Fair Fashion Outfits, Fashion

Eco-Wedding-Outfits: Das haben Alex und ich als Hochzeitsgäste getragen

Vergangenen Samstag waren Alex und ich zu einer (wundervollen) Hochzeit eingeladen. Doch um die Hochzeit an sich soll es heute gar nicht gehen, sondern vielmehr um den Dresscode und wie wir uns gekleidet haben, dem Dresscode gerecht wurden und trotzdem vegan und fair unterwegs waren. Gleich vorneweg, ganz öko-mäßig war es nicht, aber es hat doch ganz gut funktioniert. Man muss sich nur zu helfen wissen! Los geht’s: 

Die Hochzeit bestand aus zwei Teilen und letztendlich auch aus zwei Dresscodes, weshalb ihr heute 4 und nicht 2 Outfits zu Gesicht bekommt.

Unsere Outfits für die Kirchenzeremonie und anschließende Agape

Justines Eco-Outfit #1

Für die Kirche bestand zwar keine Hutpflicht, aber auf der Einladung wurde betont, dass ein Hut erwünscht ist. Deshalb habe ich mir den Vintage-Hut von Alex ausgeborgt. Dieser ist zwar nicht vegan, aber vintage und wurde dann in Wien aufgepimpt. Fair ist er also allemal.
Dazu kombiniert habe ich einen fantastischen Blazer vom Eco-Luxus-Label Chafor. Ich trage Größe 38, damit er etwas lockerer sitzt. Der Blazer ist ganz vegan und wurde in Deutschland unter fairen Bedingungen produziert. In einem weiteren Beitrag werde ich nochmal detaillierter auf den Blazer eingehen, der mir als PR Sample zur Verfügung gestellt wurde. Dazu kombiniert habe ich eine Hose von We Bandits. Das ist ein Store in der Neubaugasse in Wien, der nur fair produzierte Teile von Labels verkauft, die man meist (noch) nicht kennt. Es wird zwar auf Fairness, aber nicht unbedingt auf die Nachhaltigkeit der Materialien geachtet. Kombiniert habe ich die Hose mit einer wunderwunderschönen Bluse von Wunderwerk. Die besteht aus Tencel, ist nachhaltig und vegan. Denn wie ihr wisst, legt Wunderwerk nicht nur Wert auf Fairness, sondern vor allem auch auf Nachhaltigkeit. Die Bluse hat jedoch leider Perlmuttknöpfe. Da ich Perlmutt als Veganerin nicht kaufen möchte, war die großartige Anjali von Wunderwerk so lieb, mir eine vegane Version der Bluse zukommen zu lassen! Also, wenn ich eine Bluse wäre, dann definitiv diese. Ich liebe sie!
Abgerundet wird das Outfit durch die Tasche und Schuhe. Beide sind vegan und wurden fair produziert. Die Tasche ist von OSIER, die Schuhe kennt ihr auch bereits, sie sind von einem fantastischen Schuhlabel namens Balluta, das unfassbar hochwertige (und teure) Schuhe produziert. Diese sind gerade um 50% reduziert!

Alex‘ Eco-Outfit #1 

Für die Männer war ein Anzug Pflicht. Zu Alex‘ Outfits gibt es nicht so viel zu sagen, wie zu meinen, das schon mal vorneweg, haha. Er trägt einen alten Anzug, der ihm eigentlich zu groß war, den er aber vom Schneider hat enger machen lassen. Viele hätten ihn sicherlich weggegeben. Ich finde es so wichtig, seine Kleidung wertzuschätzen und das zu retten, was zu retten ist. So mancher Fleck, den du nicht wegbekommst, geht in der Reinigung weg. So gut, wie alles, was dir nicht ideal passt, können SchneiderInnen passend machen und vieles lässt sich mit ein bisschen Fantasie aufpeppen.
Es wäre schade gewesen, den Anzug wegzugeben, obwohl er noch wie neu aussieht. Soweit ich weiß, ist der Anzug fair produziert worden, aber nicht vegan. Alex hat ihn vor einigen Jahren, vor unserer veganen Zeit, machen lassen. Die Schuhe sind ebenfalls alt, das Hemd ist von einem Schneider (Venturini) aus Wien (fair produziert in Ö) und die Krawatte hat Alex ebenfalls schon länger. Das hier ist also nicht unbedingt ein „Öko-Outfit“, aber es ist ja auch eine Form von Nachhaltigkeit, das fertig zu tragen, was man bereits zu Hause hat.

