Eco, Justine's Pick, Sustainable Santa Presents

Sinnvolle, nachhaltige Geschenkideen für Weihnachten

Im Großen und Ganzen bin ich ein ziemlich entspannter Mensch, den nicht viele Themen oder Geschehnisse aus der Fassung bringen. Worüber ich mich aber tatsächlich in Rage reden kann, sind unnötige und/oder billige Geschenke. Ja, auch dann, wenn sie super lieb gemeint sind. Ich finde, da sollte man besser nichts schenken. Diese Mengen an Ramsch, die im Dezember gekauft werden, stoßen so viel CO2 aus, erschaffen so viel Müll, der reine Irrsinn. Spenden wir doch bitte 5 € an eine Organisation, die sich um wahres Leid kümmert, anstatt einen goldenen Deko-Engel, einen Plastik-Teddybär aus China, die 10. Bodylotion mit Mikroplastik oder einen Radiergummi in Form eines Hamburgers zu kaufen.
Anderes Thema: Braucht der oder die Beschenkte wirklich das neuste Smartphone? Vielleicht kann man das alte problemlos noch weitere Jahre verwenden. Wenn nicht, greift man am besten auf Secondhand-Optionen, ein überholtes Gerät (von z.B. Refurbed) oder ein Fairphone zurück. Wenn man an all die Kinder denkt, die hunderttausende Kilometer entfernt von uns in Mienen arbeiten, um das Lithium oder andere seltene Erden heranzuschaffen, die für die Herstellung von elektronischen Geräten benötigt werden, scheint der Secondhand-Gedanke gleich viel verständlicher. Ihr seht, da bin ich schnell auf 180. Von all den unnötigen Produkten, die mit Batterie betrieben werden, fange ich erst gar nicht an. Ich komme einfach nicht klar mit dem Konsum-Rausch, der vor Weihnachten stattfindet. Wieso brauchen Kinder Fernseher? Wieso werden Geräte ersetzt, die noch funktionieren? Wieso wird sofort neu gekauft, statt repariert? Wieso folgen so viele dem Leitsatz Quantität statt Qualität? Puh! Durchatmen, Justine.

Lasst uns der Tante, die ein Eco-Newbie ist, ne Ladung Bio-Baumwoll-Gemüsenetze schenken, damit’s keine Ausreden mehr gibt. Lasst uns Papa nen Crashkurs in Sachen Frenchpress geben, damit er die Kapsel endgültig hinter sich lassen kann. 400g besten, fairen Bio-Kaffee mit dem ein Jaguar-Projekt unterstützt wird, gibt’s obendrauf (Gibt’s in Wien bei Franze). Lasst uns unserer Oma einen Wandertag mit gemeinsamem Picknick schenken. Lasst uns unserem Bruder endlich ein gescheites, nachhaltiges Schneidebrett schenken, damit er nicht weiter Mikroplastik durch sein Plastikbrett isst. Großtante Heide kriegt 1/2 kg gesunde Weihnachtsplätzchen, in einer hübschen, alten Blechdose vom Flohmarkt. Lasst uns unserer Schwester einen fancy mattschwarzen Rasierhobel schenken, mit dem sie sich auch noch in 70 Jahren die Achseln rasieren kann und der Einweg-Wahnsinn in ihrem Badezimmer endlich ein Ende nimmt. Lasst uns gemeinsam mit unserer Mama, die noch immer Sorge hat wegen dem Protein, gemeinsam den Film Gamechangers ansehen, veganes Bio-Proteinpulver schenken (nur gutes Zeug natürlich, kein Shit!) und ne Liste mit Lebensmitteln ausdrucken, die sie mit pflanzlichem Protein versorgen. Lasst uns Opa ein Kilo selbstgemachte Lebkuchen und ein gebasteltes Fotoalbum mit Erinnerungen schenken. Lasst uns Onkel Paul einen nachhaltigen, veganen Bio-Gin aus Österreich schenken, weil wir wissen, dass er einen guten Tropfen zu schätzen weiß. Lasst uns Schwester Ann-Sophie das schenken, was sie sich schon ewig wünscht: Eine richtig gute Kamera. Secondhand! Denn eine teure Sache ist halt manchmal auch besser als viele Kleinigkeiten. Oma Nummer zwei kriegt natürlich auch was: Eine Ladung Lebkuchen-Energyballs (die haben ihr letztes Mal so gut geschmeckt) und ein Zirbenspray von Grüne Erde, damit sie wohlig schläft. Oh und Onkel Hans kriegt ne Körperbürste (die hab ich auch, ist super!), denn er will sein Lymphsystem aktivieren. Das unterstützen wir doch gerne!

