Alex und ich haben einen Monat lang dokumentiert, was wir einkaufen. Genauer gesagt, welche Lebensmittel wir innerhalb einer 30 Tage-Periode konsumieren und wie viel Geld wir monatlich für eine gesunde, vegane Ernährung ausgeben. Wir konsumieren nicht perfekt, werden aber jeden Monat besser darin, weniger Verpackung zu verbrauchen und noch nachhaltiger einzukaufen.
Gleich vornweg möchte ich eins loswerden:
Fakt ist, dass uns gesundes Bio-Essen sehr wichtig ist. Wir sparen lieber an anderer Stelle und kaufen dafür mehr gutes Essen ein. Ganz nach dem Motto: Lass Nahrung deine Medizin sein. Ich denke, es geht nicht nur darum, wie viel Geld man generell hat (denn wir sind alles andere als reich!), sondern auch darum, wie man seine Prioritäten setzt und wofür man sein Geld ausgeben will. Allerdings spreche ich aus der privilegierten Situation heraus, dass wir solche Entscheidungen überhaupt treffen können. Dafür bin ich sehr dankbar.
Weiter unten teile ich auch noch Tipps mit euch, wie man besonders gut an günstiges, veganes Bio-Essen kommt.
Alles bio, oder wat?
Wie ihr gleich weiter unten auf den Fotos sehen könnt, kaufen wir zu über 95% bio ein. Uns ist es super wichtig, nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch der Umwelt zuliebe, dass wir fast ausnahmslos biologische Produkte kaufen. Diesen Pestizid-Wahnsinn will ich keinesfalls unterstützen bzw. meinem Körper zumuten.
Außerdem ist uns wichtig, dass verantwortungsvoll mit den Böden, unseren Ressourcen und natürlich den Mitarbeitern umgegangen wird.
Regionalität und Saisonalität
Ab und an landen Datteln, (getrocknete) Mangos oder hier und da eine Avocado im Einkaufswagen. Dass das nicht ideal ist, wissen wir natürlich. Abgesehen davon kaufen wir fast nur regionales Bio-Obst und Gemüse (zumindest im Frühling, Sommer und Herbst) ein und das so gut wie immer unverpackt, worauf ich super stolz bin. Wir lieben Kichererbsen, Tahini und Reis, kaufen aber auch Linsen, Müsli und Haferflocken aus Österreich. Die Saisonalität klappt gut, bei Regionalität gibt’s noch Luft nach oben, wobei ich sagen muss, dass unser Anspruch hier keinesfalls ist, es irgendwann zu schaffen, gar nichts mehr zu essen, was nicht aus Österreich oder der näheren Umgebung stammt. Ich liebe getrocknete Mangos und ab und zu Quinoa zu essen. Ich persönlich sehe das nicht so wild, so lange wir uns noch etwas verbessern.
Zero Waste
Wenn man unseren Einkauf mit einem unserer Einkäufe von vor 2 Jahren vergleicht, hat sich sehr viel getan. Wir kaufen Obst und Gemüse zu 98% unverpackt, da wir das unverpackte Gemüse aus Bioläden und der Biokiste nutzen. Wir gehen 2-3x pro Monat zum Zero Waste Laden „Der Greissler“ und decken uns dort mit Bio-Zeugs, wie Reis, Haferflocken und Nudeln für Alex ein. Recht neu gibt es dort nun auch Linsennudeln. Die werden wir zukünftig also auch unverpackt dort einkaufen. Einige getrocknete Mangos, Rosinen, Cashews, Haferflocken, Brot und Müsli haben wir auch ganz wunderbar unverpackt bekommen.
Bei Kichererbsen, Erbsenpasta, Hafermilch und Co. ist trotz allem richtig viel Verpackung angefallen. Kichererbsenmehl beispielsweise gibt es in Wien (meines Wissens nach) nicht unverpackt, Quinoa allerdings schon, da werden wir im kommenden Monat auf das unverpackte Quinoa umsteigen.
Es ist halt schon so, dass Nudeln, Quinoa und Co. teilweise (!) bedeutend teurer sind im Unverpackt-Laden und da wir ohnehin schon recht viel Geld für Essen ausgeben, müssen wir einfach schauen, dass wir dann an anderer Stelle sparen.
Wir versuchen uns einfach Monat zu Monat zu verbessern.
Die Produkte vom Zero Waste Laden „Der Greissler“ sind soweit ich weiß, alle bio.
Ernährung
Wie ihr seht, ernähren wir uns richtig gesund. Bei uns kommt hauptsächlich Gemüse und Obst auf den Teller.
