Eco, Health Talk

Wieso haben heutzutage so viele Menschen Darmprobleme? [Durchfall, Reizdarm, Blähbauch, Leaky Gut, uvm.]

Früher wurde der Darm stiefmütterlich behandelt. Es war ein Tabuthema darüber zu sprechen. Doch je mehr Aufmerksamkeit wir diesem faszinierenden Organ schenken, je mehr wir über den Darm rausfinden, desto mehr erkennen wir, dass die Darmgesundheit maßgebliche Auswirkungen auf unsere Immunabwehr, unser Wohlbefinden und unsere Psyche hat. Wenn es unserem Darm gut geht, geht es ein Stück weit dem ganzen Körper und unserer Psyche besser, weil so viele Vorgänge unseres Organismus mit dem Darm verwebt sind.

Es gibt vier Artikel zum Thema Darmgesundheit auf meinem Blog. Dieser, den du gerade liest, ist Part 3.

Teil 1: Grundwissen Darm & Darmflora [aka Mikrobiom]

Hier erkläre ich Grundbegriffe wie Darmmikrobiom, Präbiotika, Ballaststoffe und Co und gebe einen Einblick, wie der Darm funktioniert und was seine Aufgaben sind. Außerdem gehe ich auf Darm und Immunsystem ein.

Teil 2: Die Darm-Hirn-Achse, gestörte Darmflora, Darm + Depression, Auswirkungen von Stress

Darauf gehe ich ein: Die Bakterien in unserem Darm sind weitaus wichtiger für unsere körperliche und seelische Gesundheit, als es Mediziner*innen jemals für möglich gehalten hatten. Stress hat eine direkte Auswirkung auf die Gesundheit des Darms. Umgekehrt beeinflusst die Zusammensetzung unseres Mikrobioms unsere Stimmung und kann Depressionen und andere Erkrankungen fördern oder auslösen. 
Außerdem erkläre ich, was die Darm-Hirn-Achse bedeutet und wie Darm und Hirn kommunizieren.

Teil 3: Wieso haben heutzutage so viele Menschen Darmprobleme? [Durchfall, Reizdarm, Blähbauch, Leaky Gut, uvm.] 

Dieser Frage gehe ich im dritten Artikel auf den Grund. Außerdem erkläre ich, wie alles miteinander zusammenhängt und warum die Schulmedizin an ihre Grenzen stößt.

Teil 4: So kannst du deine Darmgesundheit unterstützen

In diesem Beitrag gehe ich ganz genau darauf ein, was du alles tun kannst, um ein vielfältiges und gesundes Mikrobiom zu unterstützen. Ich habe den Artikel in drei Teile aufgespalten. So erfährst du, was du deinem Darm Gutes tun kannst, ohne viel Aufwand zu betreiben, aber auch, was zu tun ist, wenn du bereits Darmproblematiken hast und diese heilen möchtest.

 

Disclaimer

An dieser Stelle möchte ich natürlich einen Disclaimer loswerden. Ich bin keine Ärztin. Alles, was ich mit euch teile, beruht auf Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren aufgrund meiner eigenen Darmprobleme gemacht habe und auf Wissen, das ich mir durch Bücher und Artikel angeeignet habe. Hinterfragt gerne alles, was ihr hier lest und macht eure eigenen Recherchen.

Let’s go!

 

Wieso haben immer mehr Menschen Darmprobleme?

Wie wir leben, hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten enorm verändert. Wir essen und trinken anders, sind gestresst, sind Medikamenten und Chemikalien ausgesetzt und vieles mehr. Eine Weile kann der Körper gut kompensieren, aber auf Dauer hat all das Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Besonders gesunde Menschen werden bspw. in Nordamerika auf weniger als 5% geschätzt.

