Dieser Beitrag ist läääängst überfällig. Warum ich nichts anderes als Naturkosmetik an meine Haut lasse, kläre ich heute auf! Je länger ich Naturkosmetik verwende, desto absurder finde ich, dass Mikroplastik, Inhaltsstoffe auf Erdölbasis, gelartiger Kunststoff, synthetische Duftstoffe und Co der ganz normale Wahnsinn in herkömmlicher Kosmetik sind. Aber alles der Reihe nach. Ich habe einige eurer Fragen mit aufgenommen und gebe einen guten Überblick über Naturkosmetik, auch im Vergleich mit konventioneller Kosmetik. Los geht’s!
Was ist überhaupt der Unterschied zwischen konventioneller Kosmetik und Naturkosmetik?
Bei Naturkosmetik sind die Inhaltsstoffe größtenteils – es gibt nur wenige geregelte Ausnahmen – natürlichen Ursprungs. Naturkosmetik setzt auf natürlich nachwachsende Rohstoffe, die meistens pflanzlichen Ursprungs sind, schadet nicht der Umwelt und steht für einen schonenden Umgang mit unseren Ressourcen, was nicht nur die Rohstofferzeugung und den Herstellungsprozess, sondern auch die Verpackung und die biologischen Abbaubarkeit des Produkts betrifft. Deshalb haben beispielsweise Inhaltsstoffe wie,
Rohstoffe auf Erdölbasis,
Silikone,
gentechnisch veränderte Organismen,
synthetische Fette, Öle und Duftstoffe,
nicht nachwachsende Rohstoffe,
Mikroplastikpartikel,
gelartiger Kunststoff,
umweltschädliche Filmbildner wie EDTA,
nichts in Naturkosmetik-Produkten zu suchen. Und ja, es ist Gang und Gebe dieses Zeug in konventioneller Kosmetik zu verwenden. Bestimmte Herstellungsverfahren für Emulgatoren und syntethische Konservierungsmittel wie Ethoxylierungen oder radioaktive Bestrahlungen kommen aus Umweltschutzgründen ebenfalls nicht in Frage. Auch bei der Konservierung wird in der Naturkosmetik auf eine umweltschonende Gewinnung aus Pflanzen gesetzt.
Unsere Haut ist unser größtes Organ. Eine lebende, riesige Hülle. Was glaubt ihr, was passiert, wenn man sie täglich, jahrelang mit synthetischen Duschgels duscht, mit Mikroplastik-Peelings abreibt mit Cremes eincremt, die synthetische Duftstoffe, Silikone und Inhaltsstoffe auf Erdölbasis enthalten? Die umweltkritischen Silikone, die hormonellen Schadstoffe und synthetischen Polymere verschwinden nicht einfach, sondern werden von unserer Haut aufgenommen und reichern sich im Bindegewebe an und können sich natürlich auf Dauer auch weiter ausbreiten. Aber auch wenn sie nur den äußeren Hautschichten schaden würden, wäre das Grund genug, die Finger davon zu lassen.
Welche Inhaltsstoffe in herkömmlicher Kosmetik sind besonders schädlich für uns?
Auf einzelne Produkte gerechnet, sind im Normalfall keine schädlichen Stoffe in bedenklichem Maße enthalten. Aber man verwendet ja nicht nur ein synthetisches Produkt und das auch nicht nur für kurze Zeit, sondern wochenlang, monatelang oder noch länger und dann kann es sehr, sehr bedenklich werden. Stoffe wie Formaldehyde, BHT, BHA, Propylparaben, Butylparaben, Cera Microcristallina, Microcristallina Wax, Mineral Oil, Ozokerite, Paraffin, Paraffinum Liquidum, Petrolatum, Benzophenone-3, 4-Methylbenzylidene Camphor, 3-Benzylidene Camphor, Ethylhexyl und viele mehr sollten weder auf deine Haut, noch in die Umwelt gelangen.
Nehmen wir mal Formaldehyde. Sie wurden von der IARC als karzinogen (krebsfördernd) eingestuft und von der EPA als „wahrscheinlich krebsfördernd“. Sie stehen außerdem in Zusammenhang mit Asthma, Brustschmerzen, Allergien, Kopfschmerzen und Schwindel. Die Beigabe wird oft verschleiert. Du findest es unter Hydantoin, Sodium Lauryl Sulfat (sls) oder Formalin. SLS findest du bspw. in vielen herkömmlichen Gesichtsreinigern, Haarspülungen, Shampoos und Zahnpasta.
