass ich total positiv und ohne Angst in die 100%ige Selbstständigkeit reingegangen bin und einfach wusste, dass ich das irgendwie schaffe und auch das mit dem Geld hinkriege – das alles sind mögliche Gründe.

Ich weiß genau was ich will, habe aber Angst davor, zu starten. Hast du einen Rat?

Einfach machen. Ich weiß, das klingt nicht nach einem echten Ratschlag. Aber wenn du tatsächlich weißt, was du willst und dir nur die Angst im Weg steht, dann würde ich es einfach tun, ohne nachzudenken. Klar, ein bisschen Angst hatte ich auch, aber die verflog sehr, sehr schnell.

Oft kann man auch einfach mal beginnen, ohne ein Risiko eingehen zu müssen und seinen Job an den Nagel zu hängen. Wer Autor werden will, kann sich mal ein Konzept überlegen, kann zu schreiben beginnen und vielleicht sogar einen Verlag suchen. So geht das bei vielen Sachen, wenn man plant, kleiner zu starten. Bei anderen Sachen, wie einem Startup, an dem gleich fünf Leute mitgründen oder etwas, das wirklich 40-80h Deiner Zeit pro Woche braucht, geht das dann nicht mehr. Aber auch hier kann man erstmal ein Team suchen, auf Events gehen und schauen, was so geht, bevor man den nächsten Schritt wagt, der dann oft einfacher fällt.

Natürlich kann es auch sein, dass deine Angst extrem tief sitzt und dich total blockieren würde, auch wenn du versuchst, sie zur Seite zu schieben und einfach zu machen. Wenn es also ein tiefer sitzendes Problem ist, also wirklich Panik oder tief sitzende existenzielle Ängste usw. Dann würde ich die vielleicht zu erst einmal mit einer Kinesiologin, mit einer Hypno-Therapeutin oder wem auch immer anschauen. Blockaden lösen und dann loslegen. 

Ein bisschen Angst ist aber sicherlich normal, wenn man so einen großen Schritt in seinem Leben tut.

Hast du dich als Selbstständige gemeldet oder arbeitslos?

Selbstständig gemeldet war ich ja schon seit 2016. Als ich gekündigt habe, habe ich mich dann bei der SVA angemeldet, damit sie wissen, dass ich ab jetzt 100% Bloggerin bin. Da ist hauptberuflich selbstständig bin zahle ich einen höheren Betrag an die Sozialversicherung.

Wie gehst du mit Angst/ Überforderung im Arbeitskontext um?

Ich versuche, mich zu beruhigen, mache mir klar, dass am Ende sowieso wieder alles gut wird, wie immer, rufe mir ins Gedächtnis, was ich schon alles geschafft und wie viele Probleme ich gelöst habe. Wenn ich komplett überfordert bin, mache ich vielleicht auch einfach mal einen Tag „blau“ und konzentriere mich auf Selfcare. Wenn dafür keine Zeit ist, dann mache ich mir einen riesigen Schlachtplan mit allen ToDos, nach Priorität geordnet und lege los. Wenn man mal alles, was zu tun ist, vor sich auf dem Tisch liegen hat, ist es meist nicht mehr so schlimm. Überforderung lässt nach.

War Alex‘ Job Situation in der Entscheidung relevant oder du davon komplett unabhängig?

Eigentlich würde ich sagen, dass ich davon komplett unabhängig war. Es geht ja um mein Leben, um mein Glück, um meinen Traum. Aber wenn ich genau darüber nachdenke, dann vielleicht doch nicht. Wenn Alex gaaaar kein Geld verdient hätte zu der Zeit und wir beide eher von meinem Geld abhängig gewesen wären, weiß ich nicht, ob ich es getan hätte. Vermutlich ja, aber ich kann es nicht 100% sagen. Wir helfen uns ganz einfach immer gegenseitig und bauen gemeinsam ein Leben auf. Manchmal borge ich ihm Geld, manchmal borgt er mir Geld. 

Hast du Probleme mit dem Anfangen? Schiebst du Dinge auf? Wie gehst du dagegen vor?