Wow, wenn ich mir den Absatz so durchlese, klingt es nach den perfekten Geschenken. Der Weihnachtstraum einer Ökotante. Dazu noch haufenweise veganes Essen, bis alle im Food-Koma sind, und ich bin seeeeelig.

Lasst uns Freude, Sinnvolles, Abenteuer, Persönliches, Nachhaltiges verschenken. Lasst uns kleine Brands unterstützen. Lasst uns bei den Marken kaufen, die Gutes im Sinn haben. Und lasst uns generell einfach weniger und auch mal gar nix schenken. An Weihnachten geht’s ja in erster Linie um die gute, fröhliche Zeit, in zweiter Linie um unfassbar leckeres Essen und erst in 11. Linie um Geschenke.

 

Sinnvolle, nachhaltige Geschenkideen für Weihnachten

1. Nichts schenken

Ja genau, nix. 

2. Essen schenken

Oh man, was gibt’s besseres? Eine Box voller Vanillekipferl oder den weltbesten Lebkuchen. Selbstgemachtes Chili- oder Knoblauchöl, homemade Granola, Hagebuttentee, Punsch-Marmelade, Lebkuchen-Energyballs oder tausend andere Sachen. Im besten Fall weiß man in etwa, was die Person geschmacklich mag. 

3. Was wirklich gewollt/gebraucht wird

Eine Sache, von der man weiß, dass es der Beschenkte wirklich will, braucht und wirklich benutzen wird. Und bitte nicht in diese Falle tappen: Der Beschenkte wünscht sich wie irre einen kuschligen Schal. Soll er bekommen. Welche Farbe? Knalliges Blau. Loop oder klassisch? Loop! Vielleicht hast du Glück und das ist genau das, was der oder die Beschenkte wollte. Eventuell liegst du aber kräftig daneben. Entweder du findest bereits Monate vorher unauffällig heraus, was der perfekte Schal ist, erfährst es über eine dritte Person oder du fragst den Beschenkten ganz direkt. Ich weiß, Überraschung sieht anders aus. Aber ganz ehrlich, besser so, als der Schal liegt ungewollt im Eck. 

Cool ist auch, dass du dann dafür sorgen kannst, dass es nicht irgendein Schal ist, den die Person total schön findet, sondern einer, der auch noch fair, vegan und nachhaltig ist. Juhu!

4. Spenden

Hier sind die Möglichkeiten natürlich endlos. Frauenhaus im Nachbarort, Kinderheim in Afrika. Und vieles mehr.

Ich mag die Aktionen der Caritas total gerne. Da gibt’s „Hilfspaket Mosambik“, „Baustein für einen Brunnen“, „Hilfspaket syrische Kinder“, „Schlafplatz für Mutter und Kind“ und vieles mehr!