Parabene findest du in Kosmetika besonders häufig als Konservierungsstoff. Du erkennst Parabane an der Endung „-paraben“. Propylparaben und Butylparaben bspw. stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen. Andere Parabene lagern sich im Körper ab und werden unter anderem mit Unfruchtbarkeit, verfrühter Pubertät und hormonbedingten Krebsarten in Verbindung gebracht.
„Ziemlich schockiert hat mich eine Studie vom BUND (aus dem Jahr 2013) derzufolge etwa 1/3 der Kosmetika, die in Deutschland verkauft werden, hormonell wirksame Substanzen enthält.“
Polyethylenglykole, erkennbar an den Namensbestandteilen „PEG“ oder der Endung „-eth“ schwächen beispielsweise die natürliche Barrierefunktion der Haut, sodass Schadstoffe leichter eindringen können.
Petrolatum ist auch nicht besser. Auch bekannt als Paraffin oder Vaseline kann es zu verschiedenen Hautstörungen führen und sich in Leber, Milz und Lymphknoten ablagern und steht im Verdacht, in Zusammenhang mit Krebs zu stehen. Paraffin wird übrigens aus Erdöl gemacht und alleine diese Tatsache sollte bei uns alle Alarmglocken schrillen lassen.
„Weltweit werden jedes Jahr zehntausende Tonnen Mineralölprodukte für die Kosmetikbranche hergestellt.“
Ich finde: Was man nicht essen könnte, sollte man sich auch nicht auf seine Haut schmieren, denn im Endeffekt landet es eben auch in deinem Körper. Naturkosmetik ist für mich echt ein No-Brainer. Man kriegt sie überall und es gibt unendlich viel Auswahl. Also, warum nicht? Tu dir und der Umwelt was Gutes!
Kann konventionelle Kosmetik auch Auswirkungen auf unser Hormonsystem haben?
Erschreckenderweise, ja.
Aber lass uns erstmal klären, was hormonelle Schadstoffe überhaupt sind. Das sind synthetisch hergestellte Chemikalien, die in unser Hormonsystem eingreifen. Dieses wiederum steuert den gesamten menschlichen Stoffwechsel. Besonders bei Kindern, die noch in der Entwicklung oder gar ungeboren im Bauch der Mutter sind, können solche Stoffe gravierende Auswirkungen haben, da das Hormonsystem die körperliche und geistige Entwicklung steuert. Besonders problematisch ist die Wechselwirkung verschiedener hormoneller Chemikalien in verschiedenen Produkten. Natürlich kann auch bei jahrelanger Einnahme nichts passieren, aber die Möglichkeit ist gegeben. Und oftmals merkt man ja auch nicht unbedingt (sofort) etwas von den Auswirkungen.
Besonders Parabene stehen in Verdacht hormonell wirksam zu sein, siehe eine Frage weiter oben.
Woran erkenne ich Erdöl in der Kosmetik?
Hinter folgenden Begriffen verbirgt sich Mineralöl:
Cera Microcristallina
Microcristallina Wax
Ceresin
Mineral Oil
Ozokerite
Paraffin
Paraffinum Liquidum
Petrolatum
Vaseline
Synthetic Wax
Kann Naturkosmetik mit konventioneller Kosmetik mithalten?
Na logo! Ich verwende seit Jahren nur Naturkosmetik und liebe es! Ich fühle mich überhaupt nicht so, als würde ich einen Kompromiss eingehen. Im Gegenteil, es gibt haufenweise Auswahl an Schminke, Pflegeprodukten, Haarpflegeprodukten und Co und das in allen Preissegmenten. Ich finde Naturkosmetik sehr fortschrittlich und vermutlich gibt es nur eine einzige Sache, die man nicht finden wird: Eine vegane Naturkosmetik-Wimperntusche, die wasserfest ist. Ansonsten gibt’s einfach alles, alles, alles von verschiedensten Marken.
Wie kann es sein, dass eine Naturkosmetik-Creme von Alverde 1,95€ kostet und eine von Weleda 15€?