Unsere Outfits für den Abend

Dresscode: Black Tie. Was so viel bedeutet wie Smoking oder Frack für den Mann und sowas wie ein Ballkleid, bzw. ein sehr schickes (langes) Kleid für die Frau. 

Justines Eco-Outfit #2

Obwohl es ein paar Brands gibt, die faire Abendkleider, beziehungsweise schicke Kleider, produzieren, habe ich keines gefunden, das vegan, leistbar und wunderschön ist, bzw. mir gefällt. Ich bin da leider echt so verdammt wählerisch! Secondhand habe ich ebenfalls keines gefunden, das für diesen Anlass perfekt gewesen wäre. Meine Suche dauerte viele Monate und es war echt unfassbar, aber nichts war perfekt und annähernd leistbar. Bei Fast Fashion Brands hätte ich schnell etwas gefunden, soviel steht fest. Zwischendurch war ich schon leicht verzweifelt und hätte mir gewünscht, einfach in einen Fast Fashion Shop zu spazieren. Aber das kann ich natürlich keinesfalls mit meinem Gewissen vereinbaren und im Nachhinein bin ich natürlich froh, dass ich das nicht getan habe.
Also, obwohl es schon ein paar Brands gibt, die sich Eco-Abendkleidern annehmen, ist es noch immer eine Mini-Nische, wie ich finde, die unbedingt erweitert werden sollte! 

Deshalb blieb mir nichts anderes übrig, als mein Kleid selbst zu nähen und das habe ich so lange vor mir hergeschoben, wie es irgend möglich war. Genau gesagt bis vergangenen Mittwoch. Ich bin ins Stoffgeschäft gegangen und habe mir Stoff besorgt. Dieser ist vegan, aber ob er fair produziert wurde.. ich denke leider nein! Dann wurde erstmal genäht, was das Zeug hält. Es war so viel mehr Arbeit, als ich erwartet hatte. Ich bin mit dem Ergebnis nicht 100% zufrieden, aber alles in allem habe ich mich super wohl gefühlt mit dem Kleid und bin sehr stolz, wie hübsch es geworden ist. Einige Details, wie der Reißverschluss, schauen ganz einfach nicht so schön aus, wie wenn es jemand genäht hätte, der wirklich vom Fach ist. Aber das ist niemandem aufgefallen, denke ich. Man selbst betrachtet das ja immer kritischer.

Im Nachhinein hätte ich das Kleid natürlich auch bei einem Schneider in Auftrag geben können, aber ich hab so das Gefühl, dass ich das viele, viele Wochen vorher hätte tun müssen, (weil die meisten Sommerpause machen) und das auch richtig, richtig teuer geworden wäre.
Trotzdem ist das eine Alternative, die man im Kopf behalten kann. Wenn man ein Foto oder eine genaue Vorstellung von einem Kleid im Kopf hat, kann man es sich maßschneidern lassen und trägt es dann vermutlich viele, viele Jahre, weil es einfach das (!) perfekte Kleid ist.

Kombiniert habe ich mein Kleid mit den fair produzierten und veganen Schuhen von Balluta. Die Clutch ist vom veganen Brand Denise Roobol. Sie lässt unter fairen Bedingungen in China produzieren. Beides hatte ich bereits zuhause und habe es nicht extra für diesen Anlass angeschafft.