Heutzutage haben unheimlich viele Menschen Probleme mit ihrem Darm. Chronischer Durchfall, häufige Bauchschmerzen nach dem Essen, Blähungen, Blähbauch, chronische Entzündungen, Reizdarm, Sodbrennen, Leaky Gut und vieles mehr. Als ich mir die Zahlen angesehen habe, hat es mich fast vom Stuhl gefegt. Jeder 20. Mensch in Deutschland leidet an einer der beiden chronischen Darmerkrankungen. Das sind Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. Menschen, die an Morbus Crohn leiden, sind einem deutlich erhöhten Risiko ausgesetzt an Darmkrebs zu erkranken. Typische Symptome sind langanhaltender wässriger/breiiger Durchfall, krampfartige Bauchschmerzen, die 1-2 Stunden andauern, allgemeines Krankheitsgefühl, Übelkeit, Appetitlosigkeit, usw. Mit diesen Symptomen leben über vier Millionen Deutsche und viele weitere Millionen weltweit. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind deshalb besonders heikel, weil autoimmune Prozesse im Gang sind. Es gibt einige Menschen, die laut Schulmedizin austherapiert sind und mit ihren Schmerzen leben müssen, jedoch über eine erfolgreiche Therapie bei Naturheilkundetherapeut*innen die autoimmunen Prozesse stoppen und symptomfrei leben können, insofern sie sich weiterhin um ihre Gesundheit bemühen.

Und das ist nur eine von vielen Darmerkrankungen bzw. Erkrankungen, die aus einer gestörten Darmflora (bzw. Mikrobiom) heraus entstehen kann.

Auch der Reizdarm ist sehr weit verbreitet. Weltweit ist jeder zehnte (!) Mensch betroffen. Hier ist oft die Barrierefunktion des Darms nicht mehr intakt. Die Symptome von Reizdarmpatient*innen sind sehr unterschiedlich. Krämpfe, Blähungen, Durchfall, etc. Manche können gut damit leben, bei anderen wird der Alltag jedoch immens eingeschränkt. Es ist problematisch, dass häufig falsch diagnostiziert wird. Viele Menschen werden mit der Diagnose „Reizdarm“ nach Hause geschickt, ohne dass tiefgehendere Untersuchungen eingeleitet wurden bzw. ohne dass überhaupt ein Darmprofil erstellt wurde. Hinter der Diagnose Reizdarm stecken oft ganz andere Thematiken und Erkrankungen wie eben Morbus-Crohn, eine Glutenunverträglichkeit, eine Bakterienüberwucherung oder andere Unverträglichkeiten. Wenn Ärzt*innen nicht mehr weite wissen, wird oft die Diagnose „Reizdarm“ gegeben.
Beim Reizdarm handelt es sich um eine stressbedingte Störung und ist somit das ideale Beispiel um zu verdeutlichen, inwiefern sich chronischer, negativer Stress auf die Darmgesundheit auswirken kann.

Auch unter dem soganannten Leaky Gut Syndrom leiden viele. Das bedeutet, dass die Darmschleimhaut durchlässig, also löchrig ist. Die Barrierefunktion ist nicht mehr gegeben. Leaky Gut entsteht bspw. dann, wenn ein Mensch unter langanhaltender Einwirkung von Stress steht. Auswirkungen eines Leaky Gut sind bspw. fehlerhafte Aufnahme der Nahrung (dadurch Nährstoffmangel), Blähungen, Schmerzen, Parasiten gelangen leichter in den Blutstrom, usw.

Der Darm kommt ständig mit körperfremdem Material – in Form von Nahrung – in Kontakt. Der Körper muss hier entschieden, welche Stoffe der Körper aufnimmt und welche nicht weiterverarbeitet werden. Bei diesem Prozess spielt die sogenannte  Durchlässigkeit des Magen-Darm-Traktes, eine wichtige Rolle.

Symptome können Hautprobleme, Migräne, Blähungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Asthma sein.

Krankheiten, die auf Darmproblemen beruhen

Viele Menschen, die unter Leaky Gut oder einer anderen Erkrankung leiden, wissen gar nichts davon. Entweder, weil die Symptome noch nicht so stark sind, oder sie noch leicht mit Schmerzmitteln in Zaum gehalten werden können.
Oder aber, weil eine Erkrankung, die durch die Darmerkrankung entstanden ist, nicht in Zusammenhang mit einem kaputten Darm gebracht wird. Wie ein paar Zeilen weiter oben erwähnt, können die Symptome von einem Leaky Gut Migräne, Asthma oder auch Nahrungsmittelunvertäglichkeiten sein. Wenn man unter einer dieser Erkrankungen (was in diesem Fall jedoch nichts anderes als ein Symptom des gestörten Darms ist) leidet, wird oftmals nicht die Brücke zur Darmgesundheit geschlagen und die Erkrankung somit symptomatisch und nicht ursächlich behandelt. Wichtig wäre hier, sich erst um die Darmgesundheit zu kümmern, wodurch die Symptome (bspw. eine Nahrungsmittelunverträglichkeit) als Folge möglicherweise heilen können.