Ich tendiere tatsächlich dazu manche Dinge aufzuschieben. Bisher habe ich es noch nicht wirklich geschafft, dagegen „vorzugehen“. Klappt trotzdem irgendwie alles, halt manchmal etwas später – aber bei den wichtigen Dingen ist eigentlich noch nie etwas verspätet online gegangen oder so! Wie gesagt, ein To Do, das man eher nicht gerne machen mag und aufschiebt, in die Morgenroutine integrieren und dann hat man sogleich in der Früh etwas abgearbeitet. Gibt ein gutes Gefühl!

Wie verdient man Geld mit einem Blog? Machst du auch Aufträge außerhalb des Blogs? Wie genau setzen sich deine Einnahmen zusammen?

Ich werde dafür bezahlt, etwas auf dem Blog oder Instagram vorzustellen. Das ist ganz einfach Werbung und dafür werde ich bezahlt. Diese Postings sind immer mit Werbung gekennzeichnet. Überwiegend sind die Beiträge auf dem Blog aber keine bezahlte Werbung. Ich nehme nur sehr wenige Kooperationen an. Ich schreibe zusätzlich ab und zu einen Artikel für den Blog eines Unternehmens. Zum Beispiel habe ich diesen Artikel über Mandelmilch für Vapiano geschrieben. Das macht aber nur so 5% des Geldes, das ich verdiene aus. 2% macht Bannerwerbung aus. 3-4% macht Affiliate-Verdienst aus. Die restlichen knapp 90% kommen durch bezahlte Beiträge auf dem Blog, bezahlte Instapostings und bezahlte Stories zu Stande.

Wie verbindest du Nachhaltigkeit und Geld über Blog/Werbung?

Ich arbeite nur mit Unternehmen, die in die richtige Richtung denken und tun oder mit denen ich mich (fast) 100% identifizieren kann. Wie gesagt nehme ich sehr wenige Kooperationen an, weil einfach wirklich wenige Brands (die auch Geld haben/es für Marketing durch Blogger*innen ausgeben wollen) zu meinem Blog und meiner Philosophie passen.

Stellst du nur Unternehmen vor, die dich bezahlen?

Nein! Viele Brands, bspw, in Outfit Postings zeige ich einfach, um sie zu unterstützen und erhalte kein Geld. Oftmals erhalte ich ein Kleidungsstück oder leihe mir etwas aus, bekomme aber kein Geld. Auch in meinen Life-Updates und auf Insta-Stories zeige ich immer wieder Produkte (von kleinen Firmen), die mich nicht bezahlen.

Was war dein größter Fehler im Online-Business und was hast du daraus gelernt?

Puh, also einen größten Fehler gab es nicht. Ich weiß nicht, ob es überhaupt „Fehler“ gab. Klar, einiges hätte ich anders machen sollen. Ich habe teilweise so wenig oder gar kein Geld verlangt. Das war vielleicht ein Fehler. Mich aber immer wieder „unter meinem Wert“ zu verkaufen, hat letztendlich dazu geführt, dass ich das nun nicht mehr tue. Ich weiß mittlerweile, was ich und meine Arbeit wert sind. Ein „Fehler“ war sicherlich auch, dass ich Pinterest anfangs gar nicht genutzt habe. Man lernt einfach dazu. Man macht letztendlich ständig viele kleine Fehler und behebt sie wieder, das könnte auch eine passende Beschreibung dafür sein, wie es ist, selbstständig zu sein.

Wie machst du das mit der Krankenversicherung?

Ich zahle einfach einen fixen Betrag an die SVA und habe noch eine Zusatzversicherung bei der UNIQA. Wenn ich mehr verdiene, als meine SVA-Beiträge abdecken, muss ich nachzahlen.

Wo hast du das technische Wissen her?