Alex‘ Eco-Outfit #2

Alex hat keinen idealen (und leistbaren), veganen und fairen Smoking bei einem Eco-Brand finden können und ist dann Gott sei Dank vor zwei Wochen auf Willhaben (Secondhand Plattform) fündig geworden! Er hat den Doppelreiher-Smoking, der neu etwa 700-800€ gekostet hat und nur einmal getragen wurde, für 75€ gekauft und für 100€ in Wien komplett umschneidern lassen. Der Smoking war tatsächlich um zwei Nummern zu groß und sitzt nun wie maßgeschneidert (was er genau genommen auch ist, selbst die Schultern wurden versetzt).
Die Schuhe hat er schon lange, es sind die, die er auch bei der Agape getragen hat. Ansonsten hat er sich das Smoking-Hemd, die goldenen Manschetten-Knöpfe und die Fliege bei seinem besten Freund ausgeliehen. Das Stecktuch ist ein Stofftaschentuch von seinem Opa! Ihr seht: Man muss nicht alles neu kaufen.

 

Mein Fazit:

Offensichtlich haben wir alles ein wenig zusammengestöpselt und Fair Fashion mit Vintage, Secondhand, dem was wir bereits zuhause hatten und geborgten Teilen von Freunden gemixt. Vintage bzw. Secondhand und ausleihen von Freunden oder Familie ist, wie man sieht, eine tolle Möglichkeit, nicht extra für einen Anlass etwas anzuschaffen, was sonst vielleicht sehr selten getragen wird. Bitte unterschätzt auch nicht, was SchneiderInnen alles können. Vor allem bei klassischen Männersachen, wie Anzügen oder Hemden, ist so gut wie alles möglich. Wenn dir eins deiner Kleider oder dein Anzug zu groß ist, kann er enger gemacht werden. In manchen Fällen, kann sogar etwas vergrößert werden. Jedoch gibt es auch einige schicke Fair Fashion Teile. Nur weil ich nicht das ideale faire und vegane Abendkleid gefunden habe, heißt das nicht, das nicht für dich etwas dabei ist. Mia hat bspw. einen ausführlichen Wedding-Gast-Guide hochgeladen. Vielleicht findest du hier ein schönes Kleid für die nächste Hochzeit!

Ich hoffe der Beitrag war interessant für euch. Happy weekend!

 

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7 Comments

  • Reply Julia 10. September 2018 at 11:30 am

    Wahnsinn, das schwarze Kleid sieht wie gekauft aus! Ich war schon ganz gespannt von welcher Marke es ist, denn wie du schreibst ist das leider immer noch ein sehr kleiner Markt. Es ist wirklich schwierig da etwas neues (und leistbares) zu finden. Ich hoffe das wird sich über die Jahre noch ändern. Auf jeden Fall seht ihr beide super aus!

    • Reply Justine 18. September 2018 at 12:21 pm

      Hi Julia, danke dir vielmals für die lieben Komplimente, das freut mich riesig!!
      Oh ja, ich hoffe auch, dass es da bald mehr Auswahl gibt. Notfalls gründe ich einen Brand für solche Anlässe haha. Früher habe ich immer davon geträumt Hochzeitskleider zu designen 🙂
      Alles Liebe, Justine

  • Reply Mia 8. September 2018 at 4:09 pm

    Wow also dein Kleid sieht sooo schön aus! Ich will das jetzt auch Und ich weiß wie schwer die Suche nach einem schicken Fair Fashion Kleid ist – hatte mal den gleichen Dresscode und es war so schwer! Ich wurde nur Second Hand fündig!

  • Reply NOEMIE 7. September 2018 at 6:20 pm

    Du bist echt phänomenal: Nix zum Anziehen? Auf zur Nähmaschine! Good job!!

    • Reply Justine 18. September 2018 at 12:19 pm

      Danke dir Noemie!! Es war echt knapp, aber ich bin froh, dass ich es einfach gemacht habe 🙂
      Hab einen schönen, sonnigen Tag!
      Justine

  • Reply Franz 7. September 2018 at 1:30 pm

    Liebe Justine, zu den Bildern kann man nur sagen „Kleider machen Leute“

    Toll seht ihr beide aus.

    Liebe Grüße aus Görlitz

    • Reply Justine 18. September 2018 at 12:18 pm

      Danke dir Opa 🙂 Ich sende euch ganz liebe Grüße nach Deutschland!!
      Bussi, Justine

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