Und dann gibt’s natürlich noch unheimlich viele Menschen (mich eingeschlossen), die nicht direkt an einer Darmerkrankung leiden, deren Darmflora es aber nicht gerade bombe geht (deren Mikrobiom also gestört ist), weshalb andere Erkrankungen gefördert werden oder entstehen können, wie bspw. bei mir die Histaminintoleranz, aber auch meine Hauterkrankung Rosazea (hier sind autoimmune Prozesse im Gange und eine chronische Entzündung der Blutgefäße).
Viele Menschen, die unter Hautproblemen leiden, sehen keine Verbindung zwischen dem Zustand der Haut und der Darmgesundheit, dabei ist die Haut der Spiegel des Darms, wodurch eine ganzheitliche Heilung, die den Darm einschließt, sinnvoll ist.

Speck, Foodbaby oder Blähbauch?

Wenn der Bauch nach dem Essen „voll“ ist, ist das die eine Sache, wenn man einfach ein paar Speckröllchen hat, die andere, aber wenn er häufig nach dem Essen oder generell aufgebläht ist, ist das nicht „normal“ und definitiv ein Anzeichen dafür, dass es dem Darm eventuell nicht so gut geht.

Wieso es wichtig ist, zu verstehen, wie und dass alles zusammenhängt

Seit einigen Jahrzehnten gibt es also immer häufiger Krankheiten, die sich nicht auf die Fehlfunktion eines einziges Organs oder eines Gens zurückführen lassen. Dr. Emeran Mayer bringt es in seinem Buch „Das zweite Gehirn“ auf den Punkt: „Stattdessen beginnen wir einzusehen, dass die komplexen Regulationsmechanismen, die dem Körper und dem Gehirn helfen, sich der rasch wandelnden Umwelt anzupassen, ihrerseits unter dem Einfluss unserer modernen Lebensweise stehen. Diese Mechanismen arbeiten nicht unabhängig voneinander, sondern als Teil eines Ganzen. Sie steuern die Nahrungsaufnahme, den Stoffwechsel und das Körpergewicht, das Immunsystem, sowie die Entwicklung und Gesundheit des Gehirns. Allmählich erkennen wir, dass der Darm, die Mikroorganismen (Mikroben), die in ihm leben und die Signalmoleküle, die diese mithilfe zahlreicher Gene –  des Mikrobioms – erzeugen, ein wichtiger Bestandteil des Regulationssystems sind.“

Wie alles zusammenhängt und wieso die Darmgesundheit ausschlaggebend für unsere Gesundheit ist, sieht man an unterschiedlichsten Beispielen. Beispielsweise sind, statistisch gesehen, Menschen, die eine hohe Ballaststoff-Zufuhr haben, weniger anfällig für Schlaganfall, Darmkrebs und Erkrankungen der Herzkranzgefäße. 
Menschen, die unter Depressionen, vermehrten Stressgefühlen und Ängsten leiden, haben oftmals eine chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder einem Reizdarm.
Funktioniert das Zusammenspiel zwischen dem Mikrobiom und dem Immunsystem nicht optimal, steigt die spätere Anfälligkeit für Zivilisationskrankheiten wie Allergien oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mehrere Studien belegen, dass Menschen, die häufig zu hochverarbeiteten Lebensmitteln greifen, mit höherer Wahrscheinlichkeit an Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden oder Depressionen erkranken.
„Neuere Studien bringen veränderte Informationen zwischen Gehirn, dem Darm und der Mikrobiota mit Gehirnstörungen wie Depression, Angst, Autismus, Parkinson und sogar Alzheimer in Verbindung.“ – Dr. Mayer (Autor von „Das zweite Gehirn“).
Parkinson-Patienten leiden zu 80% an Magen-Darm-Störungen, bevor die klassischen neurologischen Symptome ausbrechen. Es ist vorstellbar, dass die Parkinson Krankheit im Darm beginnt und sich in das Gehirn ausbreitet. Es fehlen noch Puzzleteile um die Erkrankung vollständig zu begreifen, aber dass sie mit der Darm-Hirn-Achse zu tun hat ist wahrscheinlich. Falls sich die Hypothese bestätigt, könnte man die Krankheit rechtzeitig verhindern oder zumindest den Verlauf deutlich verlangsamen. Interessant: Eine vegetarische Kost senkt das Parkinson-Risiko.
Bei Allergie-Patient*innen kann manchmal beobachtet werden, dass die Symptome abklingen, oder sogar ganz verschwinden, sobald eine Darm-Aufbaukur gemacht wurde.