Der Preis eines Kosmetikprodukts setzt sich aus sehr vielen Komponenten zusammen. Aus (der Hochwertigkeit) der Verpackung, Marketing, Logistikkosten, Rohstoffe, Menge der produzierten Produkte, etc. Je mehr Packmittel ich kaufen kann, desto günstiger wird dieses natürlich per Stück.
Naturkosmetik ist ganz einfach nicht gleich Naturkosmetik. Es gibt große Qualitätsunterschiede. Ich finde es toll, dass Marken wie Alverde Naturkosmetik an die Masse bringen – günstig und für alle leicht zugänglich. Alverde ist letztendlich ein Discounterprodukt. Der günstigere Preis (die günstigste Creme, die ich gefunden habe, hat 2,95€, nicht 1,95€ gekostet) ergibt sich durch verschiedene Faktoren. Alverde ist die Eigenmarke von dm, daher hat die Marke einen riesigen Konzern im Rücken und muss nicht dafür zahlen, im dm gelistet zu sein. Alverde muss wesentlich weniger Werbung machen und spart dadurch sehr viel Geld. Alverde wird in riesigen Massen produziert und oft macht eben gerade die Menge einen Preisunterschied. Je mehr Rohstoffe man kauft, desto günstiger bekommt man sie, je mehr Produkte man verkauft, desto besser die Skaleneffekte bei den Kosten für Entwicklung, Maschinen etc. Sie setzen auf günstige (teilweise Bio-)Rohstoffe. Wenn ich die Inhaltsstoffe anschaue, dann sehe ich als erstes Wasser und als zweites meist Bio-Alkohol, dann bspw. Trygliceride und Glycerin an vierter Stelle. Danach kommt Bio-Sonnenblumenöl und dann wieder Alkohol, usw. Das sind alles günstige und keinesfalls super hochwertigen Rohstoffe. Wenn ich hingegen eine Creme vom Berliner Naturkosmetikunternehmen i+m unter die Lupe nehme – ähnliches Preissegment wie Weleda – dann sehen die ersten sechs Inhaltsstoffe (es wird das als erstes aufgelistet, von dem am meisten enthalten ist und dann, was am zweitmeisten enthalten ist usw.) schon ganz anders aus: Wasser, Bio-Aloe Vera, Bio-Jojobaöl, Bio-Sojaöl, Bio-Mandelöl und dann Alkohol. Auch die weiteren Inhaltsstoffe unterscheiden sich teilweise recht stark. Ich habe auch noch ein Gesichtsöl von i+m mit einem von Alverde verglichen und auch da war der Unterschied recht stark.
Karotten-Öl von Alverde: Glycine Soja Oil*, Dodecane, Caprylic/Capric Triglyceride, Olea Europaea Fruit Oil*, Daucus Carota Sativa Root Extract*, Arnica Montana Flower Extract* usw.
Age Plus Gesichtsöl von i+m: Bio-Aprikosenkernöl, Bio-Distelöl, Bio-Macadamiaöl, Squalane aus Olivenöl, Bio-ätherisches Öl, Bio-Arganöl usw.
Der Preis von Naturkosmetik hängt einfach sehr stark von Qualität und Quantität von „aktiven“ Stoffen ab. Beispiel: Je mehr Wasser, desto billiger das Produkt, aber wenn 95% Wasser in einer Creme stecken, ist halt auch kaum mehr Wirksamkeit gegeben. „Billige“ Cremes werden mit nicht aktiven Inhaltsstoffen und sehr günstigen Aktivsubstanzen gefüllt wie zB. Sojaöl, Sonnenblumenöl, Glycerin und Alkohol. Das sind keine schlechten Stoffe, aber wenn die ersten gelisteten Inhaltsstoffe (daraus besteht das Produkt dann vermutlich zu über 80 oder 90%) keinen interessanten Aktiv-Stoff wie zumindest Olivenöl, Sheabutter, Jojobaöl und Co enthalten, wird die Creme einfach keinen allzu großen Effekt haben. Wir haben nur eine Haut, also lieber ein etwas hochwertigeres Produkt, als viele günstige. So lautet mein Credo, aber wie gesagt, wenn das Budget sehr klein ist, sind Naturkosmetik-Drogerieprodukte um Längen besser als konventionelle Kosmetik!