Mein Kredo: Das was man nicht einkauft, isst man auch nicht. Zuhause ist also sozusagen unser Safe Place was Ernährung betrifft. Wir bestimmen zu 100% was in unseren Gerichten landet und wenn man den Kühlschrank voller gesunder Sachen hat, dann isst man halt auch nur das.
Deshalb kaufe ich mir nur sehr selten etwas ungesundes für zuhause. Für Alex gab es diesen Monat ein paar Mal Bier, Humus-Chips und einmal Schoko-Amarena-Kirschen. Natürlich kann er essen was er will (um das mal klarzustellen haha). Auch er isst zuhause überwiegend super gesund und die paar Hummus Chips und Bier sind wohl sein größtes „Laster“.
Großeinkauf
Wir machen einmal pro Monat einen Großeinkauf beim Merkur. Das ist ein konventioneller Supermarkt, der jedoch ein recht großes Angebot an Bio-Lebensmitteln hat. Wir nutzen immer unseren 15% Rabattcode, den man einmal pro Monat einlösen kann. Bei diesem Einkauf fällt leider eindeutig mit Abstand die meiste Verpackung an! Jedenfalls kommen wir so recht günstig an Bio-Quinoa und Co.
Unsere wöchentliche Biokiste
Normalerweise holen wir uns wöchentlich eine Biokiste ab! Das wisst ihr seit meinem super ausführlichen Beitrag über die Biokiste. Jedenfalls haben wir im September nur 2x eine Kiste geholt, weil sie die anderen Male ausverkauft war, bevor ich bestellen konnte! Zukünftig sind wir da wieder schneller 🙂
Die Biokiste ist immer ganz ohne Verpackung, weil wir in unsere mitgebrachte Kiste umfüllen.
Fertigprodukte
Wie ihr seht, kaufen wir sehr wenige Fertigprodukte. Saucen und Dressings machen wir immer selbst, manchmal kaufen wir Aufstriche oder veganen „Parmesan“. Bei Fertigprodukten achte ich darauf, dass die Zutatenliste trotzdem recht gesund ist. Der vegane Pizzakäse (so unfassbar lecker!) besteht vor allem aus Wasser und Mandeln und Aufstriche, die ich auswähle, sind immer ohne raffinierten Zucker und meist auch ohne Agave und Co.
Getränke
Wir trinken überwiegend Tee und Leitungswasser (Hochquellwasser). Zwischendurch liebe ich es aber manchmal, Bio-Zisch oder Traubenlimo zu trinken. Die Traubenlimo besteht zu 50% aus Wasser und zu 50% aus Traubensaft und die Bio-Zischs sind natürlich ganz ohne raffinierten Zucker. Alex trinkt manchmal Bier und hat sich eine Flasche Sturm beim Markt mitgenommen.
PR Samples
Ich bekomme auch hin und wieder Lebensmittel geschenkt. Diesen Monat waren das ein paar Tafeln Dattel-Schokolade, also zuckerfreie Schoki, ein Laib Brot (haha ja!), gesunder Proteinshake und Riegel von nucao. Matcha beispielsweise bekommen wir in regelmäßigen Abständen von Kissa geschenkt.
Büro, unterwegs essen gehen
Ich esse fast nur zuhause, Alex hingegen isst unter der Woche auch immer wieder im Büro. Manchmal nimmt er Essen von Zuhause mit, manchmal kocht er mit Zutaten die er dort vor Ort kauft und manchmal gibt’s einen Lunch auswärts mit den Kollegen.
Wir gehen aktuell nicht so viel essen wie früher. Eigentlich nur alle paar Wochen! Wir bestellen fast nie.
Aloe Vera und Co.
Ihr wisst, dass ich viel für meine Haut tue. Aktuell trinke ich bestimmte Tees, mische mir Brennnesselsamen und Mariendistel in Smoothies, um die Funktion der Leber zu unterstützen. Ich kaufe mir einmal pro Woche ein Stück frische Aloe Vera, nehme ein paar natürliche Nahrungsergänzungen und Co. Jedenfalls habe ich diese „speziellen“ Sachen nicht mit auf unsere Food-Liste gegeben. Das hat irgendwie einfach gar nichts mit unserem Monatseinkauf zu tun und ich bezahle es getrennt davon. Ich habe auch den Sellerie nicht eingerechnet, weil das einfach die Bilanz zu stark verändern würde.