Ursachenbehandlung statt Symptombehandlung: Wenn die Schulmedizin an ihre Grenzen stößt

Dr. Emeran Mayer erklärt in seinem Buch „Das zweite Gehirn“, sehr anschaulich, wie die Medizin in den letzten Jahrzehnten an ihre Grenzen gestoßen ist. Jahrzehntelang dachte man, dass es genüge, die Symptome zu „heilen“ und nutzte dafür Maßnahmen, die das Symptom dann tatsächlich manchmal erfolgreich zu unterdrücken vermochten, aber nicht die Ursache heilte und somit das eigentliche Problem gar nicht beseitigen konnte. „Wenn wir den beschädigten Maschinenteil reparieren können, dachten wir, sei das Problem gelöst, und es sei nicht nötig, die eigentliche Ursache des Problems zu kennen. Diese Auffassung führte zu Therapien gegen Bluthochdruck, die Betablocker und Calciumantagonisten verwendeten, um anomale Signale von dem Gehirn an das Herz und an die Blutgefäße zu blockieren. Magengeschwüre und Sodbrennen wurden mit Protonenpumpenhemmern behandelt, die den Magen daran hinderten zu viel Salzsäure zu produzieren. Die Fehlfunktion des Gehirns, die primäre Ursache all dieser Probleme, spielte für die Mediziner und Wissenschaftler keine große Rolle. Manchmal scheiterte die Therapie zunächst; dann waren intensivere Maßnahmen die letzte Rettung. Wenn die Protonenpumpenhemmer das Magengeschwür nicht beseitigten, konnte man immer noch den ganzen Vagusnerv durchtennen. Das wichtige Bündel an Nervenfasern, das Gehirn und Darm miteinander verbindet.“

Nachdem wir nun wissen, wie immens essentiell eine reibungslose Kommunikation von Hirn zu Darm ist, könnt ihr euch ausrechnen, dass solche Methoden, mehr Schaden anrichten, als Nutzen bringen.
Dr. Mayer erklärt auch, dass genannte Methoden zweifellos jahrelang erfolgreich waren und es für Mediziner*innen und die Pharmaindustrie keinen Grund gab, etwas zu ändern. Die Therapien wurden stattdessen moderner. Nach Ursachen wurde aber nach wie vor nicht geforscht. Weiterhin ging es um Symptombehandlung, aber nicht um die ganzheitliche Beseitigung des Problems.

Dieses Modell (Reparatur von Erkrankungen durch Medikamente und/oder Operationen) mag in der Medizin nützlich für die Behandlung diverser Krankheiten sein, aber wenn wir chronische Erkrankungen des Körpers und des Gehirns verstehen wollen, sind diese Methoden überholt und bieten keine Chance auf echte Heilung.

Wir geben zwar einerseits immer mehr Geld aus, um Gesundheitsprobleme in den Griff zu kriegen, machen aber nur sehr geringe Fortschritte, was die Heilung von chronischen Schmerzen, Gehirn-Darm-Störungen, Reizdarmsyndrom und psychische Erkrankungen (Depressionen, etc.) betrifft.