Ein weiterer Preisunterschied ergibt sich dadurch, inwiefern Bio-, und Fairtrade-Inhaltsstoffe eingesetzt werden. Diese sind oft ganz einfach teurer und wirken sich auf den Verkaufspreis des Produktes aus. Bei i+m bspw. ist fast jeder Inhaltsstoff bio und fair, beim Discounter sieht es oft ein wenig anders aus.
Logisch ist, dass hochwertigere Cremes oder Öle stärker und nährender wirken, bzw. man weniger davon braucht, weil einfach mehr hochwertige Öle etc. enthalten sind. Das spürt man dann im Endeffekt vor allem beim Auftragen, aber auch beim langfristigen Pflege-Effekt.
Woran erkenne ich Produkte ohne Palmöl?
Du kannst die App Codecheck nutzen. Palmöl wird oft nicht nachhaltig angebaut und das ist natürlich nicht gut. Jedoch ist Palmöl-Boykott nicht unbedingt die Lösung und würde laut einer Studie von Greenpeace nur zu einer Verlagerung des Problems führen. Das Thema ist sehr komplex. Zudem ist der Palmölanteil in Kosmetikprodukten tatsächlich nicht das Problem, wenn es um den weltweiten Palmölverbrauch geht. Die Lebensmittelindustrie liegt hier auf Platz eins. Toll finde ich Dr. Bronner’s Palmölprojekt: denn faires und nachhaltiges Palmöl ist möglich!
Sind Naturkosmetik-Labels automatisch auch komplett Bio?
Nein. Es gibt Naturkosmetik, die keinen einzigen Bio-Rohstoff enthält. Manche enthalten teilweise Bio-Rohstoffe, andere sind komplett natürlich und auch komplett Bio. Das schwankt von Marke zu Marke und von Produkt zu Produkt. Die Bioprodukte sind oftmals mit einem Sternchen gekennzeichnet. Daran siehst du, wie viel Bio-Inhaltsstoffe das Produkt enthält.
Biokosmetik besteht zu einem Großteil (über 90%) aus kontrolliert biologischem Anbau. Mir ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Kosmetik, die ich auf meine Haut gebe und somit auch teilweise in die Umwelt zurückspüle zum Großteil aus Bio-Rohstoffen besteht. Diese werden ohne chemische Pestizide angebaut. Ich setze schließlich auch auf Bio-Essen, deshalb möchte ich bei Kosmetik keinen Unterschied machen, denn Bio ist besser für unsere Umwelt.
Achtung: Nur weil ein Produkt ein oder mehrere Bio-Inhaltsstoffe enthält, ist es noch lang keine Naturkosmetik. Auch konventionelle Produkte können Bio-Rohstoffe enthalten.
Mikroplastik in herkömmlicher Kosmetik und seine Auswirkungen?
Mikroplastik sind Plastikpartikelchen, die kleiner als 5 mm sind. Oftmals sind sie aber so klein, dass man sie mit dem menschlichen Auge kaum oder gar nicht erkennen kann. Flüssige, wachs- und gelartige Kunststoffe, die oftmals als Bindemittel oder oder Füllstoff eingesetzt werden, werden jedoch nicht einmal dazugezählt, stecken jedoch oftmals in Kosmetika. Über Mikroplastik könnte man ein ganzes Buch schreiben. Hier habe ich die wichtigsten Infos in einem Artikel zusammengefasst. Doch kommen wir zurück zu Plastikteilchen in Kosmetik. Du findest sie bspw. in Peelings, Duschgels, Shampoos, Sonnenschutz und vielem mehr. Die kleinen Plastikstücke sind ein ganz normaler Bestandteil von herkömmlicher Kosmetik. Dass sich deine Haut nicht freut, mit Plastik behandelt zu werden und es sicherlich nicht gesund ist, eine Zahncreme zu verwenden, die Plastik enthält ist das eine Thema, das andere ist die direkte Auswirkung auf unsere Umwelt. Denn das, womit du dir bspw. beim Duschen die Haut abreibst oder deine Haare wäscht, landet am Ende des Tages im Abfluss und irgendwann in den Kläranlagen. Diese jedoch sind nicht in der Lage, auch nur ansatzweise alle Plastikpartikelchen rauszufiltern. Mikroplastik schwimmt also ungehindert in Meere, Flüsse, in unsere Umwelt und zerstört nicht nur die Lebensgrundlage von vielen (kleinen) Tierchen, die Plastikpartikel für ihre Nahrungsquelle halten, sondern letzten Endes unsere Erde. Ein großes Problem ist, dass Mikroplastik, das im Meer herumschwimmt, wie ein Magnet für Umweltgifte und andere hochgiftige Schadstoffe ist.