5. Erlebnisse oder Abenteuer schenken

Ja, was gibt’s schöneres, als gemeinsame Zeit zu schenken? Nix. Genau! Die Möglichkeiten sind endlos:

– ein eintägiger/mehrtägiger Wanderurlaub

– ein selbst gekochtes, veganes 3-Gänge Menü

– ein Ausflug zu einem Tiergnadenhof

– ein Ausflug in einen (Waldseil-)Kletterpark (Abenteur + Ängste überwinden)

– ein Ausflug zu gemeinsamem Waldbaden plus Picknick im Frühling

– gemeinsam Kino plus heimlich reringeschmuggelte, leckere Verpflegung

– gemeinsamer Restaurantbesuch im regionalen Bio-Lokal

– gemeinsamer Besuch beim Bio-Bauernmarkt und anschließende Tee-Pause

– gemeinsam an einem Naturkosmetik-Workshop teilnehmen

– gemeinsam an einer Kräuterwanderung teilnehmen

– ein Spa-Wochenende zuhause mit selbst gemachten Heilerde-Masken und Aloe-Vera Drinks

etc.

6. Regenwald/Bäume schenken

Was gibt’s sinnvolleres als ein bisschen die Welt zu retten? Man kann Regenwald kaufen/mieten oder Baumpflanzprojekte unterstützen

Via Rainforest Alliance oder WWF.

Bäume schenken kannst du via Treedom.

7. Nachhaltig Leben

Hier gibt’s tausende Möglichkeiten. Du kannst Dinge schenken, die (fast) jeder, der nachhaltig leben will (oder soll haha) brauchen kann. Gemüsenetze, Eco-Spülmittel, eine große Tragetasche für Einkäufe, ne gute Trinkflasche, etc. Und dann gibt’s natürlich noch die Möglichkeit, genauer hinzuschauen und ganz individuell zu wählen. Ihr wisst, dass der/die beschenkte immer verpacktes Gemüse von weit weg im Supermarkt einkauft. Wie wär’s mit nem gemeinsamen Marktbesuch oder einem Abo für ne regionale Biokiste?
Du weißt, dass der/die Beschenkte mit ungesundem China-Raumspray beduftet. Wie wär’s mit einem hochwertigen naturreinen ätherischem Öl und einem Duftstein für die Heizung? 
Ihr seht, worauf ich hinauswill. Konkret nachhaltige Lösungen anbieten, in einem Bereich, in dem sie gebraucht werden. Frenchpress und Bio-Kaffee statt Kapselkaffee, Mehrweg-Rasierer statt Einweg-Rasierer, Wachstücher statt Frischhaltefolie, Mehrweg-Bio-Baumwoll-Schwämme statt Einweg-Plastik-Teile, etc.

8. Grünes Bad

Vielen fällt der Umstieg auf Naturkosmetik schwer, dabei ist es echt easy. Manche haben auch schon das ein oder andere Mikroplastik-freie Öko-Teil im Bad, Potenzial nach oben gibt’s aber noch. Da könntest du doch behilflich sein. Festes Shampoo, feste Seife, Eco-Nagellack, Bio-Parfum, Naturkosmetik-Lipbalm und Co. Wenn du weißt, dass der/die Beschenkte noch keine Bambus-Zahnbürste hat und sich noch immer mit Plastik am Stiel die Zähne putzt, wird’s Zeit, oder? Du kannst behilflich sein. 

Apropos Naturkosmetik selbermachen. Du kannst natürlich auch wunderbar selbst gemachte Naturkosmetik verschenken. Wie wär’s mit dem Klassiker: Ringelblumensalbe? Oder Zahnputzpulver, Weihnachtszauber-Peeling und vieles mehr! Waschbare Abschminkpads sind da natürlich auch ne tolle Sache.

9. Praktisch, praktischer, Waschmittel

Und dann gibt’s halt die typisch super sinnvollen Geschenke, die irgendwie langweilig sind, aber irgendwie auch nicht. Eco-Spülmittel, Eco-Waschmittel, Gutscheine für Unverpackt-Läden (Essen wollen und müssen wir schließlich alle), Gutscheine fürs Reformhaus, Gutscheine für SIR PLUS (Essen retten!), etc.

10. Coole Initiativen unterstützen

Auf dieser Welt gibt’s dermaßen viele wundervolle Projekte, die wir unterstützen sollten!