Die Unfähigkeit gerade genannte Krankheiten wirksam zu behandeln, ist laut Dr. Mayer nicht der einzige Mangel des traditionellen, krankheitsorientierten (erst etwas tun, wenn man bereits krank ist), medizinischen Modells, das wir kennen.
Denn seit den Siebzigerjahren nehmen auch Allergien, Asthma, Parkinson, entzündliche Darmstörungen und viele mehr deutlich zu. Weltweit lassen sich 44% der Diabetesfälle, 23% der koronaren Herzkrankheit und 7% bis 42% bestimmter Krebsarten auf Übergewicht oder Fettleibigkeit zurückführen.

Wir suchen zwar angestrengt nach Erklärungen für die Zunahme dieser Erkrankungen*, haben aber in der Schulmedizin keine wirksame Behandlung.

Wir müssen endlich begreifen, dass bei unserer Gesundheit eine entscheidende Rolle spielt, wie es unserem Nervensystem (Hirn) und Verdauungssystem (Darm) geht und wie die beiden in Kommunikation miteinander stehen.

*meine Erklärung sieht so aus: Es handelt sich oft um ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren: Falsche Ernährung (Junkfood, Lebensmittelzusatzstoffe, Softdrinks, Produkte aus Massentierhaltung und Co), fehlende Bewegung, chronischer Stress, Umweltgifte (Abgase, Feinstaub, Pestizide, Schwermetalle und Co), psychische und seelische Belastungen (Traumata, festgefahrene Denkmuster, ungeklärte Thematiken und Blockaden, Sorgen, etc.), sowie Nährstoffmangel bzw. Ungleichgewicht von Omega 3 zu Omega 6, Virenbelastungen, usw.

Häufige Auslöser für Darmproblematik/Darmerkrankungen bzw. eine gestörte Darmschleimhaut.

Zurück zum Thema! Schauen wir uns mal an, welche Auslöser typischerweise (einzeln oder in Kombination) für ein gestörtes Mikrobiom bzw. eine gestörte Kommunikation von Darm und Hirn verantwortlich sein können.

– Kaiserschnitt und/oder fehlendes Stillen

– chronischer Stress

– stark verarbeitete Lebensmittel, Junkfood, Lebensmittelzusatzstoffe, „E-s“, usw.

– Psychosomatik: psychische, seelische Belastungen (Traumata aus der Kindheit, zerstörerische Denkmuster, viele Sorgen, usw.)

– Nährstoffmangel bzw. falsche Ernährung

– Produkte aus Massentierhaltung

– häufiges Essen, wenig kauen, keine Essenspausen, etc.

 

Auf manche dieser Auslöser gehe ich nun noch im Detail ein

Kaiserschnitt, Sillen und Darmgesundheit

Wenn ein Kind nicht natürlich, sondern via Kaiserschnitt auf die Welt kommt und dadurch nicht mit den zahlreichen Bakterienarten der Vagina der Mutter versorgt wurde, ist es für das Kind schwieriger ein Mikrobiom aufzubauen. Auch problematisch: Wenn keine Antikörper an’s Kind weitergegeben wurden, weil das Stillen nicht möglich oder nicht gewollt war, ist die Entwicklung des Immunsystems schwieriger. Gerade die ersten Wochen sind entscheidend für die Darmgesundheit und damit die allgemeine Gesundheit des Menschen. Außerdem ist es wichtig, dass Kinder in den ersten Monaten und Jahren ihres Lebens ausreichend mit Schutz in Berührung kommen, damit sich das Mikrobiom und das Immunsystem stark und gesund entwickeln kann. Es ist also sehr wohl möglich, dass du kaum Stress hast, es Seele und Psyche gut geht, du dich ausgewogen ernährst und trotzdem Darmprobleme hast.

In diesem Beitrag kannst du mehr über die Thematik lesen.

Chronischer Stress 

Der Darm ist nicht darauf ausgerichtet ist, solchen Reaktionen häufig ausgesetzt zu sein. Er wird durch Stress geschwächt, vor allem selbstverständlich dann, wenn diese Phasen der negativen Anspannung lange andauern. Was passiert? Die Darmschleimhaut baut sich ab und feindliche Bakterien haben leichter die Chance sich zu vermehren.