Ich bin eine technische Null und eine digitale Omi. Aber irgendwie ging das trotzdem alles ganz gut. Die Seite habe ich vor vier Jahren gemeinsam mit Alex und mit Hilfe eines Youtube Tutorials gemacht. Änderungen an der Seite mache ich entweder alleine, mit Hilfe von Alex, mit Hilfe des Support Services oder einem WordPress-Profi. Blogbeiträge hochladen usw. ist pups einfach. Die WordPress-Bedienung ist generell sehr einfach, wenn man sich mal damit auseinandergesetzt hat. Wenn’s ums programmieren geht, bin ich allerdings völlig überfragt. Deshalb habe ich nun schon zwei Mal jemanden bezahlt, der mir bei Änderungen hilft. Wenn ich (hoffentlich) bald das komplette Design des Blogs ändern werde, mache ich das zum Teil alleine und zum Teil mit Hilfe dieses WordPress-Spezialisten, den ich durch HELFERLINE (www.helferline.at, Achtung unbezahlte Werbung für Alex‘ Startup) kennengelernt habe.

Was machst du für die Rente oder für Krankheitsausfälle/Schwangerschaft? Wie sorgst du vor? Wie willst du dein späteres Leben finanzieren? Hast du große Projekte für die nahe Zukunft?

Ich habe einige Projekte im Kopf und TOO COOL FOR CRUEL gibt es ja auch noch. Momentan konzentriere ich mich vor allem auf den Blog und Instagram, aber zukünftig soll auf jeden Fall noch mehr passieren. Ein Kochbuch, vielleicht in 10 Jahren ein Restaurant eröffnen? Ich hab einige Ideen. Aber gerade passt es genau so, wie es ist. 

Für meine Rente oder anderes werde ich vorsorgen, sobald ich mehr verdiene, als ich zum Leben (+ crazy Superfoods, reisen, etc.) brauche.

Hast du von Anfang an Geld verdient mit dem Blog? 

Nein, anfangs habe ich nicht ans Geld verdienen gedacht. Es war einfach ein Hobby. Erst als die Reichweite größer würde, habe ich angefangen, hier und mal da etwas zu verdienen.

Wo lag deine Grenze? Also welche Konstante musstest du erst haben vor dem Kündigen?

Sowas gab es nicht. Ich habe nicht gesagt, mit x Leser*innen und x Follwer*innen mache ich es. Es war meine persönliche Entscheidung ich war mir sicher, dass es klappt.

Machst du deine Steuern selbst? Woher kommt dein Wissen in dem Bereich?

Ich hab keinen Steuerberater. Steuern sind echt ein leidiges Thema. Ich kenne mich kaum aus in dem Bereich, aber da hilft mir Gott sei Dank Alex. Wir setzen uns einen Tag pro Jahr hin, er sagt mir, was ich tun soll (Belege sortieren, etc. – ist nicht schwer, nur zeitaufwendig), ich tue es und dann reichen wir es ein (das wiederum finde ich schwer!). Wenn ich Alex nicht hätte, müsste ich einen Steuerberater zahlen. Klar, Einnahmen & Ausgaben auflisten kann ich selbst, aber das einreichen, müsste er für mich machen. Außerdem muss man relativ genau wissen, was man von der Steuer absetzen darf, wie man Anlagen errechnet und welcher Kostenklasse man das zuordnen muss. Ich habe null Interesse mich damit auseinanderzusetzen. Das ist gar nicht meine Welt und ich will es auch nicht lernen. Wer keinen ‚Alex‘ hat kann aber eben auch einen Steuerberater zahlen. Wenn der einen nur berät und man die beschriebene Arbeit selbst macht, ist das gar nicht so teuer, wie man vermutet (und man kann die Kosten wiederum absetzen).

Wie schaffst du es produktiv zu sein, dich nicht ablenken zu lassen? Fokussiert zu sein?

Single Tasking! Mehr dazu gibt’s in meinem Beitrag über Auswirkungen von Handykonsum & Multitasking. Weniger am Handy sein, Handyfreie Phasen, denn das Handy lenkt extrem (wenn auch unbewusst) ab. Wenn ich mal im Flow-Zustand bin (nach etwa 20 Minuten), läuft es einfach, ich bin komplett fokussiert.
Man muss sich in erster Linie gezielt vor Ablenkung schützen, dann kommt der Fokus oft von ganz alleine. Was auch hilft: (Handy)Wecker stellen und eine Stunde, ohne das Smartphone zu checken, Kurkuma Latte zu machen oder spontan eine Lasagne zu backen, an genau einer Sache arbeiten und erst aufhören, wenn der Wecker klingelt.

