[Fact Friday: Ein bisschen Bildung am Freitag] Alle reden vom Klimawandel. Das ist gut. Doch was genau bedeutet der Klimawandel? Was hat es mit der Ansammlung von so viel CO2 in der Atmosphäre auf sich? Heute gehe ich also der Frage auf den Grund, wie genau die Veränderung des Klimas (die Beschreibung des Wetters über einen langen Zeitraum) und die steigende Wärme auf unserem Planeten von Statten gehen. Der Klimawandel einfach erklärt:
Der Klimawandel einfach und verständlich erklärt
Die unsichtbare Lufthülle, die unsere Erde umgibt, heißt Atmosphäre. Diese besteht zu 78,08% aus Stickstoff, zu 20,95% aus Sauerstoff, zu 0,93% aus Edelgasen und zu 0,04% aus Treibhausgasen. Diese Treibhausgase sind Kohlenstoffdioxid (CO2), Ozon (O3), Lachgas (N2O) und Methan (CH4). Wenn die Sonne auf die Erde scheint, dann gelangen die meisten dieser Strahlen durch die Atmosphäre auf die Erdoberfläche und werden dann als Wärmestrahlung wieder abgegeben/reflektiert. Wenn all diese Strahlung wieder ungehindert ins Weltall entweichen würde, wäre das Klima 33 Grad kälter und uns gäbe es gar nicht. Die Treibhausgase, die ich weiter oben genannt habe, verhindern jedoch, dass die gesamte Wärmestrahlung wieder die Atmosphäre verlässt. Sie nehmen den Großteil der Strahlen auf und strahlen sie wieder in verschiedene Richtungen zurück. Dadurch werden die Luftschichten darunter und die Erde natürlich nochmals erwärmt. Dieser Vorgang wird natürlicher Treibhauseffekt genannt. Die Gase, die dafür verantwortlich sind, sind die natürlichen Treibhausgase. Die globale Durchschnittstemperatur liegt übrigens bei ungefähr 14 Grad.
Die Treibhausgase machen im Gegensatz zu Stickstoff und Sauerstoff zwar nur einen winzigen, aber entscheidenden, Teil der Atmosphäre aus. Denn nur sie können die Wärmestrahlung (weiter oben erwähnt) aufnehmen und verhindern, dass sie ungehindert zurück ins Weltall strahlt.
Wenn also durch den Menschen immer mehr Treibhausgase (insbesondere CO2, aber natürlich auch Methan und Co.) in die Atmosphäre gepumpt (Flugzeuge, Autos, Fabriken, Massentierhaltung, usw.) werden, dann bleiben logischerweise auch mehr Wärmestrahlen dort hängen und die Erde erwärmt sich immer weiter.
„Von 2000-2009 entstanden 29% der globalen menschengemachten Methan-Emissionen durch die Förderung fossiler Brennstoffe. Fast genauso viel Methan wird durch die Viehhaltung, vor allem durch die Verdauung der Rinder erzeugt.“ – Kleine Gase, große Wirkung – Der Klimawandel von David Melles & Christian Serrer.
In den letzten 130 Jahren wurde ein Anstieg von etwa 0,8 Grad gemessen und auch das ist in vielen Teilen der Welt bereits deutlich spürbar. Direkt oder indirekt beeinflusst der Klimawandel bereits jetzt alle 7,5 Milliarden Menschen. Ein Anstieg von bspw. 2 Grad klingt wenig, würde aber zu schrecklichen Katastrophen führen: Gigantische Wirbelstürme, Dürre, Jahrhundertfluten und vieles mehr. Doch genau auf einen Anstieg von 2 Grad und noch mehr steuern wir gerade zu. Viele sagen, dass wir das Ruder noch herumreißen können, andere meinen, dass wir es nicht mehr schaffen. Ich bin mir sicher, es ist möglich, aber nur wenn deutlich mehr passiert, auch seitens der Politik und Industrie.
Übrigens werden in etwa 22% der menschengemachten CO2 Emissionen vom Meer aufgenommen (es schwächt sozusagen die globale Erwärmung der Atmosphäre ab), was wiederum zur Versauerung der Meere, zu Korallensterben usw. führt.
Quelle:
Kleine Gase, große Wirkung – Der Klimawandel von David Melles & Christian Serrer. Das Buch gibt einen umfassenden Einblick in den aktuellen Stand des Wissens. Unterstützt wurden die beiden Autoren von über 100 Wissenschaftler*innen.


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