„Erste Schätzungen (…) geben einen Einsatz von 500 Tonnen primärer Mikropartikel aus Polyethylen an, die jährlich in Deutschland in kosmetischen Mitteln verwendet werden.“ – Umweltbundesamt
Die Lösung liegt auf der Hand: Naturkosmetik verwenden. Denn da steckt garantiert kein Plastik drin.
Wie erkennt man Mikroplastik in Produkten am besten?
Wenn einfach nur Mikroplastik dort stehen würde, würden sich vielleicht mehr Menschen Gedanken darüber machen, dass sie sich gerade Plastik ins Gesicht schmieren, ihren Körper damit peelen oder damit die Zähne putzen. Mikroplastik versteckt sich unter anderem hinter folgenden Begriffen:
Polyethylene
Nylon
Polypropylene
Polystyrene
Polyurethane
Wie kann ich Greenwashing in der Kosmetik-Industrie erkennen?
Das ist eine sehr, sehr gute Frage, da Begriffe wie „natürlich“, „pur“, „bio“ oder „natürlichen Ursprungs“ nicht geschützt sind. Da ist vorprogrammiert, dass sich so manche Hersteller für grüner verkaufen, als sie sind. Es steht mittlerweile auf so vielen konventionellen Produkten (die voll sind mit schlechten und schädlichen Inhaltsstoffen) irgendein „Nature Moments“-Slogan. Das sagt jedoch gar nichts über die Natürlichkeit des Produktes aus. Genauso wie „mit wertvollem Bio-Mandel-Öl“ genau gar nichts bedeutet. Die Flasche kann voller Chemie und Synthetik stecken und dann ist einer der letzten Inhaltsstoffe Bio-Mandelöl und das macht dann vielleicht 0,3% aus.
In dem Zusammenhang sollten wir als Konsumenten uns auch bewusst machen, dass Wasser als natürlicher Inhaltsstoff gilt. Wenn eine Creme also aus 90% Wasser besteht, kann es sein, dass der Hersteller sie einfach als Naturkosmetik bezeichnet, obwohl die restlichen Inhaltsstoffe alles andere als natürlich sind. Eine weitere Problematik ist, dass Kosmetikhersteller – anders als in der Lebensmittelbranche – keine Prozentangaben machen müssen. Die Inhaltsstoffe müssen zwar in richtiger Reihenfolge aufgelistet werden und man kann teilweise wenigstens erahnen, wie viel in etwa von welchem Stoff enthalten ist, aber ob nun 0,1% oder 10% Jojobaöl in einem Produkt stecken, sagt dir die Verpackung nicht.
Aber Achtung: Auch in der Naturkosmetik kannst du irre geführt werden. Wenn vorne bspw. drauf steht, dass wirksame, hautglättende Granatapfelextrakte enthalten sind und Granatapfelkernöl dann an vorletzter Stelle von 30 steht.
Noch ein Fall für Greenwashing: Oftmals steht auch auf konventionellen Produkten „free from xyz“, das wiederum hat aber keine allzu hohe Aussagekraft, denn es gibt viele Stoffe, die wir nicht auf unserer Haut haben wollen. Nur weil fünf davon nicht in dem Produkt enthalten sind, heißt das nicht, dass nicht andere schlechte Stoffe drin stecken oder dass es sich gar um Naturkosmetik handelt.
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, dann halte dich an die Siegel, die ich weiter unten aufgezählt habe. Die sind auf der Rückseite eines Produktes zu finden.
Wenn du bspw. in ein Reformhaus gehst, werden dort automatisch nur Naturkosmetikprodukte verkauft.
Es gibt aber auch ganz viele tolle (kleinere) Labels, die aus Kostengründen keine Zertifizierung haben. In dem Fall würde ich einfach bei dem Brand nachfragen und um genaue Infos bitten. Wenn sie transparent arbeiten und Zulieferer benennen können, deinen Fragen aufgeschlossen gegenüber stehen und du ein gutes Gefühl hast, dann go for it. Es gibt einige tolle Marken, die sehr tolle Qualität liefern, aber nicht zertifiziert sind.