Fairness
Alle Produkte, die wir aus Österreich beziehen, sind automatisch fair. Fast alle anderen Bio-Produkte auch. Wobei ich zugeben muss, dass ich auf den Fairness-Faktor bei Nahrungsmitteln noch besser achten könnte! Wir geben aber unser bestes und kaufen Sachen wie Kaffee (für Alex haha) nur mehr fair.
Los geht’s! Ich teile all unsere Einkäufe mit euch.
Das Fazit und die Kosten gibt es dann weiter unten!
Einkauf bei Denn’s Biomarkt: 36,93€
Regionale Biokiste von „Biogemüse Hopf“: 18€
Einkauf bei Denn’s Biomarkt: 18,27€
Großeinkauf beim Merkur Supermarkt: 134,75€
Es ist fast alles Bio. Nicht bio sind die Erbsennudeln, ein paar der Linsennudeln, die Süßkartoffeln, die Hummus-Chips und der Pizzaschmelzkäse.
Wir haben einen 15% Rabattcode eingelöst. Eigentlich hätte der Einkauf circa 150€ gekostet.
Einkauf beim Zero Waste Laden „Der Greissler“: 12,29€
Einkauf beim Merkur Supermarkt: 8,46€
Alles bio, bis auf den „Schmelzkäse“!
Einkauf bei Denn’s Biomarkt: 24,51€
Einkauf bei Denn’s Biomarkt: 27,40€
Einkauf bei Denn’s Biomarkt: 18,13€
Regionale Biokiste von „Biogemüse Hopf“: 15€
Einkauf beim Merkur Supermarkt: 9,85€
Einkauf bei Denn’s Biomarkt: 6,24€
Einkauf bei Denn’s Biomarkt: 14,62€
Einkauf beim Zero Waste Laden „Der Greissler“ : 14,49€
Nicht zu sehen: getrocknete Mangos und der Rest vom Olivenbrotring. Alles schon aufgefuttert!
Einkauf bei Denn’s Biomarkt: 20,37€
Einkauf beim Zero Waste Laden „Der Greissler“ : 17,31€
Einkauf beim Bio-Bauernmarkt: circa 8,50€
(nur beim Löwenzahn war nicht ganz sicher, ob er bio ist!)
Einkauf beim Bio-Bauernmarkt: circa 22,50€
Einkauf beim Merkur Supermarkt: circa 8,50€
Mango-Stücke und das Bier sind bio, die Hummus Chips nicht!
Einkauf bei Denn’s Biomarkt: 8,16€
Kosten
All das hat 443,78€ gekostet.
Wenn wir uns zusammenreißen würden, würden wir vermutlich jeden Monat 400€ schaffen, aber ab und zu Hummus-Chips für Alex, Bio-Zisch für mich und das summiert sich dann halt. Aber die paar Sachen, die wir uns „gönnen“, will ich halt nicht weglassen, solange wir sie uns irgendwie leisten können! Ich liebe halt mein Bio-Zisch haha.
Andererseits ist es halt auch so, dass wir durchschnittlich 7,39 pro Person pro Tag ausgeben. Das ist für eine vollwertige Bio-Ernährung irgendwie auch wieder ziemlich wenig, finde ich!
Für mich ist das Ergebnis also vollkommen okay. Alex und ich fühlen uns wohl damit! Ich bin jedenfalls sehr dankbar, dass wir uns so tolles, gutes Essen leisten können!
Wie seht ihr das?
Wie viel Geld gebt ihr pro Monat aus? Habt ihr das schonmal ganz genau dokumentiert?
Ist eine hochwertige, vegane Bio-Ernährung nun teuer oder nicht?
Bevor ich mir zu viele Gedanken um den Preis mache, überlege ich mir erst mal: Will ich wirklich pestizidverseuchte Nahrung zu mir nehmen und mit-verantwortlich sein, dass Böden ausgelaugt werden? Die Antwort ist natürlich nein.
Natürlich muss man es sich leisten können und wollen. Viele Menschen könnten sich leisten, bio zu kaufen (oder andere Dinge wegzulassen und dann eben bio zu kaufen) und tun es nicht, das wollen ist also fast noch wichtiger, als das können. Natürlich nicht in jedem Fall. Ich will hier logischerweise niemanden verurteilen oder sonstiges. Ihr kennt mich ja 🙂 „Bio ist teuer“ kann also als korrekt eingestuft werden, wenn man direkt mit nicht-bio vergleicht. Ich finde halt, es geht vor allem darum, was man für sein Geld bekommt und deshalb ist mir das Preis-Leistungsverhältnis von regionalem Bio-Essen jedenfalls gut genug.