„Die wiederholte oder längere Aktivierung der Stressschaltkreise im Gehirn schädigt den Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System und das Gehirn.“ …. „noch beunruhigender ist die, dass die Darmreaktion auf chronischen Stress und auf eine fettreiche Ernährung zusammen die Entzündungen verschlimmern, indem sie den Darm durchlässiger machen.“ …. ,,Menschen, die Trost im Essen suchen, haben oft überregte Stressschaltkreise im Hirn, was eine Entzündung im Darm weiter verstärkt.“ – Dr. Mayer (Das zweite Gehirn).

Genauere Infos zum Thema Stress und Auswirkungen auf die Darmgesundheit gibt es in diesem Beitrag. Unfassbar spannendes Thema!

Stark verarbeitete Lebensmittel

 „Der Anteil von Fertigkost an der Ernährung beträgt in Deutschland etwa 60%.“

Die Folge von übermäßigem Verzehr von stark oder hoch verarbeiteten Lebensmitteln? Das Mikrobiom verliert seine Vielfältigkeit, schlechte Bakterien vermehren sich. Diverse Symptome und Krankheiten können die langfristige Folge sein. Emulgatoren, Aromen und Farbstoffe, Konservierungsmittel, ultrahohe Erhitzung – all das ist nicht für unseren Darm gedacht. Vor allem nicht auf regelmäßiger Basis.

Mehrere Studien belegen, dass Menschen, die häufig zu hochverarbeiteten Lebensmitteln greifen, erkranken mit höherer Wahrscheinlichkeit an Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden oder Depressionen. Stark verarbeitete Lebensmittel enthalten oft viel Fett und Zucker, jedoch wenig Ballaststoffe. Diese braucht der Darm jedoch unbedingt als Nahrung für die Bakterien. Industriekost wird so produziert, dass das menschliche Verdauungssystem sie einfacher erschließen kann, als selbst gekochte Speisen. Dieses Überangebot an verwertbaren Substanzen ist schädlich, da der Dünndarm nicht alles vollständig aufnehmen kann und sich Bakterien auf den Nahrungsresten vermehren können. Mikrobenarten, die von hochwertigen Ballaststoffen (welche in stark verarbeiteten Lebensmitteln kaum bis gar nicht zu finden sind) leben, werden verdrängt. GEO WISSEN: „Diese Veränderung der bakteriellen Besiedlung steht im Verdacht, die Darmschleimhaut anzugreifen und die Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe zu verursachen.“

Problematisch ist auch, dass wir dazu tendieren von industriell zubereitetem Essen weitaus mehr zu essen, als von frisch zubereiteten Speisen, da Fertig-Essen oft weniger zerkaut werden muss. In Studien wurde außerdem festgestellt, dass die Essgeschwindigkeit bei industriell gefertigtem Essen messbar höher ist.

Doch Fertigprodukte birgen weitere Risiken. Durch die Verarbeitung der Ausgangstoffe und all die offenen Schnittstellen entstehen Bakterien. Diese werden durchs Erhitzen zerstört, jedoch bleiben die molekularen Erkennungszeichen erhalten. Auf den Punkt gebracht können diese wiederum, sobald sie in unserem Darm angelangen, das Immunsystem stimulieren und zu einer chronischen Entzündung führen.
Ein weiteres Problem sind die Lebensmittelzusatzstoffe, die sogenannten E-s, die in vielen Lebensmitteln enthalten sind. Diese mögen bei einmaliger Einnahme völlig harmlos sein. Wenn man jedoch regelmäßig stark verarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt, die E-s enthalten, hat das gravierende Auswirkungen auf die Darmgesundheit und somit unseren ganzen Körper. Beliebt ist bspw. E 466. Das wird zum andicken von Flüssigkeiten verwendet, aber auch E 433 und viele weitere. Diese verändern die Zusammensetzung unseres Mikrobioms auf sehr ungünstige Art und Weise. Auch Bisphenol A, eine Chemikalie, die sich aus der Innenbeschichtung von Konserven oder Dosen löst, ist sehr schädlich.

Künstliche Süßstoffe können unter anderem zu einer Gewichtszunahme führen und das Risiko an einer Stoffwechselkrankheit wie Diabetes 2 zu erkranken, erhöhen. Außerdem verändert sich das Mikrobiom durch regelmäßige Zufuhr. Künstliche Süßstoffe sind obendrein übrigens eine Hauptursache für Entzündungen in unserer Darm-Hirn-Achse.

