Brainfood, Fact Friday

#FactFriday: Warum es so wichtig ist, dass wir Bio-Baumwolle, statt konventioneller Baumwolle kaufen

[Ein bisschen Bildung am Freitag – 2 Minuten Lesezeit] Vermutlich genügt es, wenn ich euch ganz einfach mit vielen Fakten rund um Baumwolle und Bio-Baumwolle bombadiere, denn dann wird ganz schnell klar, warum es ein Nobrainer ist auf Bio-Baumwolle statt konventionell angebaute Baumwolle zurückzugreifen. Let’s go:

„Wusstest du, dass 24% der weltweit versprühten Insektizide auf Baumwollfeldern versprüht werden? Wusstest du, dass dort außerdem 16% der weltweit eingesetzten Pestizide zum Einsatz kommen?“

Baumwolle ist sehr anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Für keine andere Pflanze werden so viele Gifte eingesetzt, wie für Baumwolle. Außerdem werden Unmengen an Wasser verbraucht. Alleine für die Herstellung von Baumwolle, die für ein einziges T-Shirt genutzt wird, werden 2000 Liter Wasser benötigt. Die intensive, künstliche Bewässerung versalzt die Böden und führt zu einem Rückgang der Erträge. Dadurch sinkt auch der Grundwasserspiegel und viele Menschen vor Ort haben deshalb keinen oder weniger einfachen Zugang zu Trinkwasser. Der Aralsee war einmal das viertgrößte Binnenmeer der Welt, ist jedoch auf ein Viertel seiner Größe geschrumpft und verkleinert sich weiterhin. Das geht zum Großteil aufs Konto des konventionellen Baumwoll-Anbaus.

Bio-Baumwolle wird nachhaltiger angebaut, großteils mit Regenwasser gewässert, verzichtet auf chemische Pestizide, Düngemittel (es wird auf Mist und Kompost zurückgegriffen, was dem Boden hilft, mehr Wasser und CO2 zu speichern) und genetisch-modifizierte Aussaaten. Die ökologischen Bewirtschaftung sieht vor, dass die Baumwolle im Wechsel mit anderen Kulturen angebaut wird. Das ist sehr wichtig für die Gesundheit des Bodens und beugt außerdem der Vermehrung von Schädlingen und Krankheiten vor. 

Es wurde bereits 2014 bewiesen, dass Bio-Baumwolle weitaus nachhaltiger ist, als konventionelle Baumwolle. Die Bio-Alternative hat ein 46% geringeres Erderwärmungspotenzial, ein 70% geringeres Versauerungspotenzial, ein 26% geringeres Bodenerosionspotenzial, sowie einen 91% geringeren Blauwasser- und 62% geringeren Primärenergiebedarf (= Energie aus nicht erneuerbaren Energien). 

Die Chemikalien, die im Anbau von konventioneller Baumwolle verwendet werden, fließen ins Grundwasser, verunreinigen Seen, Flüsse, schaden Nützlingen und Bodenlebewesen, machen Menschen, die auf den Feldern arbeiten oder in der Umgebung leben sehr, sehr krank, verunreinigen weiters natürlich auch die Luft, die Böden und im letzten Step schaden sie auch noch denen, die die Produkte kaufen, denn die Chemikalien liegen meist direkt auf der Haut. Es können Allergien oder schlimmeres ausgelöst werden. Im Baumwoll-Anbau steht Kinderarbeit übrigens an der Tagesordnung. Bereits 6-Jährige arbeiten bis zu zwölf Stunden pro Tag an sieben Tagen pro Woche. Deshalb ist es nicht nur wichtig, auf Bio zu achten, sondern zusätzlich fair zu shoppen. Ihr seht, der Anbau von konventioneller Baumwolle ist eine gigantische Verschwendung an Ressourcen und ein furchtbarer Schaden für Umwelt, Menschen und Tiere.

Aktuell stammt noch immer nur etwa 1% des weltweiten Baumwoll-Anbaus aus Bio-Quellen. Lasst uns das ändern!

„Jährlich werden 25 Millionen Tonnen Baumwolle geerntet.“

Fakt ist halt auch, dass wir VIEL zu viel Kleidung kaufen, kaum tragen, wegwerfen, nicht wertschätzen. Kleidung, die nicht verkauft wurde, wird von den Unternehmen selbst verbrannt und so weiter. Dieser kranke Kreislauf kann nur unterbrochen werden, wenn wir weniger und qualitativere Teile kaufen. 

Zusammenfassend kann man sagen: Auch Bio-Baumwolle ist nicht der nachhaltigste Stoff, aber weitaus besser als konventionelle Baumwolle.

„Mit dem Kauf eines einzigen Baumwoll-T-Shirts aus biologischer Baumwolle bewahrt man rund sieben Quadratmeter Anbaufläche vor Pestiziden und Kunstdünger.“

 

 

Quellen:

The life cycle assessment of organic cotton fiber – A global average

Umweltinstitut

Umweltinstitut

Einfach Anziehend

Detox Denim Guide 

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4 Comments

  • Reply Christine 11. Februar 2019 at 1:23 pm

    Danke, dass du wieder so eindeutig auf das Thema Bio-Baumwolle hinweist! Ich bin froh, dass du den Mund aufmachst und die Fakten (Bio-Baumwolle vs. herkömmlich angebaute Baumwolle) in die Welt schreist! Mach weiter so!

    • Reply Justine 14. Februar 2019 at 10:41 am

      Danke dir liebe Christine für dein Feedback! Hab einen schönen Tag 🙂

  • Reply Eva 8. Februar 2019 at 6:16 pm

    Das wusste ich ja gar nicht, ist irgendwie so ein Thema was einfach zu weit weg ist habe ich das Gefühl 🙁 Falls ich mal was neues kaufe, werd dich drauf achten (bin eher im Team Second Hand)! Danke das du sowas aufdeckst! Ich liebe deine Friday Facts 🙂 Liebe Grüße und weiter so!

    • Reply Justine 14. Februar 2019 at 10:40 am

      Hi Eva, ich verstehe total was du meinst! Danke dir auf jeden Fall für dein Feedback 🙂 Ich finde es klasse, dass du so viel Second Hand shoppst.

      Alles Liebe,
      Justine

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