Wie schaffst du es, dich jeden Tag neu zu motivieren?

Wenn man etwas tut, was man liebt, dann ist da eigentlich immer eine Grundmotivation da. Klar, hab ich auch mal keine Lust, aber meistens kommt die Motivation automatisch. Meine Tipps um motiviert in den Tag zu starten: Sich mit einer Morgenroutine was gutes tun und zu fröhlicher Musik durch die Wohnung tanzen. Ist nicht aufwendig, aber effektiv. 
Aber manchmal gibt’s auch Phasen, in denen ich etwas länger keine Lust auf „Arbeit“ habe. Teilweise nehme ich mir dann einfach – wenn möglich – die Zeit, die ich brauche, um wieder zur Arbeitsroutine zurückzufinden. Andererseits müssen manche Sachen auch einfach erledigt werden.

Ich habe Probleme, morgens früh aufzustehen und diszipliniert zu sein. Hast du Tipps?

Ja, etwas finden, wofür sich das aufstehen lohnt. Wenn wir unser Leben lieben und glücklich sind, dann fällt uns automatisch auch das aufstehen leicht, zumindest meistens. Die Morgenroutine ohne Handy abspulen kann anfangs nur 20 Minuten dauern. Wenn das gut klappt, erhöhst du beispielsweise auf 45 Minuten. Die Morgenroutine kann so aussehen: Handyfrei, Meditation, Dankbarkeitsliste, Zitronenwasser trinken, durchlüften, drei Minuten zu einem guten Lied durch die Wohnung tanzen, oder Ähnliches.

Ist es jetzt schon zu spät, eine erfolgreiche Bloggerin zu werden? Ich blogge seit 1,5 Jahren.

Ich würde sagen, es ist (fast) nie zu spät für irgendwas. Go for it!

Was sind die größten Hürden und Probleme als Selbstständige?

Steuern und Co. können eine große Hürde sein. Genug Aufträge an Land zu ziehen ebenfalls, aber das läuft bei mir echt entspannt nebenher. Das hab ich gut im Griff. Dafür bin ich sehr dankbar. Eine der für mich größten Hürden sind tatsächlich Probleme mit dem Cashflow. Hätte ich nie gedacht, ist aber echt teilweise problematisch. Ich bin total oft im Minus, obwohl ich eigentlich im Plus wäre, weil Firmen einfach nicht sofort überweisen, sondern eine Zeit lang und teilweise auch eeeewig lang brauchen, bis sie überweisen. Selten, aber doch, weigern sich Firmen auch zu zahlen.
Ich finde, man muss sich einfach einfinden in die Selbstständigkeit. Die ersten drei Rechnungen zu schreiben ist ungewohnt, dann machst du das in zwei Minuten. Es ist einfach eine Gewohnheitssache.
Man ist halt auch echt für alles verantwortlich, was man tut. Da ist niemand hinter dir, der aufkehrt, wenn du Fehler gemacht hast. 
Abgesehen davon, bin ich die einzig Verantwortliche dafür, dass die Seite läuft. Früher gab es immer mal wieder technische Probleme und auch zwei oder drei Mal während wir im Urlaub waren, ist die Seite komplett down gegangen. Wir haben dann ewig mit dem Support geschrieben und die Sache hingebogen. Da war es natürlich egal, dass eigentlich gerade „Urlaub“ ist. Das musste sofort geregelt werden.

Hast du Angst, dass du plötzlich keine Aufträge mehr bekommst?

Nein, überhaupt nicht. Früher habe ich mir ständig wegen irgendwas Sorgen gemacht, aber wie ihr euch denken könnt, hat mir das nicht viel gebracht. In den letzten Jahren habe ich mich bewusst entschieden mir weniger Sorgen zu machen und es klappt sehr, sehr gut. 

Sollte man einfach machen, weil es sich gut anfühlen würde? Ja klar? Oder?

Ich will niemanden in die blinde Insolvenz schicken. Seiner Intuition zu folgen ist prinzipiell nie ein Fehler, aber mal zu testen, ob es klappen könnte oder ob die Idee wirklich sinnvoll ist, kann nie schaden.