Hof Windkind: Hier kann man eine Walnussbaum-Patenschaft abschließen und bekommt jährlich einige Kilogramm Bio-Walnüsse aus Berlin-Umgebung geschickt. Grandios, oder?

Unverschwendet: Unverschwendet verwandelt überschüssiges Obst und Gemüse in allerlei Leckereien wie Marmelade, Sirup, Chutneys und Co. 

Sonnenglas: Wunderhübsche Solarlampen im Glas. Fair produziert in Afrika aus 70% lokalen Materialien.

FREA: Ein veganes Zero Waste Konzept-Restaurant, das auf regionale Lebensmittel setzt und sich aktiv gegen Müll einsetzt.

Crowdfarming: Ähnliches Konzept wie Hof Windkind. Adoptiere einen Baum und erhalte frische Lebensmittel von genau diesem Baum. 

Mit Ecken und Kanten: Hier geht’s um die Rettung aussortierter Ware mit Schönheitsfehlern. Die unperfekten Teile sind natürlich zu schade zum wegwerfen, weshalb man sie vergünstigt bei Mit Ecken und Kanten erstehen kann.

– für weitere Tipps kann man sich auch in der eigenen Stadt/im eigenen Ort umhören.

11. Bücherrrrr & Magazine

Ich liebe, liebe, liebe es, Bücher zu verschenken, die mir selbst sehr weitergeholfen haben oder die mir einen großen Mehrwert als Nachschlagewerk bieten. Dann gibt’s auch noch so viele wunderbare Öko-Magazine, die eine richtig gute Lektüre abgeben. Wie wär’s also mit nem Magazin plus homemade Zimt-Peeling für deine Schwester? 

Magazin-Tipps:

– Werde

– Carpe Diem

– Flow

– I AM (neues Magazin von Laura Malina Seiler)

– Brigitte Be Green

– GEO Wissen

– Enorm

 

Hier findet ihr noch ein paar weitere, coole Eco-Geschenke als kleine Anregung:

 

Von links nach rechts und von oben nach unten:

Bitterliebe Bittertinktur // 14,95€

Buch FACTFULNESS // 7,99€

Mega Bright Cleanser Origins // 32,00€

Ewiger Kalender von Manufactum // 19,80€

Bio Hand Hygiene-Spray Dr. Bronner’s // 6,99€

Forest Gum nachhaltiger Kaugummi // 1,30€

24 Bottles 500 ml Flasche // 19,90€

Festes Shampoo KLAR // 10,00€

Edelstahl Box EcoBrotbox // 36,95€

BioAirspray Gute Laune // 5,90€

 

Und wie verpackt man die Geschenke dann noch nachhaltig?

Ich habe vorletztes Jahr einen Beitrag darüber geschrieben. Hier findet ihr ihn!

Oh, oder wie wäre es, wenn du deine Geschenke in ein Geschirrtuch oder in einen Jutebeutel packst? Die oder der Beschenkte, kann das dann gleich weiter verwenden!

 

Previous Post Next Post

You Might Also Like

4 Comments

  • Reply Lotta 13. November 2019 at 6:11 pm

    Danke für deine Arbeit!
    Ein weiteres Magazin, das ich sehr empfehlen kann, ist das „Enorm“.

    Ganz liebe Grüße
    Lotta

    • Reply Justine 14. November 2019 at 8:57 am

      Danke dir für dein liebes Feedback Lotta! Oh ja stimmt, enorm füge ich noch hinzu. Liebe Grüße 🙂

  • Reply Tina 13. November 2019 at 5:37 pm

    Daaaaanke, liebe Justine. für alle deine Posts, aber besonders für diesen. Hoffentlich lesen ihn viele Leute und lassen sich zu einem müllfreien Weihnachten inspirieren!

    • Reply Justine 14. November 2019 at 8:57 am

      Danke dir liebe Tina für dein Feedback! Darüber freue ich mich sehr 🙂

    Kommentar verfassen