Welche Pflanze ist für was besonders hilfreich?
Haha, diese Frage hätte von mir sein können. Schau am besten mal ins i+m Rohstoff-Glossar, da findest du spannende Infos zu verschiedensten Pflanzen und Ölen und ihrer Wirkungsweise. Hier ein kleiner Einblick:
Gänseblümchen versorgen unsere Haut z.B. mit wichtigen Nährstoffen wie Vitamin A und C, sowie wertvollen Mineralstoffen wie Calcium, Magnesium und Kalium. Das wiederum regt den Hautstoffwechsel an, wirkt hautaufhellend gegen Pigmentflecken und beschleunigt die Wundheilung.
Hanföl wirkt beispielsweise beruhigend und ist daher ideal für irritierte und gereizte Haut. Außerdem hat die Alpha-Linolensäure stark regenerierende und zellerneuernde Eigenschaften.
Betain wird aus Rote Bete gewonnen und spendet nicht nur besonders viel Feuchtigkeit, sondern gibt dem Haar Volumen und macht es geschmeidig.
Brennnessel-Extrakt wirkt tonisierend, zusammenziehend und fördert die Durchblutung der Kopfhaut. Es ist reich an Spurenelementen, Kiesel, Schwefel und Phosphaten.
Was ist der Unterschied zwischen naturnaher und Naturkosmetik?
Naturnahe Kosmetik ist sowas wie eine Mischung aus Naturkosmetik und konventioneller Kosmetik. Naturnahe Kosmetik setzt vermehrt auf pflanzenbasierte Inhaltsstoffe, aber steckt eben auch voller synthetischer Rohstoffe. Besser als konventionell, aber noch lang keine zertifizierte Naturkosmetik.
Mich würde interessieren, ob Naturkosmetik genauso wirksam gegen Akne sein kann?
Akne ist ein so großes Thema und hängt nicht nur mit der Hautpflege zusammen. Oftmals sitzt die Ursache im Darm, denn Haut und Darm sind eng miteinander verwoben und wenn es dem Darm nicht gut geht, muss der behandelt werden; manchmal braucht es auch eine Ernährungsumstellung oder es ist ein Seelen-Thema. Die Haut ist nicht nur der Spiegel des Darms, sondern auch der Seele. Eine Creme wirkt dann nur unterstützend. Aber klar, es gibt viele Naturkosmetik-Brands, die Cremes und Öle speziell für Akne-Betroffene anbieten.
Woran erkenne ich gute Naturkosmetik?
Für mich ist Naturkosmetik dann gut, wenn sie einen hohen Bio-Anteil hat. Das ist bei den Inhaltsstoffen angegeben. Und wie weiter oben erwähnt, sollten (vor allem) die ersten aufgereihten Inhaltsstoffe Aktivstoffe enthalten und einfach hochwertig sein, denn daraus besteht die Creme oder das Serum im Endeffekt zum Großteil. Ich will keine Creme verwenden, deren erste sechs Inhaltsstoffe Wasser, Alkohol, Triglyceride, Glycerin, Sojaöl und Sonnenblumenöl sind. Wie gesagt, ist ok, wenn sie enthalten sind, aber an den ersten Stellen will ich auch Aloe Vera, Bio-Argan-Öl oder Ähnliches sehen.
Ich denke, man findet auf Dauer einfach seine liebsten Naturkosmetik-Marken, die den eigenen Ansprüchen entsprechen. Wenn du dir bei verschiedenen Inhaltsstoffen unsicher bist, kannst du Codecheck oder Tox Fox verwenden.
Welche Siegel muss man kennen?
Cosmos, NATRUE, Ecocert, Demeter und BDIH. Doch nicht alle Siegel sind gleich streng und achten im gleichen Maße auf die Sozialstandards.
Ist die App Codecheck wirklich so gut bzw. seriös wissenschaftlich belegt?
Codecheck ist toll. Jedoch sollte man im Hinterkopf behalten, dass es sich um eine Community-Plattform handelt. INCIS könnten falsch, veraltet oder geändert sein. Ich mag Codecheck trotzdem sehr gerne. Tox Fox (Produktcheck vom Bund) ist ansonsten eine sehr gute Alternative
Gibt es auch Naturkosmetik, die komplett frei von ätherischen Ölen ist?