Hast du Literaturtipps für den Start in die Selbstständigkeit?

Nein. Aber mein Startup-Typ Alex hat welche: 
– Tools of Titans
– The Compound-Effect
– Rich Dad Poor Dad
– Learn Startup
– The hard things about the hard thing
– Think and grow rich
– Die 4-Stunden Woche

Wieder Justine hier: Ooook! Ich habe tatsächlich bereits einige der Bücher gelesen und sie irgendwie nicht direkt mit Selbstständigkeit in Verbindung gebracht. Think and Grow Rich, The Compound-Effect und Rich Dad Poor Dad sind echt großartige Bücher! Große Empfehlung.

Wie ziehst du deine Aufträge an Land? Sprichst du Firmen an oder sprechen sie dich an?

Circa 85-90% der Firmen (oder deren PR Agenturen) kommen auf mich zu. Wenn mich eine Firma total interessiert, dann schreibe ich sie aber auch einfach von selbst an und stelle mich vor. Die meisten meiner Aufträge sind aber Folgeaufträge von Firmen, mit denen ich schon länger arbeite. Manchmal mache ich auch am Ende des vorherigen Jahres oder am Anfang eines Jahres Jahreskooperationen aus. Dann weiß ich genau, was mich das Jahr über erwartet und ich kann gut planen. Das ist recht praktisch, weil ich dann mit diesem Geld fix rechnen kann.

Woher hast du gewusst, wie viel du verlangen kannst für einen Blogpost oder ein Instagram-Posting?

Ich hab es nicht gewusst und deshalb meist zu wenig oder gar nichts verlangt. Es gibt nicht wirklich diese eine Liste, die dir sagt, wie viel du verlangen kannst. Am Ende hat es mir sehr geholfen, dass ich mich immer wieder mit einigen (erfahreneren) Bloggerinnen ausgetauscht habe. Die haben mir dann Tipps gegeben, mir gesagt, was sie verlangen und mir bei der Preisfindung geholfen. Mittlerweile fühle ich mich sehr wohl mit meinen Preisen.

Wie viele Stunden arbeitest du in der Woche?

Manchmal arbeite ich 65 Stunden pro Woche, manchmal nur 30. Ich schätze, dass es durchschnittlich mindestens 50 Stunden sind – oder auch mehr. Da aber auch immer wieder privates mit beruflichem verschwimmt und sooo viel Gedankenarbeit dazukommt, kann man das sehr schlecht sagen. Im Endeffekt ist es vermutlich mehr, als ich denke.
Phasenweise ist einfach echt viel los. Aktuell habe ich bspw. das Gefühl, dass ich ununterbrochen arbeite. Von früh bis spät!! Man vermutet gar nicht, wie viel Hintergrundarbeit allein durch Mails, Insta-Nachrichten beantworten, Planungen, Recherchen und Co anfällt.

Wie sieht dein Alltag aus? Hast du immer gleiche Tage oder sieht jeder Tag anders aus?

Es ist immer anders, aber auch gleich, weil sich viele Konstanten wiederholen. Beiträge planen, Food-Inspo suchen, Rezepte kreieren, Mails beantworten, Pinterest-Boards gestalten, Outfits planen, meinen Instagramfeed planen, Insta-Nachrichten beantworten, Kommentare beantworten, Rezepte fotografieren, Outfits fotografieren, Texte schreiben, recherchieren, Auswärts-Termine wahrnehmen, Blogger-Events besuchen, etc. Sowas wie Fashion Week oder Blogger-Treffen im Ausland sind seltener und bringen zusätzlich Abwechslung.

Wie viele Follower / Erfolge, sollte man haben, bevor man sich hauptberuflich selbstständig macht?

Da gibt’s keine richtige Zahl. Klar, mit null Verdienst und erst seit zwei Monaten Erfahrung als Bloggerin, wäre es einfach noch zu früh gewesen, aber irgendwann passt es einfach und dann muss man es nur in die Tat umsetzen. Irgendwie spürt man einfach, dass jetzt die Zeit gekommen ist.