Nahrungsmittelzusätze wurden für den Verzehr zugelassen, ohne langfristige Unbedenklichkeit zu testen.

Natürlich gibt es auch Fertigprodukte, die eben nicht stark verarbeitet wurden und keine Zusatzstoffe enthalten. Diese fallen nicht in die Kategorie „stark verarbeitet“ oder „Junkfood“.

Fakt ist: Hoch verarbeitete Industrieware, Glutamat, Emulgatoren, künstliche Süßstoffe, Weizengluten, Glucose-Fructose-Sirup, E-s usw. schaden auf Dauer dem Darm und stehen bei regelmäßigem Verzehr in Zusammenhang mit einer Vielzahl an Krankheiten.

Psychosomatik, psychische, seelische Belastungen/Störungen (Traumata aus der Kindheit, zerstörerische Denkmuster, viele Sorgen, usw.)

Doch es geht um mehr als das! Fürsorge, Körpernähe, keine Störungen des fürsorglichen Umfelds des Kindes sind enorm wichtig für den Entwicklung des Kindes. Störfaktoren und fehlende Fürsorge können das verhalten und die Entwicklung des erwachsenen Gehirns negativ beeinflussen. Äußere Einflüsse können die Entwicklung des menschlichen Stresssystems bis zu 20 Jahre lang beeinflussen.

Dr. Mayer (Autor von „Das zweite Gehirn“) schreibt: „ Wir verstehen heute sehr viel besser, wie frühkindliche Traumata den Dialog zwischen Darm und Gehirn verändern und welche Rolle die Darmmikrobiota bei diesen Interaktionen spielt. Es zeigt sich allmählich deutlich, dass Stress nicht nur das Gehirn und den Darm beeinflusst, sondern auch weitreichende Auswirkung auf das Darmmikrobiom hat.“

Darauf bin ich ausführlich in diesem Beitrag eingegangen. Klickt rein. Es ist sehr spannend!

Produkte aus Massentierhaltung

Diese Nahrungsmittel enthalten überdurchschnittlich viele Omega-6-Fettsäuren, da die Tiere überwiegend mit Soja und Mais gefüttert werde. Außerdem enthalten sie auch zahlreiche Rückstände von Pestiziden, Antibiotika und Stressfaktoren.
Wie wir wissen, schadet die Massentierhaltung der Umwelt extrem (Einsatz von Chemikalien und Antibiotika, Abfälle der Vieh- und Fischfabriken, extreme Belastung durch Millionen Tonnen von Tierkot, etc.) und diese Bedingungen im Endeffekt wieder nur dem Menschen.

 

 


Quellen:

Buch: Das zweite Gehirn von Dr. Emeran Mayer

GEO WISSEN Gesundheit: Der Darm; gesunder Bauch – gesunde Seele

Allergosan: Psyche, Stress & Nerven

Allergosan: Probiotika

 

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5 Comments

  • Reply Leonie 11. September 2020 at 2:27 pm

    Wahnsinnig toller und informativer Beitrag! Ich habe auch sowohl mit dem Darm immer wieder Probleme, als auch mit der Haut (Akne).

    Ich habe bei mir festgestellt, dass es vor allem am Stress liegt und in Zeiten in denen ich es schaffe meinen Stress runter zu fahren, merke ich starke Besserungen ☺️

  • Reply Lara 7. August 2020 at 11:20 am

    Liebe Justine,

    ganz herzlichen Dank für deine super ausführlichen und spannenden Artikel zu dem Thema! Es ist echt hilfreich, so kompakt so viele Infos zum Thema Darm lesen zu können. Richtig super!

    Liebe Grüße
    Lara

    • Reply Justine 3. September 2020 at 2:52 pm

      Hi liebe Lara, entschuldige meine späte Rückmeldung! Danke dir sehr. Das freut mich riesig 🙂

  • Reply Caroline 7. August 2020 at 8:37 am

    Welche Produkte nimmst du für den Darm?

    • Reply Justine 3. September 2020 at 2:52 pm

      Hi liebe Caroline, ich nehme die Mikroorganismen von Tisso, die Ballaststoffe von Zinzino und Gut Pro Probiotikum. Aber ich wechsle immer mal wieder 🙂

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