Ja natürlich. Beispielsweise die Freistil Serie von i+m.
Warum wirkt herkömmliches Zeug stärker und hält länger?
Ob es tatsächlich stärker wirkt, kann und würde ich so nicht sagen. Naturkosmetik wirkt einfach anders. Mehr in Einklang mit dem Körper, der Haut und den Selbstheilungskräften. Konventionelle Kosmetik hält länger, weil sie mit syntethischen Konservierungsmitteln haltbar gemacht wird.
Was sage ich meiner Freundin, wenn sie sagt, dass Naturkosmetik keinen Unterschied für die Haut macht?
Man muss immer zwischen dem spürbaren Effekt und den eventuellen langfristigen Folgen unterscheiden. Vielleicht fühlt sich eine Creme ähnlich an wie eine Naturkosmetikcreme und sieht teilweise auch fast genauso aus. Aber im Endeffekt muss man sich bewusst machen, was man da täglich, über Jahre hinweg in sein Gesicht und auf den ganzen Körper gibt und welche Auswirkung dies hat. Manchen Menschen ist aber auch leider nicht zu helfen. Man kann ihnen 100x sagen, dass sie sich da gerade ein Produkt ins Gesicht geben, in dem Inhaltsstoffe aus Erdölbasis, hormonell wirksame Schadstoffe und eventuell krebserregende Formaldehyde stecken und trotzdem werden sie nichts ändern.
Mich würde interessieren, welche Inhaltsstoffe in der Naturkosmetik für Anti-Aging eingesetzt werden?
Es gibt viele Pflanzenextrakte, die reich an Antioxidantien sind und hautschädigende freie Radikale neutralisieren, die Kollagenproduktion anregen, der Haut somit neue Elastizität schenken und/oder straffend/zusammenziehend und glättend wirken. Granatapfel, Aprikose, Argan, Baobab, Avocado, Distel, Brennnessel, Ginseng, Grapefruit, Mandel, Immortelle und viele mehr! Schau dir doch mal die Age Plus Linie von i+m an. Hier werden viele dieser Inhaltsstoffe vereint.
Darf ich vorstellen: i+m Naturkosmetik
Wobei fleißige Leser*innen dieses Blogs den Berliner Brand schon seit Alex‘ Kolumne kennen, ist anderen die Marke vielleicht noch nicht bekannt. i+m ist ein Traditionsunternehmen, das schon seit 1978 besteht. Ich liebe i+m, denn die machen nicht nur richtig hochwertige Bio-Kosmetik, sondern stellen Tierwohl, Fairness, Ökologie und Wagemut immer vor Profit. Wie wir spätestens seit heute wissen, ist Naturkosmetik nicht gleich bio, nicht gleich fair und nicht gleich vegan. Doch i+m vereint all diese Werte und ist deshalb einer meiner absoluten Naturkosmetik-Lieblinge. Oh und es gibt noch was Schönes zu erzählen: 2014 hat i+m ein Frauenhaus in Sambia aufgebaut. Dort finden Frauen Schutz vor Gewalt und Hilfe zur Selbsthilfe. i+m steckt 20% der Gewinne in dieses hauptverantworlich von i+m betriebene und finanzierte Sozialprojekt. Klasse!
Info: Das Gewinnspiel ist beendet. Vielen Dank für all eure lieben Kommentare!!
Gesichtspflege im Überblick:
Freistil Sensitiv
Die Freistil Sensitiv Linie ist besonders für sensible, empfindliche oder zu Allergien neigende Haut geeignet und verzichtet daher komplett auf ätherische Öle. Aloe Vera und Hyaluron spenden intensiv Feuchtigkeit und Nachtkerzenöl unterstützt zusätzlich das Lipid- und Feuchtigkeitsverhältnis der Haut. Karottenextrakt, Vitamin E und Jojobaöl stärken die natürliche Schutzfunktion der Haut und machen sie geschmeidig. Sanddorn- und Mandelöl wirken reizlindernd und Vanille hilft nochmal zusätzlich bestehende Hautreizungen abklingen zu lassen.
Die Freistil Sensitiv Linie besteht aus einer Reinigungsmilch, einem Fluid, einer Feuchtigkeitscreme, einer Intensivcreme und einer Augencreme.