Was passiert, wenn dein Blog weg sein sollte? Stehst du dann vor dem nichts?

Also, der Blog wird sich nicht von heute auf Morgen in Luft auflösen. Wie gesagt, habe ich ein paar Projekte im Hinterkopf, die ich in der Zukunft umsetzen will. Entweder ich blogge dann parallel dazu weiter, mache überwiegend Social Media oder oder oder. Ich freue mich auf die Zukunft, bin positiv eingestellt und bin sicher, dass sich alles zu meinem Besten ergibt. 

 

 

Oh mein Gott! Dieser Beitrag ist schon wieder so lang geworden.. dabei habe ich nur einen Bruchteil eurer Fragen beantwortet! Es kommen auch wieder kürzere Beiträge.. versprochen 😉

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14 Comments

  • Reply Christina 23. März 2019 at 12:38 pm

    super spannend! Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Artikel zu schreiben! bezüglich Zukunftspläne – ein Buch wäre wirklich fantastisch, das würde ich mir sofort besorgen 😀 Liebe deinen Blog und IG Account 🙂

  • Reply Theresa 1. März 2019 at 11:04 pm

    Mega interessant! Vielen Dank fürs Teilen deiner Erfahrungen. Sehr hilfreich. Tolle Arbeit die du bisher leistest. Weiter so <3

    • Reply Justine 4. März 2019 at 4:42 pm

      Danke dir Theresa!! Ich freu mich sehr über dein liebes Feedback <3
      Alles Liebe & sonnige Grüße,
      Justine

  • Reply Tina 1. März 2019 at 6:10 pm

    Danke, der Post war toll klasse. Ich bewundere dich für deinen Mut und deine Kreativität, und ich erhalte regelmäßig Inspiration durch deinen Blog.

    • Reply Justine 4. März 2019 at 4:41 pm

      Danke dir Tina! Das bedeutet mir viel <3
      Alles Liebe & sonnige Grüße,
      Justine

  • Reply Doro 1. März 2019 at 2:37 pm

    Danke für deine Offenheit, echt cool, wie du dein Ding machst:)

    • Reply Justine 4. März 2019 at 4:41 pm

      Danke dir Doro für deine lieben Worte!! 🙂
      Sonnige Grüße,
      Justine

  • Reply https://writing-help.org/blog/assisted-suicide-euthanasia-and-morality-essay-sample 28. Februar 2019 at 2:20 pm

    Justine, it was a very interesting and informative article. I found it exciting to learn what you do and especially how you do it.

  • Reply Ute 28. Februar 2019 at 1:54 pm

    Liebe Justine, Ein sehr interessanter, informativer Beitrag. Ich finde sehr spannend was Du machst und vor allem wie Du es machst. Dein Erfolg gibt Dir Recht. Go with the Flow…ich bewundere das Du das alles in Deinem relativ jungen Leben herausgefunden hast. Mach weiter so, ich folge Dir…
    Herzliche Grüße aus Hamburg

    • Reply Justine 4. März 2019 at 4:40 pm

      Hi Ute, wie lieb!! Danke dir vielmals für dein Feedback, ich freue mich riesig darüber <3
      Sonnige Grüße aus Wien,
      Justine

  • Reply Lucia 28. Februar 2019 at 9:40 am

    Sehr interessanter Beitrag! Danke, Danke ,Danke!!

    • Reply Justine 4. März 2019 at 4:39 pm

      Hi Lucia, sehr gerne! Danke dir für dein Feedback <3 !!

      Sonnige Grüße, Justine

  • Reply Christine 28. Februar 2019 at 8:10 am

    Danke, dass du so viele spannende Antworten auf all die Fragen gegeben hast. Ich hab mir gerade alle in Ruhe durchgelesen und ich muss zugeben, ich erkenne ich (jetzt zu Beginn meiner Selbstständigkiet) in vielen deiner Antworten wieder 🙂
    Mach weiter so! – Ich hab auch nichts gegen so lange Blogbeiträge 😉

    • Reply Justine 4. März 2019 at 4:37 pm

      Hi liebe Christine, danke dir für deine lieben Worte!! Freue mich riesig darüber <3

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