Eco, Fact Friday

#FactFriday: Das dreckige Geschäft mit dem Gold

[Fact Friday: Ein bisschen Bildung am Freitag] Ein Kettchen aus Gold oder ein goldener Ehering haben einen hohen Preis: Der konventionelle Goldabbau steht für Umweltverseuchung, Tod, Kinderarbeit, Ausbeutungen Einheimischer, giftige Dämpfe, Verletzung der Menschenrechte, hochgiftige Chemikalien in Böden und Flüssen und das nur, damit wir Goldschmuck tragen können? Der reine Irrsinn! 

„In Peru arbeiten 50.000 (!) Kinder in Goldmienen.“

Der Abbau von Gold schaut normalerweise folgendermaßen aus: Menschen, auch Kinder, machen Sprengungen in riesigen Mienen, schleppen Gestein umher, zerschlagen es, zermahlen es und dann wird Zyanid in rauen Mengen eingesetzt. Das auf Plastikplanen unter freiem Himmel – oder seltener in geschlossenen Tanks – untergebrachte Gestein wird nämlich wochenlang damit beträufelt. Zyanid aka die Salze der Blausäure, ist nichts anderes als Gift für den Menschen und die Natur. Es wird benutzt, um winzige Goldspuren aus dem Gestein zu lösen. Der Gebrauch von Zyanid in den Goldmienen wird auf 182.000 Tonnen pro Jahr geschätzt. Egal ob das Zyanid in offenen oder geschlossenen Becken angewandt wird, am Ende bleibt hochgiftige Schlacke übrig und diese wird meist einfach in Flüsse und Meere gekippt. Wohin auch sonst? Die fachgerechte Entsorgung interessiert in Ländern wie Indonesien leider einfach niemanden. Die Aufklärung fehlt, Menschenleben sind weniger oder nichts wert. Schreckliche Zustände! Doch es geht noch weiter, denn das Gestein, das mit Zyanid behandelt wird, bildet Säuren, die sich in den Untergrund fressen und das Grundwasser noch zusätzlich verseuchen. Doch es wird nicht nur Zyanid eingesetzt, um Gold abzubauen. Ein ebenfalls beliebtes Verfahren ist Gold aus Fluss-Sand zu gewinnen. Das macht man mit Hilfe von Quecksilber. Dieses verbindet sich mit dem Goldstaub und es entsteht eine Legierung. Wenn man diese Verbindung erhitzt, verdampft das Quecksilber und Gold bleibt übrig. Dass dabei giftige Dämpfe ungefiltert in Luft und Flüsse gelangen, ist klar. Abgesehen davon werden Schwermetalle wie Blei, Kadmium und Arsen freigesetzt.

„Durch die Gewinnung von Gold landen pro Jahr allein im Amazonas schätzungsweise 100 Tonnen Quecksilber.“

Die Gefährdung der Gesundheit liegt auf der Hand. Zyanid bspw. verhindert den Sauerstofftransport im Körper. Schon Mini-Dosen können zum Tod führen. Quecksilber reichert sich im Körper an und schädigt insbesondere das neutrale Nervensystem. Giftige Dämpfe in den Goldmienen können zu geistigen Behinderungen führen und Organe schädigen. Besonders schädlich ist all das natürlich für Kinder, die noch mitten in der Entwicklung stecken und durch die Gifte maßgeblich beeinträchtigt werden. Die Gefahr durch einstürzende Tunnel durch Sprengungen sind ein weiteres Risiko.

„In Südafrika kommen auf jede geförderte Tonne Gold etwa ein toter Mienenarbeiter und zwölf schwere Unfälle.“

Was du tun kannst: Alten Schmuck von Familie, Freunden oder einfach vom Flohmarkt (da gibt’s haufenweise alten Schmuck), von einem Goldschmied in ein neues Schmuckstück verwandeln lassen. Schmuck secondhand kaufen oder Brands unterstützen, die sich vom konventionellen Goldabbau distanzieren und auf faire und nachhaltige Weise – ganz ohne Einsatz von Chemikalien – Schmuck herstellen. Ja, die gibt es! Es gibt eigentlich zu allem auf dieser Welt eine faire Alternative. Außerdem: Geld nicht in Gold anlegen. Elektronikgeräte seltener und wenn dann im besten Fall secondhand kaufen, denn auch in einem PC stecken mehrere Gramm Gold. Auch in der Zahntechnikindustrie wird Gold verwendet. Die Schmuckproduktion macht jedoch mit 78% den größten Anteil aus und da fragt man sich echt, wie absurd das eigentlich ist. Es liegt tonnenweise Gold in Form von Schmuck, den niemand haben will oder niemand trägt, in Kellern, Speichern und Schmuckschatullen. Den zu recyceln würde genügen, dass wir alle mehr als genug Ketten, Armreife und Ohrringe haben!

 

 

 

Previous Post Next Post

You Might Also Like

No Comments

Kommentar verfassen