Hydro Perform
Die Hydro Perform Linie ist besonders für trockene Haut sehr gut geeignet und versorgt dich Dank Aloe Vera mit ausreichend Feuchtigkeit und schützt darüber hinaus vor den ersten Trockenheitsfältchen. Dass sich die Haut prall und elastisch anfühlt, dafür sorgt das enthaltene Hyaluron. Die Widerstandsfähigkeit der Haut wird durch antioxidatives Granatapfelkernöl und Vitamin E gestärkt. Grapefruit sorgt für den gewissen Frischekick und Jojobaöl und Sheabutter wirken nochmal besonders pflegend. Der Clue: Der enthaltene Schmetterlingsflieder bietet den optimalen Schutz vor Hautschäden durch Blue Light (bei Laptop, Handy und Co).
Die Hydro Perform Linie besteht aus Daily Wash and Peel, Gesichtswasser, Aqua Boost, Feuchtigkeitscreme, Feuchtigkeitscreme reichhaltig und Augenbalsam.
Phyto Balance
Phyto Balance ist die ideale Pflegelinie für Mischaut und/oder zu Unreinheiten neigender Haut. Sie sorgt für Balance, wenn die eine Hautpartie eher fettig, die andere hingegen trocken ist. Schwarzer Holunder und Malve beugen Hautunreinheiten vor und Arnika wirkt entzündungshemmend und hilft bereits bestehende Unreinheiten zu minimieren. Das Dreiergespann aus Jojobaöl, Hyaluron und Aloe Vera versorgt die Haut mit genügend Feuchtigkeit. Grüne Tonerde wirkt einem fettigenden Hautgefühl entgegen, ist hautklärend und mattierend. Auch Schmetterlingsflieder kommt wieder zum Einsatz und bietet den optimal Anti Blue Light Schutz vor Blaulicht-Strahlung durch Smartphones und PC.
Die Phyto Balance Linie besteht aus einem Reinigungsgel, Gesichtswasser, Fluid Equalize und einer ausgleichenden Creme.
Age Protect
Die Age Protect Linie greift auf einen wirksamen Anti-Pollution Komplex zurück, der ein natürliches Schutzschild aufbaut, damit Umweltfaktoren wie Feinstaub, UV-Licht und Co der Haut weniger anhaben können. Durch Avocado-, Argan- und Mandelöl wird (trockene) Haut besonders reichhaltig gepflegt und vor dem Einfluss durch freie Radikale geschützt. Aloe Vera und Hyaluron sorgen für die nötige Feuchtigkeit und Schmetterlingsflieder verhindert Hautschäden durch Blue Light von Bildschirmen.
Die Age Protect Serie besteht aus dem Oil To Milk Reinigungsöl, Gesichtswasser, Serum Repair, nährender Creme, nährender Creme reichhaltig und einer Augencreme.
Age Plus
Die Age Plus Serie wurde für anspruchsvolle und reife Haut entwickelt. Immortelle ist beispielsweise die Wunderwaffe für trockene und reife Haut, denn sie sorgt für einen glatten, festen und strahlenden Teint. Im Doppelpack mit Zedernuss regt Immortelle außerdem die Zellerneuerung an und regeneriert nachhaltig. Weißer Hibiskus und Baobab glätten die Haut auf natürliche Art und Weise indem sie die Kollagenproduktion anregen. Außerdem sorgen Aloe Vera, Arganöl, Hyaluron und auch Schmetterlingsflieder für eine besonders schützende, reichhaltige und feuchtigkeitsspendende Wirkung.
Die Age Plus Serie besteht aus Gesichtsöl, Lifting Boost & Crème de la Crème.
Werbung: In Kooperation mit i+m Naturkosmetik
Quellen:
Utopia: Die schlimmsten Inhaltsstoffe in Kosmetika
Utopia: Mikroplastik – wo es sich versteckt und wie du es meiden kannst
Verbraucherzentrale: Kosmetik: Inhaltsstoffe, Kennzeichnung und unerwünschte Wirkungen
SPIEGEL: Ist Naturkosmetik wirklich besser für die Haut?
Bio Blog: Was ist eigentlich Naturkosmetik?
Natürlich Schöner: Greenwashing bei konventioneller Kosmetik







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