Man könnte auch argumentieren, dass konventionelles nicht-bio Essen viel zu billig ist und uns deshalb bio oft teuer vorkommt. Ich finde es jedenfalls im Vergleich nicht zu teuer, bio zu essen.
Wie kann man sich Bio-Essen zum kleinen Preis leisten? Meine Tipps um Geld zu sparen!
Rabattcodes nutzen, bspw. Foodsaver Boxen von SIRPLUS bestellen (viele Bio-Produkte zu stark reduzierten Preisen), regionale und saisonale Biokisten abonnieren (siehe mein ausführlicher Beitrag und die anfallenden Kosten, Preisvergleich mit Denn’s), in Supermärkten und auf Märkten fragen, ob es Gemüse oder Obst gibt, das nicht mehr ganz so schön ist und günstiger abgegeben wird oder sogar geschenkt wird!
Ansonsten kann ich nur sagen: In manchen Shops kosten die Sachen einfach mehr, als in anderen. Auf Dauer bekommt men ein ganz gutes Gefühl, wo,welche Lebensmittel teurer oder günstiger zu bekommen sind!
PS: Schaut auch mal im SIRPLUS Onlineshop nach. Bio-Lebensmittel um mehr als 50% reduziert, weil sie bereits abgelaufen, aber noch bedenkenlos verzehrbar sind. So tut man nicht nur etwas für den eigenen Geldbeutel, sondern auch noch was gegen Lebensmittelverschwendung
Werft ihr viele Lebensmittel weg? Habt ihr all das im September aufessen können?
Wir werfen sehr wenig weg, aber manchmal schimmelt auch bei uns etwas! Wir sind dabei, das noch weiter zu reduzieren! Wir haben nicht alles (trockene bzw. haltbare Lebensmittel), was ihr auf den Fotos seht, im September aufgegessen. Das liegt daran, dass wir nicht alles jeden Monat kaufen. Das Kokosöl hält bspw. 2-3 Monate lang.
Wir hatten noch Sachen übrig von August und haben jetzt im September auch noch Sachen übrig für Oktober. Beispielsweise Haferflocken, wie gesagt Kokosöl, Kartoffeln, Kichererbsenmehl, Apfelmus und wenige andere Sachen. Das kaufen wir dann im kommenden Monat einfach weniger. Dafür haben wir beispielsweise schon lange kein Olivenöl mehr gekauft, da werden wir dann im Oktober Nachschub besorgen. Sonnenblumenkerne hatten wir auch noch haufenweise, die haben wir nun aufgebraucht und kaufen dann im Oktober oder November neue! Aber ihr wisst ja ohnehin, was ich meine. Manche Produkte kauft man eben nicht ständig!
Fazit
Ich bin total begeistert, all das Obst und Gemüse, das wir so essen, auf einem Haufen zu sehen. Es ist so schön die Entwicklung unserer Ernährung zu beobachten. Vor ein paar Jahren haben wir vielleicht 1/3 an dem Obst und Gemüse gegessen, das wir aktuell zu uns nehmen. Wobei man an dieser Stelle anmerken muss – oben habe ich es schon erwähnt – dass Alex eben nicht immer zuhause isst, sonst hätten wir noch mehr Gemüse darauf.
Obst esse vor allem ich. Alex isst irgendwie nicht so viel Obst.
Stolz bin ich natürlich, dass wir auch viel weniger Verpackung verbrauchen als früher. Trotzdem ist da noch einiges an Luft nach oben. So etwas wie Datteln, getrocknete Mangos und Linsennudeln will ich zukünftig ausschließlich unverpackt kaufen, da ist diesen Monat noch ein bisschen Verpackung angefallen!
Reis, Haferflocken, Pasta für Alex, Müsli für Alex, Gewürze und Nüsse werde ich auch zukünftig weiterhin bzw. überwiegend unverpackt kaufen.
Bei Kichererbsen bin ich aktuell noch etwas zu faul zum vorkochen und kaufe deshalb die Kichererbsen im Glas.
Ganz unverpackt wird unser Monatseinkauf nie werden. Aber wir bemühen uns stetig noch mehr unverpackt einzukaufen.
Mehrweg-Verpackungen
Einkaufstüten nehmen wir schon lange keine mehr. Wir bringen immer unsere eigenen Taschen mit oder jonglieren den Einkauf dann irgendwie ohne Tasche nach Hause.
Wir haben außerdem mehrere kleine und große Baumwollsäckchen, in die man ganz wunderbar Obst und Gemüse packen kann.
Over & Out! Ich freue mich riesig auf euer Feedback!
liebe Grüße & Peace,
Justine


























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